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Weser-Kurier: Kommentar von Matthias Lüdecke zur Sexualerziehung in Bremen

Bremen (ots) - Geht es um Sexualerziehung, hat man es oft mit besorgten Eltern zu tun. Eltern, die fürchten, dass ihre Kinder mit Themen in Kontakt kommen, für die sie noch nicht bereit sind. Aber auch Eltern mit kulturellen oder religiösen Vorstellungen, die sich nur schwer vertragen mit der Vermittlung von sexueller Vielfalt. Ein Vertreter des muslimischen Dachverbandes hat diese Sorge offen formuliert. Aber auch in manch christlicher Religionsgemeinschaft tut man sich damit schwer. Es ist richtig, dass die Schulen mit den Eltern einen Dialog über Inhalt und Ziele der Sexualerziehung führen sollen. Nur mit und nicht gegen die Eltern kann sie funktionieren - auch wenn formal gesehen im Gesetz jetzt nur noch von umfassender Information die Rede ist und nicht mehr von Abstimmung mit den Eltern. Es ist aber auch richtig, dass das Bremer Parlament in seiner Argumentation dem Erziehungsrecht der Eltern den Bildungsauftrag der Schulen entgegensetzt. Es darf nicht von der Herkunft abhängen, ob ein Schüler lernt, dass es andere sexuelle Orientierungen gibt als die heterosexuelle, ob er lernt, dass "schwul" kein Schimpfwort ist, sondern eine sexuelle Identität. In einer Gesellschaft, in der Vielfalt Realität ist, es aber aber nach wie vor sowohl offene wie versteckte Vorurteile gibt, ist das wichtig. Und es ist Aufgabe von Schule.

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