Koordinierungsstelle Zu gut für die Tonne!
Von der Dose bis zum Glas: Konserven richtig lagern und verwerten
Von der Dose bis zum Glas: Konserven richtig lagern und verwerten
Ob Kichererbsen oder Pfirsiche: Konserven finden sich in fast jedem Haushalt. Sie sind nicht nur praktische Helfer im Alltag, sondern auch ein wertvolles Mittel gegen Lebensmittelverschwendung. Mit der richtigen Lagerung und Verwertung lässt sich das volle Potenzial von Dosen und Gläsern ausschöpfen.
Bonn/Berlin, 09.06.2026 – Das Prinzip des Konservierens ist alles andere als neu: Bereits 1810 ließ der Brite Peter Durand die Blechdose patentieren. Seitdem machen Konserven Lebensmittel lange haltbar und erleichtern die Vorratshaltung – ob als Dose, Tube oder Glas mit Eingekochtem bzw. Eingelegtem.
Konserven richtig lagern
Ungeöffnete Konserven sind pflegeleicht. Am besten lagern sie kühl, trocken und lichtgeschützt bei idealerweise unter 19 Grad Celsius. Eine Lagerung im Kühlschrank ist nicht nötig. Direkte Sonneneinstrahlung und Hitze sollten vermieden werden, da sie Verpackung und Inhalt beeinträchtigen können. Wer seinen Vorrat gut organisieren möchte, sollte nach dem First-in-first-out-Prinzip vorgehen: Ältere Konserven kommen nach vorne und werden zuerst verbraucht.
Nach dem Öffnen gilt: Schnell umfüllen
Ist eine Konservendose einmal geöffnet, sollte der Inhalt zügig in ein sauberes Glas- oder Kunststoffgefäß mit Deckel umgefüllt werden. Dafür gibt es zwei gute Gründe: Zum einen verderben Lebensmittel in einer geöffneten Dose schneller als in einem geschlossenen Behälter. Zum anderen kann beim Öffnen die Dosenbeschichtung beschädigt werden, sodass durch den Kontakt mit Sauerstoff bedenkliche Stoffe aus dem Dosenmaterial in die Lebensmittel gelangen. Besonders bei sauren Inhalten wie Tomaten, Obst oder Pilzen können sich Zinnverbindungen lösen. Manche Dosenbeschichtungen enthalten zudem Bisphenol A (BPA), das fettige Lebensmittel wie Fisch belasten kann. „Wer geöffnete Konserven direkt in ein sauberes Gefäß mit Deckel umfüllt und im Kühlschrank aufbewahrt, ist auf der sicheren Seite. So halten sich die Reste in der Regel zwei bis drei Tage", sagt Luisa Greupner von der Initiative Zu gut für die Tonne!.
Auch bei Glaskonserven ist Sorgfalt gefragt. Marmeladengläser zum Beispiel sollten immer nur mit einem sauberen Messer oder Löffel verwendet werden. So lässt sich Schimmelbildung vermeiden.
Lange Haltbarkeit, oft auch über das MHD hinaus
Konserven gehören zu den Lebensmitteln mit der längsten Haltbarkeit. Unbeschädigte, ungeöffnete Dosen und Gläser sind oft mehrere Jahre haltbar und häufig auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) noch genießbar. Mit der Zeit können sich jedoch Farbe, Konsistenz und Geschmack verändern. Ein kurzer Sinnestest kann helfen: Riecht alles normal und sieht es unauffällig aus, kann das Lebensmittel in der Regel noch gegessen werden.
Dank ihrer langen Haltbarkeit und der Möglichkeit, sie auch kalt zu verzehren, eignen sich viele Konserven außerdem hervorragend als Reserve für den Notfall. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat empfiehlt, einen persönlichen Notfallvorrat für zehn Tage anzulegen. Orientierung darüber, was und wie viel dafür benötigt wird, bietet der kostenlose Vorratskalkulator.
Wann ist eine Konserve verdorben?
Bei Dosen gilt: Aufgeblähte, stark verformte oder verbeulte Dosen sowie Dosen mit tiefem Knick, Rost oder beschädigter Verpackung sollten nicht mehr verzehrt werden. Bei Gläsern sind ein fehlender Vakuumverschluss, ein gelöster Deckel oder Schimmel Warnsignale. Auch muffiger, fischiger, saurer oder ranziger Geruch sowie unnatürlich trübe Flüssigkeit deuten auf Verderb hin. Im Zweifel gilt: Lieber wegwerfen.
Konserven sind der perfekte Weg, um Lebensmittel lange zu lagern oder sie außerhalb der Saison zu genießen. Auch angebrochene Konserven müssen nicht im Müll landen. Bohnen oder Mais eignen sich zum Beispiel hervorragend für Pfannengerichte, Kichererbsen für Hummus, Obstkonserven für Kuchen oder Desserts und Fischkonserven für Salate oder Aufstriche. Weitere Rezeptideen für die kreative Verwertung von Konservenresten gibt es in der Zu gut für die Tonne!-App oder auf der Website.
Hintergrund
Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, 58 Prozent davon in Privathaushalten. Dazu zählt auch Unvermeidbares wie z. B. Obst- und Nussschalen, Kaffeesatz, Käserinde und Eierschalen. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012.
Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung adressiert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) neben den privaten Haushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung. Ein Pakt gegen Lebensmittelverschwendung mit dem Handel und eine Zielvereinbarung für die Außer-Haus-Verpflegung wurden bereits geschlossen. Die sektorenübergreifende Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und -verlusten (KLAV), die bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) eingerichtet wurde, bietet praxisnahe Informations- und Schulungsangebote besonders für Unternehmen am Anfang der Lebensmittelversorgungskette an und treibt den Dialog an den Schnittstellen zwischen den Sektoren voran.
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