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Leistungsdschungel Pflege: Expert:innen fordern radikale Vereinfachung und klare Zuständigkeiten

Leistungsdschungel Pflege: Expert:innen fordern radikale Vereinfachung und klare Zuständigkeiten
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Pressemitteilung

Leistungsdschungel Pflege: Expert:innen fordern radikale Vereinfachung und klare Zuständigkeiten

  • Webinar von Aterima Care mit repräsentativer Umfrage (n=1000) als Datenbasis rückt pflegende Angehörige in den Fokus.
  • Expert:innenrunde benennt Umsetzungslücken im Pflegesystem und fordert radikale Vereinfachung, mehr Orientierung und klare Zuständigkeiten.
  • Im Mittelpunkt stehen zentrale Entlastungshebel: niedrigschwellige Beratung, weniger Bürokratie, Distanzpflege-Realitäten und die Rolle der Arbeitgeber.

Düsseldorf, Juni 2026. 85,7 Prozent aller pflegenden Angehörigen beschreiben ihre Tätigkeit als emotional belastend, 57,2 Prozent haben den Eindruck, Leistungen nicht auszuschöpfen. Im Webinar „Pflege am Limit“ diskutierte Pflege- und Betreuungsanbieter Aterima Care gemeinsam mit Expert:innen, warum Leistungen trotz Anspruch nicht bei Betroffenen ankommen und welche Reformen nötig sind, damit Entlastung im Alltag wirksam wird. Eine repräsentative Umfrage unter 1000 Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen lieferte dafür die Datenbasis.

Hohe Last, geringe Entlastung

Die Umfrage-Ergebnisse zeigen ein Bild starker Überforderung: Lediglich 7,2 Prozent nehmen häusliche Betreuung in Anspruch, obwohl Angehörigenpflege mit 85,7 Prozent von nahezu allen Befragten als emotional belastend beschrieben wurde. Gleichzeitig beeinträchtigt die Pflegesituation Unbeschwertheit, Schlaf, soziale Kontakte und Erholung. Das Kernproblem: 66,3 Prozent der Pflegenden fühlten sich unzureichend informiert, 57,2 Prozent haben den Eindruck, Leistungen nicht auszuschöpfen.

Aterima Care: „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch“

Auf Basis der Daten stellte Peter Blassnigg, Geschäftsführer von Aterima Care, die Perspektive der Beratungspraxis vor: „Die Pflege-Debatte verliert sich zu oft in Zahlen, obwohl hinter jeder Zahl letztendlich ein Mensch steht – und damit meist eine Familie, die versucht, irgendwie zu funktionieren.“ Blassnigg kritisierte zudem, dass Politik und Medien vor allem auf den stationären Bereich blickten, während ein Großteil häuslicher Pflege unter dem Radar bleibe: „Wenn man über die 16% in stationären Einrichtungen spricht, redet man viel zu wenig über die 84% der Familien, die Pflege zu Hause bestreiten.“

Aus der täglichen Praxis beschrieb er den Moment, in dem Pflege plötzlich beginnt – nach einem Sturz, einer Demenzdiagnose oder wenn das Krankenhaus anruft und die sofortige Entlassung anordnet. Sein zentraler Punkt: „Grund für die Überlastung ist nicht, dass Menschen zu bequem werden, sondern dass das System so kompliziert ist. Wir brauchen Koordination, Orientierung und mehr Menschlichkeit.“

Expertenrunde: Beratung, Komplexität, Distanzpflege, Rolle der Arbeitgeber

In der anschließenden Expertenrunde diskutierten Peter Blassnigg, Mona Griesbeck (Care & Work), Martin Killimann (VdK Deutschland), Thomas Greiner (Arbeitgeberverband Pflege) und Rainer Stadler (Politikressort Süddeutsche Zeitung) mit Fokus auf die Frage der Umsetzung besserer Maßnahmen. Greiner forderte radikale Vereinfachung: „Das System in dem wir arbeiten, das ist einfach überkomplex. Wir haben eine Riesenzahl von Playern, die involviert sind: Bund, Länder, Kassen, Heimaufsichten – das ist für die meisten Menschen nicht mehr durchschaubar.“ Killimann plädierte für klare Zuständigkeit: „Es gibt viel zu viele Akteure – alle sind verantwortlich und damit ist keiner verantwortlich. Wir als VdK sagen, wir brauchen einen Akteur und sehen ganz klar die Kommunen in der Verpflichtung.” Griesbeck sprach über die Realität der Distanzpflege: international arbeitende Familien stünden vor zusätzlichen Schwierigkeiten in der Versorgung. Stadler kritisierte die fehlende Präsenz pflegender Angehöriger: „Pflegende Angehörige sind eine riesige Masse an Menschen, auf die wir dringend angewiesen sind, die aber keinerlei Stimme haben in der Öffentlichkeit.“

Von der Theorie zum Handeln

Das Webinar zeigte: Zwischen Leistungsanspruch und tatsächlichem Zugang klafft häufig eine Lücke. Informationen, Beratung und Koordination sind vorhanden oder vorgesehen, kommen im Alltag der Betroffenen aber oft zu spät oder gar nicht an.

Zentrale Forderungen

  • Pflegeberatung massiv stärken und niedrigschwellig gestalten: bessere, leichter zugängliche Beratung für pflegende Angehörige als fester System-Bestandteil.
  • Bürokratie und Komplexität senken: Leistungen dürfen nicht davon abhängen, ob Angehörige Formulare, Anträge und Systemlogik beherrschen.
  • Arbeitgeber stärker in die Verantwortung nehmen: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege als arbeitsweltliches Thema, nicht als individuelles Organisationsproblem.
  • Debatten-Fokus verschieben: häusliche Pflege stärker sichtbar machen, statt Maßnahmen primär um stationäre Pflege kreisen zu lassen.

Aterima Care

Aterima Care ist ein europaweit tätiger Anbieter für häusliche Alltagsbegleitung und Pflegeberatung. Das Unternehmen ermöglicht pflegebedürftigen Menschen ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause – durch individuelle Betreuungskonzepte, transparente Beratung und ein großes regionales Netzwerk aus medizinischem und pflegerischem Fachpersonal. Im Mittelpunkt von Aterima Care stehen qualifizierte AlltagsbegleiterInnen sowie ein spezialisiertes Pflegefachteam. Das Franchisesystem existiert seit 2021 als Teil der Unternehmensgruppe Grupa Aterima und besteht aus einem wachsenden Standortnetz von über 50 regionalen Partnern. Mehr Informationen unter https://aterima-care.de/

Pressekontakt

The Medical Network GmbH

E-Mail: aterimacare@themedicalnetwork.de

Tel. (Peter Blassnigg): +49 151 463 315 02

Verantwortlich:
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Geschäftsführer: Oliver Struckmeier
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