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Der Tagesspiegel: Gesamtmetall fordert Öffnungsklausel für längere Arbeitszeit - Einigung soll vor Ostern stehen

    Berlin (ots) - Kurz vor den ersten Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber vor einer langwierigen Tarifrunde gewarnt und eine Einigung vor Ostern angemahnt. "Eine Hängepartei wie im öffentlichen Dienst kann sich unsere Industrie überhaupt nicht leisten", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser (Montagausgabe). Seine Branche sei anders als der öffentliche Dienst in der Lage, ihre Wertschöpfung ins Ausland zu verlagern. "Solche Entscheidungen sind dann kaum noch rückgängig zu machen." Kannegiesser forderte "eine echte Öffnungsklausel", die es den Betrieben ohne Mitsprache der IG Metall ermöglicht, die Arbeitszeit zu verlängern. "Die Gewerkschaft geht kein Risiko ein, denn dieses Instrument greift nur, wenn zusätzliche Arbeitsplätze entstehen." Es sei nötig, Hindernisse für Neueinstellungen im Inland abzubauen. "Und unser Arbeitszeitregime ist eine Barriere. Deshalb sagen wir: Wenn Ihr zusätzliche Arbeitsplätze schafft, dann arbeiten für eine begrenzte Zeit alle etwas länger." Ein konkretes Lohnangebot wollte der Arbeitgeberchef nicht nennen. "Trotz des relativen Rückgangs der Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren haben wir im internationalen Vergleich immer noch die höchsten Arbeitskosten." Die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre habe dazu geführt, dass "deutlich weniger Arbeitsplätze" verloren gegangen seien, als von beiden Tarifparteien befürchtet worden war. Das Argument, dass mehr Lohn der lahmenden Binnennachfrage einen Schub bringe, wies Kannegiesser zurück. "Von der Gehaltserhöhung bleibt nur ein kleiner Teil für unsere Konsumgüterindustrie", sagte er. "Wer Kaufkraft schaffen will, der muss vor allem sehen, dass die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen kleiner wird."

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