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18.08.2008 – 20:29

Rheinische Post

Rheinische Post: Angst vor dem Gas ernst nehmen

Düsseldorf (ots)

Von Martin Bewerunge
Gefahren, auf die man nicht reagieren kann, weil sie nicht 
erkennbar sind, machen Angst. Das gilt besonders für Gas. Man sieht 
es nicht. Man riecht es nicht. Man kann daran sterben. Gegen diffuse 
Furcht hilft nur eins: lückenlose Information. Wie sehr diese 
ausgerechnet im dichtbesiedelten Industrieland NRW fehlt, zeigt das 
CO2-Unglück von Mönchengladbach: Schlagartig hat der Unfall die 
Verunsicherung einer ganzen Region wegen der Pipeline mit dem viel 
gefährlicheren CO zutage gefördert.
Zu lange schon haben zu viele Menschen entlang der 67 Kilometer 
langen Kohlenmonoxid-Leitung den Eindruck: Unternehmen und Politiker 
reagierten auf die Angst vor dem, was man nicht sehen und nicht 
riechen kann, indem sie selber nichts hören, nichts sehen und nichts 
sagen wollen. Tatsächlich wurde das sensible Feld am Ende den 
Scharfmachern und Abwieglern überlassen.
Zu den schwersten Politiker-Fehlern zählt, die Sorgen der Leute nicht
ernst zu nehmen. Die Pipeline bewegt Zigtausende. Eigentlich müsste 
ein Ministerpräsident wie Jürgen Rüttgers (CDU) und nicht ein 
Wahlkreiskandidat wie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) dies
zur Chefsache machen: eine Informationskampagne über das, was nicht 
zu befürchten ist. Und wie man sich gegen das, was im schlimmsten 
Fall zu befürchten ist, schützen kann.

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