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Wie aus Kuhdung Kunst wird: Nantes holt die Erde in die Stadt

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Wie aus Kuhdung Kunst wird: Nantes holt die Erde in die Stadt

Nantes, Frankeichs kreativer Geheimtipp an der Loire und Metropole im Taschenformat, verwandelt sich vom 4. Juli bis 6. September in ein Kunstmuseum unter freiem Himmel: Die 15. Ausgabe des jährlich stattfindenden Kunstfestivals „Le Voyage à Nantes“ steht unter dem Motto „Die Erde“ und eröffnet einen neuen Themenzyklus zu den vier Elementen. Internationale Künstlerinnen und Künstler setzen sich an öffentlichen Orten mit diesem für Ursprung und Leben stehenden Element auseinander und machen Nantes im Sommer 2026 zu einem der spannendsten Kulturziele Europas.

Eine Landschaft aus Sand und Fragmenten

So erschafft der Künstler Théo Mercier zum Beispiel eine großflächige Installation aus Sand, und das mitten auf der Place Graslin, dem eleganten Opernplatz der Stadt. Für ihn ist Sand Sinnbild von Zeit und Erinnerung. Die Idee des Wiederauftauchens durchzieht sein Werk, der Boden des Platzes scheint sich langsam zu heben. Nach und nach treten Fragmente und Ruinen hervor: architektonische Elemente des Platzes und der Oper, die wie verschüttete Erinnerungen wieder ans Licht gelangen.

Das Weltall in uns: „Interstellar“ wirft einen Blick auf unseren Planeten Erde

Die Ausstellung „Interstellar – Réimaginer la terre“ in der HAB Galerie auf der städtischen Insel in der Loire lädt bis zum 27. September dazu ein, die Erde aus einer ungewohnten Perspektive zu betrachten – nämlich durch die „Augen aus dem All“. Im Zentrum der immersiven Ausstellung stehen zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Fotografie, Film, Installation und Design, die gemeinsam neue Sichtweisen auf unseren Planeten entwickeln und dabei seine Schönheit und Zerbrechlichkeit hervorheben. Ganz in Novalis' Sinne: „Wir träumen von Reisen durch das Weltall: Ist denn das Weltall nicht in uns?“

Barbara Schroeder: Von der Kuh zur Kunst

Auch eine deutsche Künstlerin ist in diesem Jahr vertreten: Barbara Schroeder gestaltet mit Erde und landwirtschaftlichen Erzeugnissen überdimensionale Skulpturen. Im Zentrum ihres Schaffens steht Kuhdung, den sie nicht als Abfall, sondern als fruchtbares und kulturell bedeutsames Material versteht. Für ihr Werk „Les Mistériennes“ sammelte Schroeder im Jardin Extraordinaire Blätter und Samen, die sie zusammen mit Erde, Watte, Zement und Kuhmist zu drei bis vier Meter hohen Säulen auftürmt. Nach monatelanger Trocknung wirken sie wie versteinerte Erinnerungen an die Vegetation. Jede der insgesamt sechs Säulen trägt den Namen der jeweiligen Kuh, die ihren Beitrag dazu geleistet hat. Das Ensemble fügt sich harmonisch in die wilde, beinahe märchenhafte Landschaft des Gartens ein.

Caroline Le Méhauté gibt der Erde eine Stimme

In der Ausstellung „Ce que la terre retient“ („Was die Erde in sich birgt“) von Caroline Le Méhauté in der Passage Sainte-Croix können Besucherinnen und Besucher verschiedene Böden mit allen Sinnen erkunden. Die Künstlerin arbeitet unter anderem mit Torf aus Moorgebieten bei Nantes sowie Agrarböden: Biobauern stellen ihr Bodenproben zur Verfügung, aus denen Le Méhauté poetische „Porträts der Erde“ schafft. In einer weiteren Arbeit verbindet sie Walderde mit Glas und empfindet so den unverwechselbaren Geruch feuchter Erde im Sommerregen nach. Neben der Wertschätzung der Böden thematisiert die Ausstellung auch deren Bedrohung durch intensive Landwirtschaft und Umweltverschmutzung. Als Geschenk gibt es für alle Samen von Gräsern und Pflanzen, um sich anschließend selbst künstlerisch auszuprobieren und kleine Flächen zu begrünen.

Weitere Informationen zum Kultursommer in Nantes finden sich auf der Website von Le Voyage à Nantes unter www.levoyageanantes.fr/. Die Winteredition mit ihrem charmanten Spiel aus Laternen- und Klanginstallationen folgt vom 23. November 2026 bis 3. Januar 2027.

Eine Reise durch Nantes' Geschichte von der Werft zum kreativen Geheimtipp oder auf den Spuren Jules Vernes, der 2028 seinen 200. Geburtstag feiert - für individuelle Pressereisen zu diesen und weiteren Themen in Nantes kontaktieren Sie uns gerne unter presse@lagentour.com.

Über Nantes: Eine Stadt erfindet sich neu

Modern und kreativ zeigt sich Nantes bereits seit den 1990er Jahren. Mit dem Kunstfestival „Le Voyage à Nantes“ begann damals der Wandel der einstigen Industriestadt hin zu einer innovativen und weltoffenen Metropole, in der Kunst im öffentlichen Raum und grüne Rückzugsorte das Stadtbild prägen. Seither tauchen jeden Sommer neue Kunstwerke im öffentlichen Raum auf, die dauerhaft oder temporär in der Stadt aufgestellt werden. Das Kunstfestival ist Teil des gleichnamigen Verbands, der neben dem Stadtmarketing auch den Kunstparcours bis nach Saint-Nazaire sowie das ehemalige Werftgelände „Parc des Chantiers“ auf der Loire-Insel im Herzen der Stadt vereint. Wo früher Schiffe gebaut wurden, verbinden der zwölf Meter hohe Grand Éléphant, das berühmte Karussell der Meereswelten und die „Machines de l’île“ – monumentale mechanische Wesen aus Holz und Metall – auf eindrucksvolle Weise die industrielle Vergangenheit von Nantes mit der Fantasie ihres berühmtesten Sohnes Jules Verne.

Entspannt reisen, entdecken und übernachten

Nur zwei Stunden mit dem TGV von Paris entfernt, ist Nantes im Süden der Bretagne für deutsche Gäste ein ideales Ziel für einen City Trip. Direktflüge nach Nantes gibt es ab Frankfurt, Berlin und München. Im ein- bis siebentägigen City Pass ab 30€ sind der ÖPNV, Bootsfahrten auf der Loire sowie viele Sehenswürdigkeiten der Stadt bereits inklusive.

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