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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

26. Jahrestag des Völkermordes von Srebrenica (11.7.): Überlebende wollen endlich die Wahrheit erfahren

26. Jahrestag des Völkermordes von Srebrenica (11.7.):

  • Überlebende wollen endlich die Wahrheit über den Verbleib ihrer Angehörigen erfahren
  • Weiter Leugnung des Genozides und Verherrlichung der Kriegsverbrecher in der Republika Srpska und Serbien
  • 19 kürzlich identifizierte Opfer werden im Rahmen einer Zeremonie beigesetzt

Anlässlich des 26. Jahrestages des Völkermordes in Srebrenica am 11. Juli kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die fortdauernde Leugnung dieses Genozides im Osten Bosniens und die Verherrlichung der Kriegsverbrecher in der Republika Srpska und Serbien. „Die serbische Führung und die Republik Srpska handeln Hand an Hand mit Tätern von damals und denen, die den Genozid leugnen“, erklärt Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. „Dabei wollen die Überlebenden nur die Wahrheit erfahren über das Schicksal ihrer ermordeten Ehemänner, Geschwister und Kinder. Stattdessen werden die Verbrechen relativiert und geleugnet.“

Obwohl hunderte Massengräber gefunden und tausende Opfer beigesetzt wurden, leugneten die politische Führung Serbiens und der Republika Srpska den Völkermord weiterhin. „Die Prozesse in Den Haag haben umfangreiche Beweise zutage gefördert. Dabei ist immer deutlicher geworden, dass Serbien direkt an den Verbrechen mitgewirkt hat“, so Causevic. „Der neue Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien, Christian Schmidt, muss hier schleunigst aktiv werden. Ein Gesetz, das die Leugnung des Völkermordes und die Verherrlichung verurteilter Kriegsverbrecher in Bosnien untersagt, muss er gegen jeden Widerstand in Kraft setzen.“ Dies würde die Bedeutung des Rechtsstaats in einer Post-Genozid-Gesellschaft untermauern und den Weg zu einer opferorientierten Rechtsprechung ebnen. Zudem würden so Aufarbeitungsprozesse und damit nachhaltige Versöhnung möglich. „Auch Deutschland und Europa sind hier in der Pflicht: Im Interesse kommender Generationen dürfen wir die Gestaltung der Zukunft des Westbalkan nicht den Kriegsverbrechern von damals und den Genozid-Leugnern von heute überlassen“, fordert Causevic.

Bis heute wurden 570 Massengräber mit sterblichen Überresten der Ermordeten gefunden. Wie viele noch nicht entdeckt wurden, weiß niemand. Im vergangenen Jahr konnten die sterblichen Überreste von 19 Völkermordopfern identifiziert werden. Mit ihrer Bestattung im Rahmen einer Gedenkfeier am Jahrestag werden auf dem Friedhof in Potocari 6.671 Genozid-Opfer liegen. Weitere 237 wurden auf Wunsch ihrer Familien auf anderen Friedhöfen beigesetzt.

Für den alljährlichen Friedensmarsch am Jahrestag haben sich trotz der pandemiebedingten Einschränkungen etwa 2.500 Menschen angemeldet. Einige von ihnen brechen in Sarajevo auf, andere in Zepa. Der Großteil wird in Nezuk losgehen.

In der Woche ab dem 11. Juli 1995 ereignete sich in und um Srebrenica das schlimmste Massaker auf europäischem Boden seit 1945. Unter Führung der inzwischen wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten serbischen Führung marschierten bosnisch-serbische Soldaten und Milizen in die UN-Schutzzone ein und ermordeten innerhalb weniger Tage mehr als 8.000 muslimische (bosniakische) Jungen und Männer.

Sie erreichen Jasna Causevic unter j.causevic@gfbv.de oder 0551/49906-16 und Belma Zulcic, Leiterin der GfbV-Sektion Bosnien und Herzegowina, unter 00387/61220883.

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