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16.02.2017 – 08:50

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

Investitionen für Forschung zu Armutskrankheiten gesunken
DSW: "Mangelnde Finanzierung gefährdet Menschenleben"

Hannover (ots)

Rund drei Milliarden US-Dollar wurden 2015 in die Forschung und Entwicklung zu armutsbedingten Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria investiert. Das sind 68 Millionen US-Dollar weniger als im Vorjahr. Damit sank die Gesamtsumme der Investitionen aus dem öffentlichen Sektor, der Industrie und von gemeinnützigen Organisationen im dritten Jahr in Folge. Diese Zahlen gehen aus der neuen "G-Finder"-Studie hervor, die das unabhängige Institut Policy Cures aus Australien heute veröffentlicht hat.

Aus dem öffentlichen Sektor kamen 1,93 Milliarden US-Dollar. Das entspricht rund zwei Dritteln der gesamten Investitionen. Der Beitrag des öffentlichen Sektors ist damit auf den niedrigsten Stand seit 2007 gefallen. Damals waren es 1,91 Milliarden US-Dollar. Deutschland investierte 2015 51 Millionen US-Dollar - das entspricht einem Anteil von 2,6 Prozent.

Wie in den Jahren zuvor floss der überwiegende Teil der Gelder (71 Prozent) in die Forschung und Entwicklung zu den großen drei Armutskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria. Doch auch hier waren die Investitionen im Vergleich zu 2014 rückläufig. Für Malaria sanken sie um drei Prozent, für Aids sogar um 5,4 Prozent.

Die meisten Todesfälle durch Armutskrankheiten könnten verhindert werden

"Die mangelnde Finanzierung gefährdet Menschenleben", sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW. "Über eine Milliarde Menschen in Entwicklungsländern leiden unnötigerweise an armutsbedingten Krankheiten. Bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten könnten die meisten krankheitsbedingten Todesfälle verhindern. Außerdem fehlt es weiterhin an wirksamen Schutzimpfungen gegen viele dieser Krankheiten. Deutschland ist als Wissenschaftsstandort in der Pflicht, sich stärker für Forschung und Entwicklung zu Armutskrankheiten einzusetzen. Gerade im Hinblick auf die derzeitige G20-Präsidentschaft muss die Bundesregierung ein deutliches Zeichen setzten und andere Länder mitziehen."

Über die DSW

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, allen Menschen - insbesondere jungen Menschen - den Zugang zu Sexualaufklärung und Verhütung zu ermöglichen. Durch unsere Projekte in Afrika wissen Jugendliche, wie sie ihre Gesundheit schützen und ihre Lebensperspektiven selbst verbessern können. In Deutschland, in Europa und in Afrika begleiten wir politische Entscheidungsprozesse in Fragen der Familienplanung und Gesundheit.

Weitere Informationen

   - G-Finder Studie: http://www.policycuresresearch.org/g-finder/
   - 7 Fragen - 7 Antworten zu Armutskrankheiten unter: 
  https://www.dsw.org/7-fragen-7-antworten-zu-armutskrankheiten/ 

Pressekontakt:

Ute Stallmeister
Pressesprecherin
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25
30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-31
E-Mail: ute.stallmeister@dsw.org
Internet: www.dsw.org
Spendenkonto
IBAN: DE5625040066038383800
BIC: COBADEFF250

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