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Weser-Kurier: Zum Wahlkampfauftritt von Sigmar Gabriel in Bremen schreibt Jürgen Hinrichs:

Bremen (ots) - Die SPD hat ihren Wahlkampf mit Sigmar Gabriel zu Ende gebracht. Da war dann mal ein bisschen rhetorisches Feuer, wo in den Wochen zuvor nur leichter Rauch aufstieg. Der Vizekanzler und Parteivorsitzende ist in die Bütt gegangen und hat es verstanden, seine Genossen in Stimmung zu bringen. Mit einer Rede auf Bremen und auf Bürgermeister Jens Böhrnsen, für den er fast hymnische Worte fand. Gabriel als Kontrapunkt einer Kampagne, die ansonsten eher behäbig war. Das zeigt, wie sehr sich die Sozialdemokraten in Bremen an die Macht gewöhnt haben. Auch daran, sie im Grunde nie abgeben zu müssen, weil es die Opposition nicht schafft, eine Alternative aufzubauen. Das macht satt, ein Zustand, der nicht hilft und auch nicht angemessen ist, denn eigentlich müsste die SPD hungrig sein. Eine Partei, die sich zuallererst die soziale Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat, kann nicht zufrieden sein, wenn sich in Bremen Armut und Arbeitslosigkeit verfestigen. Sie muss es als bittere Niederlage empfinden, wenn die Bildungschancen der Kinder in Bremen so stark wie nirgendwo sonst vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Alles Zeichen für eine tief greifende soziale Spaltung, denn auf der anderen Seite ist Bremen auch ein Land der Millionäre. Das ist die Realität, an der sich die SPD messen lassen muss. Gabriel kommt am Sonntag wieder nach Bremen, um mit seiner Partei zu feiern. Doch zunächst, das sagt er selbst, muss sie erst mal gewählt werden.

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