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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Siemens: Aboriginal People widersprechen Kaeser

- Siemens-Hauptversammlung droht turbulent zu werden

- Aboriginal People haben Adani-Projekt nicht zugestimmt und entsenden Vertreter nach München

- Australische Firmen lernen aus Siemens-Imageschaden

Göttingen/München, den 3. Februar 2020 --- Australische Aboriginal People haben der Darstellung von Siemens-Chef Joe Kaeser widersprochen, dass sie dem Bau der umstrittenen Carmichael Kohle-Mine des indischen Adani-Konzerns zugestimmt hätten. Darauf hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag hingewiesen. In einem vierseitigen Brief vom 1. Februar 2020, der der Menschenrechtsorganisation vorliegt, werfen die Indigenen dem Münchener Unternehmen vor, ihre Menschenrechte zu missachten und öffentlich irreführende Erklärungen ohne Rücksprache mit den Betroffenen abzugeben.

"Wer sich wie Siemens in seinen Konzern-Grundsätzen der Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit verschrieben hat, sollte sie auch im Alltag umsetzen und die Kritik Betroffener nicht ignorieren", betonte der GfbV-Direktor Ulrich Delius in Göttingen. Die GfbV macht seit Wochen auf die Kritik der indigenen Wangan und Jagalingou an dem Minen-Projekt aufmerksam.

Die Aboriginal People haben gegenüber der Menschenrechtsorganisation angekündigt, einen Vertreter zu den Protesten während der Siemens-Hauptversammlung in München am kommenden Mittwoch zu entsenden. Außerdem hätten die Aboriginal People um einen Termin mit der Siemens-Führung gebeten, um ihre Sicht des Projektes darzulegen. Siemens hält trotz massiver Proteste an der geplanten Lieferung von Signaltechnik für die Bahnstrecke fest, mit der die Kohle zum Verladehafen transportiert werden soll.

"Australische Firmen hingegen haben aus dem Siemens-Debakel gelernt", berichtete die GfbV-Referentin für indigene Völker, Yvonne Bangert. So habe das Bus-Unternehmen Greyhound Australia in der vergangenen Woche angekündigt, seinen Vertrag zum Transport von Arbeitskräften für den Bau der Eisenbahnstrecke zu der Carmichael-Mine nicht über den 31. März 2020 hinaus zu verlängern. Die Firma war in Australien für ihre Unterstützung des umstrittenen Projektes massiv kritisiert worden. Mehrere Dutzend Firmen haben sich nach breiten Protesten in der Öffentlichkeit bereits aus dem Projektes zurückgezogen. "Auch bei Siemens ist es Zeit für ein Umdenken, um den schönen Worten auch Taten folgen zu lassen", forderte Delius.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160 95 67 1403.

Yvonne Bangert erreichen Sie unter y.bangert@gfbv.de oder Tel. 0551 49906-14.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Postfach 2024, 37010 Göttingen
Tel. +49 (0)551 499 06-25, Fax +49 (0)551 58028 presse@gfbv.de - www.gfbv.de/
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