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Rheinische Post: Moslems im Krieg - Von GODEHARD UHLEMANN

    Düsseldorf (ots) - Seit gut zwei Monaten geht die libanesische Armee massiv gegen radikale Palästinenser vor. Die Kämpfe um die Flüchtlingslager, in denen sich al Qaida nahe Islamisten verschanzt haben, forderten bislang mehr als 200 Tote. Das Auffällige ist, dass immer öfter Moslems gegen Moslems kämpfen und dass das wohlfeile Propagandabild vom Westen auf unbeugsamen Kreuzzugskurs so nicht stimmt. Auch in Pakistan tobte vor Tagen eine innerislamische Auseinandersetzung um die von Islamisten besetzte Rote Moschee. In vielen arabisch-islamischen Staaten werden die moslem-internen Auseinandersetzungen härter und brutaler. Den Hintergrund bilden Machtkämpfe. Regierungen stehen gegen Glaubenskrieger, die die alten Systeme stürzen wollen. Sie werfen ihnen vor, sich mit Unterdrückung und Gewalt an der Macht halten zu wollen. Doch sie selbst setzen nicht minder auf Intoleranz und Gewalt, um die Regierung übernehmen zu können.

    Das ist im Libanon der Fall, in Pakistan, im Ansatz in arabischen Staaten oder im Irak. Die meisten Toten fordert der Bruderkampf zwischen Schiiten und Sunniten und nicht der gegen die USA. Immer mehr islamische Staaten werden wach, weil sie die Gefahr erkannt haben, die ihnen aus eigenen Reihen droht.

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