Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Hauptversammlung der Glencore plc. (28.05.) Kritik an Menschenrechtsverletzungen in kolumbianischer Kohlemine
Anlässlich der Hauptversammlung des Rohstoffkonzerns Glencore am 28. Mai 2026 kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den Rohstoffkonzern für seine Verantwortung bei Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in Kolumbien. Trotz internationaler Vorwürfe setzt Glencore den Steinkohleabbau in der Cerrejón-Mine fort. Die Cerrejón-Mine in La Guajira ist eine der größten Steinkohle-Tagebaugruben der Welt und gehört vollständig zu Glencore. Die Mine steht seit Jahren in der Kritik. Indigene Wayúu-Gemeinschaften berichten von verschmutzten Wasserquellen, giftigem Kohlenstaub in ihren Häusern, Gesundheitsproblemen und wachsendem Druck auf ihre Territorien.
„Glencore zerstört in La Guajira die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen und streicht damit Millionengewinne ein. Die sozialen und ökologischen Kosten des Kohleabbaus trägt allein die lokale Bevölkerung“, sagt Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker bei der GfbV. „Die Menschen in den Abbaugebieten sind strukturell benachteiligt und kaum effektiv politisch repräsentiert. Selbst Gerichtsurteile in ihrem Sinne werden schlicht nicht umgesetzt. Glencore nutzt diese Lage und die eigene Marktmacht für rücksichtslose Ausbeutung.“
Deutschland importierte auch 2025 weiterhin erhebliche Mengen Steinkohle aus Kolumbien. Allein im ersten Quartal 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 569.000 Tonnen kolumbianische Steinkohle eingeführt. Ein bedeutender Teil stammt aus der Cerrejón-Mine von Glencore.
Die GfbV kritisiert die anhaltende Abhängigkeit Deutschlands von Kohleimporten aus konfliktreichen Abbaugebieten. „Der Import von Kohle aus Kolumbien stützt ein Geschäftsmodell, das indigene Gemeinschaften verdrängt, ihnen die Lebensgrundlagen nimmt und Ökosysteme zerstört. Solange Deutschland diese Kohle importiert steht die Bundesregierung mit in der Verantwortung“, sagt Königshausen.
Die Bundesregierung spreche zwar von nachhaltiger Transformation, halte aber gleichzeitig an Lieferketten fest, die Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen auslagern. „Eine gerechte Energiewende beginnt nicht in Deutschland, sondern mit Landrechten, Entschädigung und echter Mitsprache indigener Gemeinschaften in den Abbaugebieten“, betont der Menschenrechtsreferent.
Sie erreichen Jan Königshausen unter j.koenigshausen@gfbv.de oder 0551/49906-14.
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