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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

WDR-Rundfunkrat bestätigt Aus für Cosmo: Fatales Signal an die kurdische Gemeinschaft in Deutschland

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Entscheidung des WDR-Rundfunkrates, dem Aus für Cosmo und damit auch der wöchentlichen einstündigen kurdischsprachigen Sendung zuzustimmen, scharf. „Die Entscheidung des WDR, die kurdische Sendung einzustellen, sendet ein fatales Signal an eine Minderheit, die in ihren Heimatländern verfolgt wird und auch in Deutschland Ausgrenzung erlebt“, betont der GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido. Die GfbV fordert den WDR und andere Verantwortliche auf, die Entscheidung zu überdenken und eine andere Heimat für die kurdische Sendung zu finden.

Aufgrund der Unterdrückung der kurdischen Sprache in der Türkei, in Syrien, im Iran und im Irak haben kurdische Sendungen im Ausland eine wichtige Bedeutung für den Erhalt der Sprache. „Der Vorschlag von Programmdirektorin Andrea Schafarczyk, dass anderssprachige Menschen heute problemlos Inhalte aus ihrem Heimatland nutzen können, blendet aus, dass kurdische Medien in der Türkei, im Irak, in Syrien und im Iran oft von Parteien oder den Regierungen kontrolliert werden. Ein in Deutschland produziertes Programm ist auch deshalb wichtig, weil es kurdischsprachigen Menschen ein offenes, demokratisches Forum und verlässliche Informationen bietet“, sagt der Nahostreferent Sido.

In Deutschland leben mittlerweile mindestens eine bis zwei Millionen Kurdinnen und Kurden. Viele besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft und beteiligen sich aktiv am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben.

Die Entstehung kurdischer Sendungen in Deutschland war ein mühsamer Prozess und stieß auf Widerstand der türkischen Regierung und ihrer Lobby in Deutschland. Der engagierte Dortmunder Rundfunk- und Fernsehjournalist Jürgen Hoppe (1938–2019) war maßgeblich dafür verantwortlich, dass in Deutschland überhaupt eine kurdische Radiosendung entstand. Diese ging 1987 als erstes öffentlich-rechtliches kurdisches Radioprogramm von Radio Dortmund (WDR) mit der Stimme der damals 16-jährigen Kurdin Cinur Ghaderi auf Sendung. Es waren damals nur 15 Minuten pro Woche. Später wurden es 20 und schließlich 30 Minuten.

In einem Artikel berichtete Hoppe, wie der türkische Staat und türkische nationalistische Verbände eine Hetzkampagne gegen ihn und die kurdische Sendung begannen. Hoppe gab dem Druck des türkischen Staates und seiner Unterstützer bei den deutschen Behörden jedoch nicht nach. Die kurdische Sendung wurde zunächst unter dem Titel „Bernama Kurdi” im Funkhaus Europa, später Cosmo, in Köln ausgestrahlt. Nun soll die kurdische Sendung von einem öffentlich-rechtlichen Sender, die aktuell „COSMO KURDΓ heißt, für immer schweigen.

Sie erreichen Dr. Kamal Sido unter k.sido@gfbv.de">k.sido@gfbv.de oder 0173/6733980.

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Sarah Neumeyer
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