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Spätsommer in der Bretagne: Vom Goldstrand ins Moor

Spätsommer in der Bretagne: Vom Goldstrand ins Moor
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6 Küstenorte in der Bretagne, die man zum Herbstanfang fast ganz für sich hat

Die Nächte sind wieder kühler, die Touristinnen und Touristen werden weniger, das Meer ist schon einen Ticken frischer: Der September ist die ideale Reisezeit für alle, die die Bretagne in aller Ruhe entdecken und genießen wollen. Denn in der entspannten Trägheit des Spätsommers sind die Wanderwege und die Sandstrände leerer, während atlantisches Licht die Landschaft sanft in goldene Nuancen taucht. Der perfekte Moment, um in aller Ruhe Neues auszuprobieren: Von sportlich bis kreativ – hier stellen wir sechs Küstenorte rund um die Bretagne vor, in denen man den Spätsommer ganz wie die Bretoninnen und Bretonen zelebrieren kann.

Kunsthandwerk und Kuriositäten in Audierne

Fröhlich belebte Hafenkais und drei scheinbar endlose Strände säumen die Bucht des Städtchens Audierne. Mit ihrem hellen Sand sind sie im Sommer der Anziehungspunkt für Touristinnen und Touristen. Wenn es nicht mehr ganz so heiß ist, lohnt sich auch ein Abstecher in den gemütlichen Ortskern, der vor allem für Fans von Kunsthandwerk und schönen Dingen immer eine zuverlässige Empfehlung ist. Denn in dem kleinen Ort ganz im Westen der Bretagne reihen sich einige sehenswerte Ateliers und Studios aneinander. So zum Beispiel das Atelier TER ganz in der Nähe des Hafens, in dem Patricia Vieljeux, Gérard Réquillard und Jean-Marc Fondimare Keramik herstellen und verkaufen: Küchenware, Vasen, Leuchten und Deko-Objekte aus Steingut oder Porzellan, von minimalistisch bis außergewöhnlich. Bei Jocelyne Rocher-Jublanc im Atelier de la nacre gibt es Schmuck zu kaufen, der seine Inspiration im Ozean findet: Jocelyne fertigt Ketten, Ohrringe, Armbänder und vieles mehr aus den Schalen von Seeohren und Austern, die sie bei Fischern und Züchtern in der Region sammelt. Das Ergebnis sind zart schillernde Schmuck-Kunstwerke. Ein weiterer Kreativer, Jean-Christophe Lagarde, lädt dazu ein, in seinem Atelier du 5 selbst zur Nadel zu greifen: Der Stickkünstler bietet Kurse für Kinder und Erwachsene an. Stickkurse gibt es auch bei Nathalie Dentzer bei La Libellule Singulière. Hier lohnt sich auch ein Blick in die kunterbunte Welt des Ladens mit seinen Kuriositäten aus vergangenen Zeiten, altem Spielzeug, Dekoartikeln, Büchern und Verrücktem.

Fréhel: Wassersport zum Genießen am goldenen Pinienstrand

Wer sich statt für Künstlerisches eher für Bewegung begeistern kann, der ist in Fréhel im Norden der Bretagne richtig. Hier erstreckt sich der kilometerlange weiße Strand Sables-d’Or-les-Pins – goldener Sand und Pinien: Wenn ein Ort schon so heißt, kann es nur gut werden. Im September wird hier der Rhythmus langsamer, das Licht sanfter und der langgezogene Strand zum perfekten Ort, um Sportarten wie das Strandsegeln auszuprobieren. Im Wasser kann man sich an Paddle-Yoga versuchen: Yoga-Posen auf einem Surfboard, die Aussicht schöner als in jedem Studio. Genauso gut abschalten kann man beim Aqua Walking, bei dem man Ausdauer und Koordination trainiert. Wer lieber trocken bleiben möchte, kann bei einem Spaziergang am Strand Richtung Osten mit Blick auf die Steilklippen des Cap Fréhel die frische Meeresluft genießen und sich daran erfreuen, den weißen Sand im Spätsommer fast ganz für sich zu haben.

Das bretonische Surferparadies Locquirec

Locquirec liegt auf einer Landzunge und kann deshalb mit rund 20 Kilometern Küste in fast alle Himmelsrichtungen aufwarten. Hier weht der Wind deshalb immer irgendwo aus der richtigen Richtung, was Locquirec zu einem der beliebtesten Surfspots der Bretagne macht. Das gemütliche Seebad aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, dessen Strandpromenade mit weißen Villen gesäumt ist, zählt zudem ganze neun Strände. Da diese sehr flach sind, sind hier auch Surfanfängerinnen und -anfänger an der richtigen Stelle. Die zwei Surfschulen des Ortes, Surfing Locquirec und Vagabond Surf School, bieten Kurse für Erwachsene und Kinder an, in der Gruppe oder individuell. Wer sich noch nicht ans Surfen traut, kann auch Stand-Up-Paddling oder Paddle Yoga-Kurse buchen.

Goldener Herbst beim Strandfischen in Pénestin

Pénestin, ganz im Südosten der Bretagne gelegen, ist für seinen Goldminenstrand, la Plage de la Mine d’Or, bekannt, an dem früher tatsächlich Gold geschürft wurde: Der zwei Kilometer lange Strand ist von bis zu 15 Meter hohen, goldleuchtenden Klippen gesäumt. Im sanften Licht des Spätsommers und Frühherbst strahlen sie in besonders warmen Tönen. Ein goldenes Panorama für Spaziergänge am Strand oder gemeinsames Strandfischen mit der Familie: Mit Gummistiefeln und Netzen ausgerüstet geht es bei Ebbe durch das Watt und das flache Wasser auf der Suche nach Meerestieren und kleinen Fischen. Das lohnt sich besonders bei Springtiden, wenn der Unterschied zwischen Ebbe und Flut am größten ist. Dann zieht sich das Meer bei Ebbe so weit zurück wie sonst nie und lässt somit eine größere Fläche zum Erkunden zurück. Im September werden Springtiden vom 11. bis 13. sowie vom 27. bis 29. erwartet.

Weiße Camargue-Pferde im Quellen-Moor bei Trébeurden

Nicht weit von der Küste, aber plötzlich eine ganz andere Welt: Das Marais du Quellen bei Trébeurden ist nur durch einen Dünenstreifen vom Meer getrennt und bietet unzähligen Tieren- und Pflanzenarten ein ungestörtes Zuhause. Das 22 Hektar große Naturschutzgebiet beheimatet auch eine Tierart, die eigentlich ganz woanders in Frankreich zu Hause ist, nämlich Camargue-Pferde. Die weißen Kleinpferde tragen zur natürlichen Balance des Sumpfgebietes bei: Von den über 340 Pflanzenarten gehen die wuchsstarken Sorten durch das Weiden der Pferde zurück und machen Platz für seltenere Arten. Wer einen Blick auf die Camargue-Pferde erhaschen will, kann auf einem markierten Wanderweg das Moor erkunden. Im September ist er weniger besucht, weshalb Wanderinnen und Wanderer die Ruhe des Ortes noch besser aufsaugen können. Der Weg führt vorbei an Schilfgürteln, Granitfelsen und Feuchtwiesen, die den Eindruck erwecken, dass das Meer ganz weit weg ist.

Vögel beobachten und Paddeln mit Aussicht: Natur pur in Fouesnant

Ein weiterer Tipp für alle, die gerne im Grünen sind: Fouesnant im Süden der Bretagne wartet mit insgesamt 300 Hektar Naturschutzgebiet auf, die von einer außergewöhnlichen Artenvielfalt bevölkert werden. In den Sümpfen von Mousterlin leben unzählige Vogelarten und insbesondere im September und im Oktober herrscht hier tierischer Hochbetrieb. Denn dann ist Hochsaison für Zugvogel, die sich auf ihrer Reise in den Süden hier für eine Weile niederlassen, um sich auszuruhen. Von zwei unauffälligen, aber leicht zugänglichen Holzhütten können Hobby-Ornithologen in aller Ruhe die Vögel beobachten, ohne diese zu stören – ausgerüstet mit Fernglas und ein bisschen Geduld. Wer diese nicht hat und sich lieber bewegen will, der findet im Naturschutzgebiet Mer Blanche – dem weißen Meer – ausreichend Möglichkeiten. Der Binnenmeerarm ist von einer sich durch die Gezeiten stetig ändernden Landschaft umgeben und lädt mit seinen ruhigen Gewässern dazu ein, verschiedene Wassersportarten wie Kayak oder Stand-Up-Paddling auszuprobieren.

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