Alle Storys
Folgen
Keine Story von Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. mehr verpassen.

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Schwache Baunachfrage zu Jahresbeginn

Reale Aufträge im Minus, Wohnungsbau und Straßenbau wieder eingebrochen. Umsätze auch – witterungsbedingt – rückläufig.

Das Statistische Bundesamt meldete für das deutsche Bauhauptgewerbe1,2 für den Monat Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales Orderminus von 4,3 Prozent, zum Vormonat3 sogar von 5,1 Prozent. „Die Belebung der Nachfrage des vergangenen Jahres hat sich zu Jahresbeginn leider nicht fortgesetzt. Insbesondere der Straßenbau hat einen erneuten Rückschlag erlitten. Wir hatten erwartet, dass sich – nach Monaten der Talfahrt – das Orderplus von Dezember auch im Januar fortsetzen würde. Schließlich hat die Politik einiges versprochen, aber wie man nun sieht, bleiben die Effekte leider aus.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, die heute veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau.

Die Auftragseingänge im Straßenbau sind im Januar im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat2 um real 18,7 Prozent eingebrochen. Auch für den Wohnungsbau wird ein reales Orderminus2 von 15,5 Prozent gemeldet. Die positive Entwicklung bis Dezember hat sich nicht fortgesetzt, obwohl die Zahl der Baugenehmigungen gestiegen ist. Selbst der Wirtschaftsbau konnte diesmal nicht von einer gestiegenen Nachfrage im Bahn- und Leitungstiefbau profitieren: Der Auftragseingang ist um real4 2 Prozent zurückgegangen.

Müller: „Hinzu kommt, dass die schlechte Witterung zu Jahresbeginn auch die Produktion ausgebremst hat und somit der Umsatz um real 7,5 Prozent zurückgegangen ist. Hiervon sind nahezu alle Bausparten betroffen. Wir sind aber optimistisch, dass die Bauunternehmen die Aufträge, die noch aus dem vergangenen Jahr in der Pipeline sind, abarbeiten können, ohne dass es zum Auftragsstau kommt. Doch die Lage könnte sich schnell wieder ändern. Die durch den Irankrieg gestiegenen Öl- und Gaspreise werden sich auf die Energie- und Rohstoffpreise auswirken – und damit auch auf den Bau.“ Schließlich entfallen 41 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Dieselkraftstoffe, weitere 36 Prozent auf sonstige Mineralölprodukte und 6 Prozent auf Gas. Hinzu kommt, dass im Bauhauptgewerbe mehr als 20 Prozent des Bruttoproduktionswertes auf Materialverbrauch entfallen, das überwiegend energieintensiv produziert und somit auch teurer wird. „Wir hoffen sehr, dass sich die Situation von 2021 bis 2024 nicht wiederholt, als die gestiegenen Energie- und Baumaterialpreise sowie Zinskosten zu deutlich gestiegenen Baukosten geführt haben und die Baunachfrage regelrecht eingebrochen ist. Hier ist die Politik in der Verantwortung, ihre geplanten Projekte auch durchzuführen und sich an den Risiken volatiler Baumaterialpreise bei langlaufenden Bauvorhaben zu beteiligen. Ansonsten werden auch die wirtschaftlichen Effekte, die man sich durch das Sondervermögen versprochen hat, nicht eintreten.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2 kalenderbereinigt | 3 preis-, saison- und kalenderbereinigt | 4 Berechnung des HDB, für diese Bausparte weist das Statistische Bundesamt keinen realen Wert aus

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Britta Frischemeyer
Leitung Presse & Kommunikation
Kurfürstenstraße 129, 10785 Berlin
Telefon 030 21286-229,  britta.frischemeyer@bauindustrie.de, www.bauindustrie.de
Weitere Storys: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
Weitere Storys: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
  • 18.03.2026 – 08:34

    Positiver Start ins Jahr, Unsicherheiten wegen Wetter

    Vorsichtiger Aufwärtstrend: Baugenehmigungszahlen steigen leicht Im Januar 2026 wurden 19.500 Wohnungen bei Neu- und Umbauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden genehmigt. Dies war ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Bei den Genehmigungen für den Neubau von Mehrfamilienhäusern, auf die zwei Drittel des ...

  • 17.03.2026 – 11:36

    Sondervermögen zweckentfremdet

    „Wir müssen benennen, was wir sehen: einen Verschiebebahnhof“ Zur heutigen Mitteilung des ifo Instituts über die Zweckentfremdung des Sondervermögens können Sie BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller wie folgt zitieren: „Heute bestätigt die Wissenschaft, was die Bauindustrie seit knapp einem Jahr wiederholt: Die Mittel des Sondervermögens fließen zwar de ...

  • 06.03.2026 – 08:15

    Mehr Frauen am Bau – BAUINDUSTRIE legt neue Zahlen vor

    Der Bauingenieurberuf erfreut sich großer Beliebtheit – 30 Prozent der Studierenden sind Frauen. Aber auch das Interesse von Frauen an gewerblichen Berufen hat deutlich zugenommen. „Wir freuen uns, dass sich so viele Frauen für den abwechslungsreichen und spannenden Beruf des Bauingenieurs interessieren. Immerhin sind von den ...