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Flanieren am Meer: Sechs Spaziergänge und Wanderungen an den Küsten der Bretagne

Flanieren am Meer: Sechs Spaziergänge und Wanderungen an den Küsten der Bretagne
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Flanieren am Meer: Sechs Spaziergänge und Wanderungen an den Küsten der Bretagne

Die Nase in den Wind halten und den Blick über den Ozean genießen: Am Meer fühlen sich Spazieren und Wandern einfach ein bisschen freier an – heller, luftiger, weiter. So auch an der Küste der Bretagne, wo es auf kurzen und langen Strecken zerklüftete Felsen, feine Sandstrände, charmante Häfen sowie Seebadvillen und Festungen aus vergangenen Zeiten zu entdecken gibt. Sechs Routentipps mit Meerblick und ganz viel bretonischem Lebensgefühl.

Zwischen Palmen und Art Déco-Villen entlang der Mondscheinpromenade in Dinard

Dinard, im Norden der Bretagne an der Smaragdküste gelegen, ist bekannt als eleganter Badeort. Ob Pablo Picasso, Agatha Christie oder Hugh Grant: Sie alle urlaubten schon an den weißen Sandstränden mit ihren blau-weißen Badezelten – ein Seebad wie gemalt, und auch noch eines der ältesten Frankreichs. Der ideale Ort zum Flanieren, denn in Dinard reihen sich Villen im Art Déco-Stil und neoklassische Hotels aneinander. Besonders gut zu sehen sind diese auf der Promenade du Clair de Lune, der Mondscheinpromenade. Gesäumt von hohen Palmen, führt die einen Kilometer lange Strecke mit mediterranem Flair vom Stadtzentrum vorbei am Hafen bis zum Strand von Prieuré, mit dem Blick auf die Bucht von Saint-Malo und die Mündung der Rance. Ob nun im Mond- oder im Sonnenschein, der kurze und an Impressionen und Fotomotiven reiche Spaziergang lohnt sich zu jeder Tageszeit. Von Juli bis September ist ein nächtlicher Spaziergang jedoch besonders empfehlenswert: Ab halb zehn abends ist die Promenade romantisch beleuchtet, zudem begleiten musikalische Klänge die Spazierenden.

Natur pur in Erquy: wilde Strände, Sandstein und Heidelandschaften

Wer die wilde Schönheit der bretonischen Küste hautnah erleben möchte, sollte sich den 7,5 Kilometer langen Circuit des Plages Sauvages – den Rundweg der wilden Strände – bei Erquy nicht entgehen lassen. Schon der Start am Kap von Erquy – ausgezeichnet als Grand Site de France – ist spektakulär. Von hier führt der gut ausgeschilderte Weg zunächst zu den tiefblau leuchtenden Seen, die sich in den ehemaligen Steinbrüchen gebildet haben. Der rosafarbene Sandstein des Küstenorts ist eine geologische Besonderheit und ein bunter Farbklecks in der sonst von Granit geprägten Bretagne. Weiter geht’s durch lila blühendes Heidekraut, Ginster und goldgelben Stechginster. Auf dem Weg durch die Heidelandschaft bieten sich schier unendlich weite Panoramen auf die Küste und den Hafen von Erquy. Anschließend windet sich der Weg bis zu den Steilklippen, wo frische Meeresluft zum Verweilen und Durchpusten einlädt. Entlang der naturbelassenen Strände von Lourtuais und Portuais, umgeben von Feldern mit hochwachsenden Farnen, geht es zurück zum Startpunkt.

Von Hafen zu Hafen in Perros-Guirec

Vom Jachthafen zum historischen Fischerhafen – vorbei an Strandvillen, kuriosen Felsformationen aus rosa Granit und gleich sieben Inseln – führt dieser 13 Kilometer lange Küstenweg in Perros-Guirec. Startpunkt ist der Jachthafen mit seinen zahlreichen Restaurants, Bars und sogar einem kleinen Miniaturhafen für Kinder. Weiter geht es entlang des Boulevard Yvon Bonnot ins Viertel Trestrignel, das für seine Sandstrände und Strandvillen bekannt ist. Danach lädt das Zentrum von Perros-Guirec mit seinen Gebäuden aus rosa Granit zu einem Abstecher durch Geschäfte und Galerien ein. Im Quartier Trestraou gibt es nicht nur jede Menge kulinarische Highlights und ein Kasino, hier starten auch täglich die Fähren zum Archipel der Sieben Inseln. Sie sind Frankreichs größtes Seevogelschutzgebiet. 40.000 Vögel leben hier auf insgesamt 19.700 Hektar. 2026 feiert das Naturschutzgebiet seinen 50. Geburtstag. In Trestraou beginnt auch das große Finale dieser Tour, denn ab hier führt der Weg auf dem Zöllnerpfad immer entlang der Rosa Granitküste bis Ploumanac’h. Der Fischerort ist bekannt für seinen Leuchtturm Men Ruz aus rosafarbenem Granit und all die rosa Felsformationen, die Wind und Wasser über die Jahrtausende in die bizarrsten Formen geschliffen haben: Wer genau hinsieht, entdeckt die Hexe, den Pilz, die Flasche und vielleicht auch ganz neue Bilder.

Plougasnou lädt zur Zeitreise ein

Meerblick, Zeugnisse der Vergangenheit und viel unberührte Natur erwarten Wandernde auf dem einstündigen Rundweg zur Pointe de Primel, einem markanten Felsvorsprung an der Küste vor Plougasnou. Geprägt von der rauen, zerklüfteten Küste, kann man auf dieser Strecke auch immer mal wieder ein bisschen klettern – dies ist allerdings kein Muss, die Felsen finden sich neben dem Weg und müssen nicht überquert werden. Egal ob beim Klettern oder entspannten Spazieren bietet sich auf dieser Tour ein unvergleichlicher Ausblick auf das Meer. So zum Beispiel von der Maison des Douaniers, dem alten Zöllnerhäuschen, das von Piraten, Kriegen und Schiffbrüchigen erzählt. Weiter unten am Wasser kann man eine Höhle entdecken, die sowohl von Steinbrucharbeitern als auch im Krieg als Schutzraum genutzt wurde – im Inneren finden sich Überreste einer alten Festung. Noch weiter zurück in die Vergangenheit reist man am Menhir de Marsouins. Umgeben sind diese Überbleibsel aus vergangenen Zeiten von einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt – die Region ist als Naturschutzgebiet ausgezeichnet.

Atlantische Flusslandschaften in Moëlan-sur-Mer

Moëlan-sur-Mer im südlichen Finistère begeistert Wanderfans mit einem besonders reizvollen Abschnitt des berühmten Fernwanderwegs GR®34, auf dem man die gesamte Küste der Bretagne erwandern kann. Entlang der rund 19 Kilometer langen und mit ihren rot-weißen Hinweiszeichen bestens ausgeschilderten Küstenstrecke in Moëlan-sur-Mer eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf wilde Klippen, idyllische Strände und die charakteristischen Rias – malerische Flusslandschaften, die für die Region typisch sind. Sie sind nicht nur eindrucksvoll anzusehen, sondern auch Zentren des maritimen Lebens und sowohl Wassersportfans als auch Gourmets werden hier glücklich. Denn die Ria des Flusses Bélon ist berühmt für ihre gleichnamigen Bélon-Austern. Auch in der Ria des Merrien finden sich Austernparks, sie fällt aber auch ganz besonders mit ihren farbprächtigen Landschaften und ihrer unberührten Natur ins Auge. Unterwegs lohnt zudem ein Abstecher zum Hafen von Brigneau – einst ein bedeutender Sardinenhafen, der bis heute seinen historischen Charme bewahrt hat.

Den Kobolden auf der Spur in Plouescat

Nicht umsonst wird der Küstenabschnitt um Plouescat im nördlichen Finistère als Côte des Sables bezeichnet: Hier reihen sich feine Sandstrände, Dünenlandschaften und von Meer und Wind geformte Granitfelsen aneinander. Durch diese eindrucksvolle Landschaft führt der Circuit des Korrigans, der Rundweg der Kobolde. Auf knapp sieben Kilometern lassen sich kleine Buchten, Felsen in den ungewöhnlichsten Formen und weite Seepanoramen entdecken. Zudem finden sich hier Zeitzeugen von Eroberungen der Vergangenheit, so zum Beispiel das Pulvermagazin von Saint-Eden. Die Überreste des Magazins stammen aus dem 18. Jahrhundert, als die bretonische Küste mehrfach von Engländern und Holländern angegriffen wurde. Sie waren Teil einer Festungsanlage, die vom berühmten Festungsbaumeister Sébastien Vauban entworfen wurde. Aus noch viel älteren Zeiten stammt der Menhir von Cam Louis, der mit sieben Metern einer der höchsten Hinkelsteine in der gesamten Bretagne ist. Der Legende nach wacht er über den Schatz der Kobolde, zu dem man nur an Weihnachten um Mitternacht findet.

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