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Rheinische Post: Das Rennen ist wieder offen Kommentar VON FRANK HERRMANN

    Düsseldorf (ots) - War's das für Barack Obama? Nein, gewiss nicht. Zwar hat er in New Hampshire verloren, hat den Schwung eingebüßt, von dem er hoffte, er werde ihn im Triumphzug von einem Bundesstaat zum nächsten tragen. Die Welle, die den Überflieger trug, sie ist gegen einen Brecher geschlagen. Doch nüchtern betrachtet, ist nichts weiter passiert als dies: Jene Kandidatin, die noch vor zwei Monaten als haushohe Favoritin galt, hat ihren Fehlstart in Iowa ausgebügelt. Ihr Rivale, einst als klarer Außenseiter gehandelt, musste sich geschlagen geben, relativ knapp. Der harte Kern der Demokraten sprang Hillary Clinton in ihrer Not zur Seite, ebenso wie die Frauen, die sich mehrheitlich für sie entschieden. Die Zahl der unabhängigen Wechselwähler, die eher Obama zuneigen, reichte nicht, um das auszugleichen. Damit steht es Unentschieden, ist alles wieder offen. Aber bei den Vorwahlen zählt nie nur das nackte Resultat, immer wird das Ergebnis auch an der Erwartungshaltung gemessen, an den Prognosen. Und weil sie die zuletzt so niedrig gehängten Erwartungen klar übertraf, steht Hillary als glänzende Siegerin da, hat sie die Dynamik plötzlich für sich. Doch wer Obama schon abschreibt, handelt genauso vorschnell wie der, der ihn nach seinem Iowa-Coup bereits im Weißen Haus sah. Amerikanische Wahlkämpfe sind langwierige Angelegenheiten.

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