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Monster-Pick-Ups aus den USA auf deutschen Straßen: Deutsche Umwelthilfe fordert von der Bundesregierung strengere Zulassungsregeln

Berlin (ots)

  • Wachsende Flut überdimensionierter US-Pick-ups schadet Klima und Verkehrssicherheit: Großteil gelangt über deutsche Einzelgenehmigungen auf europäische Straßen
  • Referentenentwurf zur Überarbeitung der Zulassungsregeln reicht nicht aus: Stückzahlgrenze zu hoch und Einhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards nicht gewährleistet
  • DUH fordert Bundesregierung auf, Einzelgenehmigungen für überdimensionierte US-Pick-ups deutlich strenger zu regulieren

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, im Zuge der Überarbeitung der Verordnung für die Genehmigung und den Betrieb von Fahrzeugen (FGBV) die Zulassung überdimensionierter US-Pick-ups stärker zu regulieren. Aktuell lassen deutsche Behörden diese Fahrzeuge über Einzelgenehmigungen zu, obwohl sie von einzelnen europäischen Sicherheits- und Umweltvorgaben abweichen.

Aus Sicht der DUH steuert der aktuelle Referentenentwurf der Bundesregierung hier nur unzureichend nach: Die Obergrenze von Einzelgenehmigungen für 300 Fahrzeuge eines Typs pro Jahr ist zu hoch und aufgrund fehlender Meldeverfahren und Register nicht nachprüfbar. Die DUH fordert eine deutlich niedrigere und wirksam kontrollierte Stückzahlgrenze, ein zentrales Register für Einzelgenehmigungen sowie verbindliche und überprüfbare Anforderungen an Sicherheit, Abgas- und CO2-Emissionen.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Jedes Jahr gelangen Tausende tonnenschwere und klimaschädliche Monster-Pick-Ups aus den USA über nationale Einzelgenehmigungen deutscher Zulassungsbehörden auf europäische Straßen. Mit ihrem enormen Gewicht und ihren hohen Fronten sind sie lebensgefährlich für andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer - allen voran für Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere Kinder, sowie für Radfahrerinnen und Radfahrer. Die viel zu hoch angesetzte Stückzahlobergrenze, die mangels zentraler Erfassung niemand wirksam kontrollieren kann, ist keine Lösung. Gleichzeitig werden die enormen CO2-Emissionen dieser Spritschlucker nicht einmal konsequent erfasst und gemeldet. Die Bundesregierung muss dieses Schlupfloch jetzt vollständig schließen. Deutschland darf nicht länger Europas Einfallstor für US-Monster-Pick-ups sein."

Die DUH hat über Anträge nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) Einsicht in Prüfberichte zu Einzelgenehmigungen von mehreren Zulassungsbehörden erhalten. Darin werden Anforderungen zum Fußgängerschutz als "nicht anwendbar" ausgewiesen, ohne dass nachvollziehbar dokumentiert wird, wie ein gleichwertiges Schutzniveau gewährleistet werden soll. Die Einhaltung der Abgasvorgaben wird lediglich pauschal bestätigt, ohne dass anhand von Messwerten oder Prüfprotokollen nachvollziehbar wird, wie sie tatsächlich überprüft wurde. Auch Angaben zu CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch fehlen oder sind unvollständig.

Hintergrund:

Wie zentral die Rolle Deutschlands für den europäischen Markt ist, zeigen die Zahlen aus 2024 zu Monster-Pick-ups der Marke RAM: Von rund 5.200 entsprechenden Einzelgenehmigungen in der EU entfielen mit etwa 4.700 rund 90 Prozent auf deutsche Genehmigungsbehörden. Davon wurden rund 3.600 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, während rund 1.000 auf niederländischen Straßen landeten - ein Beleg dafür, dass deutsche Einzelgenehmigungen längst zur Hintertür für den gesamten EU-Binnenmarkt geworden sind.

Link:

Zur DUH-Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMV: https://l.duh.de/p260911

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de

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