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Der Tagesspiegel: Nahles will sich für das Amt des SPD-Generalsekretärs nominieren lassen

    Berlin (ots) - Berlin - Der Streit um den SPD-Generalsekretärsposten spitzt sich zu. Wie der Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf das Umfeld vom Andrea Nahles berichtet, will sich die Sprecherin der SPD-Linken     gegen den erklärten Willen von Parteichef Franz Müntefering vom SPD-Vorstand für das Amt nominieren lassen. Das Gremium entscheidet am Montag über seine Personalvorschläge an den SPD-Parteitag, auf dem Mitte November in Karlsruhe die komplette Parteiführung gewählt wird. Wie der Tagesspiegel übereinstimmend aus Nahles' Umfeld erfuhr, ist die 35-Jährige fest zur Machtprobe mit Münteferings Favoriten für das Amt des Generalsekretärs, Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel, entschlossen. Ihrer Entscheidung war ein Vier-Augen-Gespräch mit Müntefering am Dienstag vorausgegangen, bei dem keine Einigung zu Stande kam. Bei einer Kampfabstimmung im 44-köpfigen SPD-Vorstand kann Nahles mit dem Rückhalt von mindestens elf Mitgliedern vom linken Parteiflügel rechnen. Ausserdem hatte ihr das reformorientierte SPD-Netzwerk nach der Bundestagswahl Unterstützung zugesagt. Die Netzwerker stellen acht Vorstandsmitglieder. Sympathie für eine Kandidatur von Nahles haben überdies der scheidende Parteivize Wolfgang Thierse und die geschäftsführende Familienministerin Renate Schmidt erkennen lassen. Schmidt sagte dem Tagesspiegel:  "Es wäre gut, wenn wir an dieser Stelle jemanden hätten, der unsere Flanke nach links abdeckt und eine politische Person ist." Allerdings habe Müntefering als Parteichef "selbstverständlich das Recht, eine Person seines Vertrauens vorzuschlagen." Schmidt appellierte an den SPD-Chef, eine "friedliche Lösung zu suchen". Weder Wasserhövel noch Nahles dürften "in irgendeiner Weise demontiert werden". Ob es am Montag überhaupt zur Kampfabstimmung kommt, ist  offen. Die Satzung liesse es auch zu, dass der Vorstand dem Parteitag sowohl Wasserhövel als auch Nahles vorschlägt.

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