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Sommer in den Häfen der Bretagne: 6 Tipps entlang Frankreichs westlicher Halbinsel

Sommer in den Häfen der Bretagne: 6 Tipps entlang Frankreichs westlicher Halbinsel
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Sommer in den Häfen der Bretagne: 6 Tipps entlang Frankreichs westlicher Halbinsel

Die Bretagne und das Meer sind untrennbar miteinander verbunden. Es sind die Gezeiten, die den Rhythmus des Alltags auf der atlantischen Halbinsel ganz im Westen Frankreichs bestimmen. Das bretonische Herz schlägt im Takt des Meeres. Ob Segelsport oder Küstenfischerei – damals wie heute spielt die Seefahrt eine zentrale Rolle im Leben vieler Bretoninnen und Bretonen. Kein Wunder also, dass sich an der bretonischen Küste unzählige Häfen finden – vom kleinen Jachthafen mit einem Meer aus Segelmasten, die im Wind läuten wie ein maritimes Glockenspiel, bis zum größten Frischfischhafen Frankreichs. Sie alle erzählen ihre Geschichten: von kühnen Seefahrerinnen und Seefahrern, von Innovation und Wandel und von einer Region, die die salzige Luft zum Atmen braucht.

Eintauchen in die Welt der Fischerinnen und Fischer in Le Guilvinec

Frankreichs größter Hafen für Frischfisch in Le Guilvinec im Südwesten der Bretagne ist eine Einladung in die Welt der Fischerei. Hier wird Fischerei zum Erlebnis für Klein und Groß: Wie kommt der Fisch eigentlich auf unseren Teller und wie können wir alle mithelfen, das Ökosystem unserer Weltmeere im Gleichgewicht zu halten? Im Fischerei-Entdeckungszentrum Haliotika gibt es an Bord der Bara Breizh, einem original nachgebauten Hochseeschiff, die Antworten: Kojen, Kombüse, Fischladeräume und vieles mehr können hier erkundet werden und auf der Kommandobrücke erleben Besucherinnen und Besucher virtuell 24 Stunden auf hoher See – im ersten Licht des Tages und bei stürmischer See. Unbedingt auf der Panoramaterrasse des Hafens stehen sollte man ab 16 Uhr: Denn dann kommen die Kutter der Küstenfischer zurück und entladen ihren Tagesfang, der anschließend in der Fischhalle an die Händler und Restaurants der Region und überall in Frankreich verkauft wird. Besonders spannend sind die Führungen durch die Fischhalle, die von Haliotika in den Sommermonaten jeden Donnerstag sogar auf Deutsch angeboten werden. Außerhalb der Hochsaison sind sie auf Anfrage möglich. Haliotika.com

In Le Guilvinec werden jedoch nicht nur Fische gefangen. Scarlette Le Corre, Frankreichs erste Fischereikapitänin, ist bekannt für ihre Algenspaziergänge, bei denen die Gäste gemeinsam mit ihr essbare Algen im Watt entdecken und sammeln, im Anschluss werden daraus zusammen leckere Gerichte gekocht. Ihre Passion für das Gemüse teilt Martin Loss: Nachdem er zwölf Jahre für internationale Tech-Konzerne gearbeitet hatte, wanderte der Deutsche mit seiner Familie in die Bretagne aus und entdeckte die Welt der Algen für sich. Heute ist er Experte und bietet von April bis Oktober geführte Touren ab Le Guilvinec an, bei denen er erklärt, wie essbare Algen wachsen, wie man sie erkennt und nachhaltig erntet. Mehr zu Scarlette und Martin ist unter alguerie.com und malobhc.eu/de/algen-erleben/ zu finden.

Wo der Atlantik mit dem Golf tanzt: Port Crouesty und Port Navalo in Arzon

Gleich zwei Häfen hat Arzon im Süden der Bretagne zu bieten. An der Spitze der schmalen Halbinsel Rhuys, die den sonnigen Golf von Morbihan vom rauen Atlantik trennt, liegen Port Crouesty und Port Navalo. Die beiden Häfen bilden gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Locmariaquer das schmale Tor zum Golf von Morbihan. Während der Hafen von Crouesty erst 1974 erbaut wurde und heute der größte Jachthafen der Bretagne ist, blickt der im 19. Jahrhundert als Fischereihafen gegründete Hafen von Navalo auf eine deutlich längere Geschichte zurück. Heute ist er mit seinem markanten Leuchtturm mit dem grünen Dach zu einem beliebten Fotomotiv geworden. Noch schöner ist nur der Blick vom Hafen aufs Meer: Denn die Gezeitenströmungen sind hier besonders stark, muss sich doch der weite Atlantik im Takt von Ebbe und Flut durch das nur 900 Meter kleine Nadelöhr zwischen Arzon und Locmariaquer zwängen. Die unzähligen Blautöne des Meeres tanzen eng umschlugen miteinander, das Farbenspiel changiert sekündlich. Trotz der starken Strömungen ist die Gegend aber nicht für raues Wetter bekannt. Ganz im Gegenteil: Mit mehr als 2.000 Sonnenstunden im Jahr kann es der Golf von Morbihan locker mit Südfrankeichs Küste aufnehmen.

Der Hafen von Bénodet: Wo Frankreichs schönster Fluss auf den Ozean trifft

In Bénodet ist der Name Programm, denn der bretonische Ursprung des Küstenortes bedeutet nicht weniger als „Mündung des Odet“, ben odet. Diesem eilt der Ruf als Frankreichs schönster Fluss voraus und wer sieht, wie er sich zwischen Herrenhäusern, Schlössern, Wäldern und unberührten Buchten zum Atlantik schlängelt, weiß schnell, was gemeint ist. Ans Ufer der Mündung schmiegt sich Bénodet, direkt gegenüber liegt der kleine Ort Sainte-Marine. Verbunden werden die beiden durch eine Fähre, von der sich eine einmalige Aussicht auf den Fluss und den sich dahinter erstreckenden Ozean bietet. In Bénodet verstecken sich gleich zwei Häfen: Der alte Hafen, von dem schon im Mittelalter Handelsschiffe beladen mit Fisch und Wein in die Städte der Altantikküste wie beispielsweise La Rochelle aufbrachen, und der Jachthafen, der mehreren hundert Booten Platz bietet. Er passt zu Bénodets Geschichte als elegantes Seebad, denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der kleine Ort zu einem beliebten Reiseziel für die französische Bourgeoisie. Stilvolle Villen und Hotels sowie die weitläufige Strandpromenade erzählen noch heute von dieser Zeit.

UNESCO-Weltkulturerbe im Hafen von Camaret-sur-Mer

Tief im Westen der Bretagne, an der Spitze der Halbinsel Crozon, liegt Camaret-sur-Mer. Das bretonische Wort „kameled“, aus dem sich der Name des Städtchens entwickelt hat, bedeutet „geschwungener Hafen“ und zeigt, wie lange die Fischerei dort schon eine zentrale Rolle spielt. Zuerst machte sich Camaret-sur-Mer als Sardinenhafen, später als Langustenhafen einen Namen. Heute ist der Ort mit seiner hübschen Promenade vor allem für den sechseckigen Turm bekannt, der ihn zum Meer hin bewacht. Zwischen den zwei Jachthäfen der Stadt liegt er auf einer kleinen Insel, die über einen langen Damm mit dem Festland verbunden ist. Erbaut von keinem geringeren als Sébastian Vauban, dem berühmten Festungsbauer und Star-Architekten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert, zählt er seit 2008 gemeinsam mit elf anderen Festungsanlagen Vaubans in Frankreich zum UNESCO-Weltkulturerbe. Er ist auch unter dem Namen „goldener Turm“ bekannt, was auf seine im Sonnenlicht kupfergoldene Farbe zurückzuführen ist.

Postkartenidylle im Hafen vom Clohars-Carnoët

Eingerahmt von einem roten und einem grünen Leuchtturm schmiegt sich der Hafen von Doëlan in eine der Rias, von Meerwasser überflutete Flussmündungen, für welche die bretonische Südküste rund um Clohars-Carnoët bekannt ist. An den grünen Ufern reihen sich weiße Häuschen mit blauen Fensterläden aneinander, im Wasser wippen die Segelboote – mehr bretonische Idylle geht nicht. Die pittoreske Aussicht inspirierte schon einen der berühmtesten französischen Künstler: Paul Gauguin verbrachte viel Zeit in Le Pouldu, das zu Clohars-Carnoët gehört. Seit Kurzem zeigt dort ein immersives Museum Leben und Werk Gauguins sowie das vieler Künstlerkollegen, die ebenfalls in den bretonischen Landschaften Inspiration fanden. Clohars-Carnoët ist auch als Fischerhafen bekannt: Im 19. Jahrhundert erlebte er seine Hochphase als Fischerei- und Handelszentrum und auch heute noch gehört er zu den wichtigste Häfen der Bretagne. Das zeigt sich insbesondere am Nachmittag, wenn die Kutter der Küstenfischer in den Hafen zurückkehren und sich am rechten Ufer die Stände der Fischhalle füllen. Frischer geht’s nicht – auch für Besucherinnen und Besucher ein Tipp, um abends in der Ferienwohnung ein leckeres Fischgericht aus dem Fang des Tages zubereiten zu können.

Wo die Jakobsmuschel zu Hause ist: Der Hafen von Saint-Quay-Portrieux

Im Norden der Bretagne liegt Saint-Quay-Portrieux. Hier dreht sich alles um die Königin der Muscheln, die Jakobsmuschel: Der kleine Hafenort in der Bucht von Saint-Brieuc gilt als die bretonische Hauptstadt der rötlich-weißen Muschel mit dem zarten Fleisch. In Saint-Quay-Portrieux gibt es gleich zwei Häfen. Der moderne Port d’Armor ist Jacht- und Fischerhafen zugleich, hier ist immer etwas los: Im Sommer klingen die Segelmasten der unzähligen Boote melodisch im Atlantikwind und von November bis April ist die Fangsaison der Jakobsmuschel: Gekleidet in die typisch gelben Ölzeugjacken tragen die Fischerinnen und Fischer sie in Muschelkisten an Land, wo Urlauberinnen und Urlauber eine traditionelle bretonische Muschelauktion miterleben können. Im Kontrast zum Gewimmel des modernen Hafens steht der historische Hafen von Portrieux: Umgeben von Reederhäusern und Strandvillen schaukeln die kleine Booten bei Flut in den Wellen und zieren bei Ebbe als bunte Tupfen den Meeresboden. Mit den Gezeiten ändern sich auch die Lichtverhältnisse stetig, sodass den Hafen ein besonders malerisches Ambiente umgibt. Im 17. Jahrhundert starteten hier Reisen nach Neufundland, heute ist er ein beliebtes Motiv für Fotos und Kunstwerke.

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