Fahrgastverband PRO BAHN e. V.
Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt Forderung nach einheitlichem Deutschlandticket mit Lichtbild
Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt Forderung nach einheitlichem Deutschlandticket mit Lichtbild
Der Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt die Forderung nach einem einheitlichen Deutschlandticket mit Lichtbild und kritisiert die ablehnende Haltung des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Beispiele aus den Nachbarländern zeigen auf, wie einfach es gehen könnte. Das provinzielle Kirchturmdenken von Verkehrsbetrieben und -verbünden führt heute zu vielen Problemen. Ein zweiter großer Wurf, die Einführung einer persönlichen ÖV-Kundenkarte mit Lichtbild, hebt große Einsparungspotenziale und erhöht die Sicherheit.
Der Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt die Forderung nach einem optisch einheitlichen Deutschlandticket mit Lichtbild ausdrücklich. Die Stellungnahme des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zeigt wiederum eine mangelnde Mitwirkungsbereitschaft. Die Branche muss in die Zukunft blicken und darf nicht auf einer historisch erklärbaren, aber nicht mehr zeitgemäßen Lösung beharren. Der Verweis auf den technischen Kopierschutz namens „Motics“ löst das Problem nicht, es braucht eine zukunftsorientierte Lösung, die auch ein Foto auf der Kundenkarte ermöglicht.
Professor Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, erläutert: „Wir kritisieren den doppelten Aufwand bei der Fahrkartenkontrolle – Ticket plus Personalausweis – bereits seit Langem. Das gilt nicht nur für das Deutschlandticket, sondern ebenso für die BahnCard. Die zusätzliche Ausweiskontrolle kostet das Zugpersonal bei jedem einzelnen Fahrgast unnötig Zeit und Nerven.“
Der VDV verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass über 60 Prozent der Deutschlandtickets als Barcode auf Smartphones ausgegeben werden und dort die Integration eines Fotos „weder möglich noch nötig“ sei. Dem widerspricht der Fahrgastverband PRO BAHN entschieden: Das ist eine Erklärung für das bestehende System, deren Wurzeln 20 Jahre alt sind. Man muss gar nicht in das europäische Ausland blicken – bereits heute gibt es Deutschlandtickets, die mit Lichtbild ausgegeben werden. Aber auch die europäischen Nachbarn machen es im öffentlichen Verkehr vor. Der Schweizer SwissPass enthält ein Lichtbild des Inhabers und funktioniert als einheitliches, verkehrsträgerübergreifendes Ticket- und Ausweisdokument für den gesamten öffentlichen Verkehr der Schweiz. In Tschechien leistet die InKarta dasselbe. Beide Systeme, die auf einem Kundenkonto, welches im ganzen Land gilt, basieren, zeigen seit Jahren, dass die Integration eines Fotos in Kombination mit Barcodes oder Chipkarten technisch problemlos umsetzbar ist – auch digital. Auch könnten die Fotos in Deutschland auf die bestehende Chipkarte geladen werden. Ein solches System wird zudem die Bürokratie und Vertriebskosten deutlich reduzieren und den Fahrgästen einen einfacheren Zugang zum öffentlichen Verkehr geben.
Die Ursache für die jetzigen Probleme liegt in der zersplitterten Struktur des deutschen ÖPNV-Ticketings, die dem Kirchturmdenken vieler einzelner Verkehrsbetriebe und -verbünde geschuldet ist.
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert:
- Eine bundesweit einheitliche Kundenkarte für den öffentlichen Verkehr mit integriertem Lichtbild, auf die unter anderem das Deutschlandticket geladen werden kann und die zusätzliche Ausweiskontrollen erübrigt.
- Dieser Kundenkarte kann dann auch die BahnCard zugeordnet werden, denn für die gilt dasselbe Problem.
- Ein Ende des Kirchturmdenkens im deutschen ÖPNV-Ticketing zugunsten einer einheitlichen, sicheren und fahrgastfreundlichen Lösung, die bundesweit gültig ist und erhebliches Einsparpotenzial für die Branche hat.
„Die Verkehrsbranche darf sich nicht länger hinter technischen Ausreden verstecken, um den Status quo zu bewahren. Vielmehr muss ein Ruck durch die Branche gehen und die Basis für eine digitale, sichere Zukunft gesetzt werden“, mahnt Jörg Bruchertseifer, Tarifexperte des Fahrgastverbands PRO BAHN. Lukas Iffländer ergänzt: „Zum Aufbrechen der alten Strukturen müssen alle an einem Strang ziehen und nicht durch mangelnde Mitwirkungsbereitschaft auffallen.“
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