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09.08.2003 – 17:33

Der Tagesspiegel

Pressestimmen: zu Gewerbesteuer Die neue Gewerbesteuer macht volkswirtschaftlich keinen Sinn" Freiberufler warnen vor Stellenabbau und Unternehmensschließungen

    Berlin (ots)

Die Ausweitung der Gewerbesteuer auch auf Freiberufler bedroht Arbeitsplätze. Anwälte rechnen wegen der erwarteten Mehrbelastungen mit einem deutlichen Stellenabbau. "Der ohnehin hohe Kostendruck erhöht sich dadurch für uns weiter - viele werden dann ihre Kanzlei zumachen müssen", sagte Dierk Mattik, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins, dem "Tagesspiegel am Sonntag".

    Auch die Architekten sehen starke Einschnitte kommen. "Wir erwarten zusätzliche Kosten", sagte Olaf Bahner vom Bund deutscher Architekten dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Und diese Belastung wird zu einem Stellenabbau führen." Denn - wie Anwälte - können sie diese zusätzlichen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben, weil sie eine gesetzlich geregelte Honorarverordnung haben. Und die Honorare seien zudem seit 1996 schwächer gestiegen als die Lebenshaltungskosten insgesamt. Da habe sich eine Kluft von sechs bis sieben Prozent aufgetan, sagte Bahner. "Es gibt viele Kollegen, die am Existenzminimum arbeiten", sagte Jürgen Rauch, Vize-präsident der Vereinigung freischaffender Architekten. Zusammen mit zusätzlichen Belastungen gebe es daher voraussichtlich für viele nur eine Lösung: "Sie werden den Laden zumachen." Oder sie ziehen so viel Geld wie möglich aus ihrem Geschäft ab. "Das macht volkswirtschaftlich keinen Sinn", sagte Rauch.

    Dabei ist vollkommen unklar, ob die Gewerbesteuer in ihrer neuen Gestalt tatsächlich die 500 bis 600 Millionen Euro Mehreinnahmen einbringen wird, die sich die öffentlichen Kassen davon versprechen. "Das ist Bürokratie pur", kritisierte Hans-Joachim Vanscheidt, Leiter der Steuerabteilung beim Bund der Steuerzahler. Das werde einen erheblichen Mehraufwand kosten, sowohl den Staat über die Bearbeiung zusätzlicher Steuerklärungen als auch für Freiberufler, die zusätzliche Formulare ausfüllen müssen.

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ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

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