Lang lebe Schweden!
Wäre Deutschland wie Schweden, würde jedes Jahr statistisch gesehen 34.864 Menschen weniger sterben. Was macht Schweden anders?
Berlin (ots)
In Schweden rauchen nur noch etwa fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Damit gilt das Land nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO praktisch als rauchfreies Land. Der geringe Anteil an Rauchern ist auch im internationalen Vergleich beeindruckend: In der EU etwa liegt die durchschnittliche Quote bei Raucher:innen noch bei 23 Prozent.
Die nur noch verschwindend kleine Raucherquote Schwedens ist das Ergebnis eines ganzen Bündels von Maßnahmen. Zuerst hat das Land bereits 1993 das Rauchen am Arbeitsplatz verboten, Restaurants folgten 2005. Ab 2019 gilt auch vor Restaurants und Bars sowie auf Spiel- und Sportplätzen und Bushaltestellen ein Rauchverbot.
Als Alternative zu Rauchwaren setzt Schweden auf Nikotinersatzprodukte - tabakfreie Beutel oder Pouches, die man sich hinter die Lippe schiebt, sowie Vapes und E-Zigaretten.
In Deutschland sind nach den neuesten verfügbaren Zahlen im Jahr 2023 rund 131.000 Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben. Dabei gelten Krebs, Herz‑Kreislauf- und Atemwegserkrankungen als tabakbedingte Erkrankungen. Krebserkrankungen machen mit 42 Prozent die größte Gruppe aus, etwa ein Drittel entfällt auf kardiovaskuläre Erkrankungen und ein Viertel auf Atemwegserkrankungen. Das sagt der vom Deutschen Krebsforschungszentrum dkfz und der Deutschen Krebshilfe herausgegebene Tabakatlas Deutschland 2025. Diese 131.000 gestorbenen Menschen entsprechen damit jedem siebten Todesfall in Deutschland.
In Schweden gibt es nur rund 8.700 tabakbedingte Todesfälle pro Jahr. Die Rate der tabakbedingten Todesfälle pro 100.000 Einwohner:innen liegt in Deutschland bei etwa 158, in Schweden ist die Zahl mit 83 nur gut halb so groß. Dieser Unterschied lässt sich zum guten Teil direkt auf die geringere Raucherquote in Schweden zurückführen, wo viele Menschen auf Nikotinbeutel und andere Nikotinersatzprodukte umgestiegen sind. Offensichtlich verringert das die gesundheitlichen Risiken im Vergleich zum Rauchen deutlich.
Das Rauchen ist dabei einer der Faktoren, neben der Gesundheitsversorgung und der Ernährung, die bei den Schweden für eine längere Lebenserwartung sorgt: Männer leben dort im Schnitt 82,8 Jahre, Frauen sogar 85,5 Jahre. In Deutschland ist das weniger: Männer: 80,4 Jahre,
Frauen: 84,6.
Eine umfangreiche Studie des schwedischen Forschungsunternehmens Lakeville hat auf Basis statistischer Daten von Eurostat untersucht, wie sich die Nutzung von Nikotinersatzprodukten auf die Gesundheit auswirkt – und damit auf das Ziel, möglichst lange zu leben und dabei möglichst lange gesund zu bleiben.
Der Wettbewerb Rauchen vs. Pouchen hat einen klaren Sieger
Rauchen verringert die Lebenserwartung. Raucher:innen sterben im Schnitt sieben bis zwölf Jahre vor Nichtrauchern. Aber das ist nicht die einzige Nebenwirkung. Raucher:innen verbringen deutlich mehr Jahre mit chronischen Erkrankungen und körperlichen Gebrechen. Und wenn sie was haben, eine Erkältung oder eine Schnittwunde zum Beispiel, dauert der Heilungsprozess länger. All das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern schränkt auch das soziale und berufliche Leben ein.
Die Studie von Lakeville zeigt, dass der Konsum von Nikotinersatzprodukten eine dramatische Reduktion von rauchbedingten Todesfällen um bis zu 61 Prozent mit sich bringt – rein rechnerisch also die bereits erwähnte Zahl von 34.864 Menschen, die nicht jedes Jahr an den Folgen des Rauchens sterben.
Warum Ersatzprodukte in Wirklichkeit ein Gewinn sind
Nikotinersatzprodukte wie Nikotinbeutel oder E-Zigaretten bedeuten im Vergleich zu brennendem Tabak in Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen einen erheblichen Gewinn für die Gesundheit. Der Rauch einer Zigarette enthält mehr als 7.000 chemische Verbindungen, die beim Verbrennen von Tabak und Zusatzstoffen entstehen. 250 davon gelten als schädlich oder gefährlich, 69 gar als krebserregend.
Beim Konsum von Nikotinersatzprodukten entstehen diese Stoffe nicht. Studien zeigen deshalb, dass der Umstieg auf Nikotinersatzprodukte das Risiko für tabakbedingte Krankheiten erheblich reduziert und so zu einer besseren Lebensqualität und einer verlängerten Lebenserwartung führen kann.
Nikotin, auch in Darreichungsformen wie Nikotinbeuteln oder E-Zigaretten, ist auch ohne Verbrennungsrückstände nicht ungefährlich. Nikotin wirkt auf das zentrale Nervensystem. Es erhöht die Herzfrequenz und steigert den Blutdruck – beides ist für einen Körper nicht wirklich gesund. Dass Nikotin aber wie Zigaretten tatsächlich das Leben verkürzt – dafür gibt es offenbar keine handfesten Beweise, auch das ist ein Ergebnis der Lakeville-Studie.
Wer es also, zum Beispiel als Deutsche:r, so machen will wie die Schweden, die oder der steigt besser auf Nikotinersatzprodukte um und senkt damit das Risiko einer schweren oder gar tödlichen Erkrankung deutlich. Durch Pouches jedenfalls wird die Longevity kaum negativ beeinflusst.
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