Die Lichter im Kino des Lebens gehen an
Da könnte es einem doch fast schwindelig werden nicht wahr, hinsichtlich dieser rasanten Geschwindigkeit der sich ereignenden Ereignisse im „besten Deutschland aller Zeiten“. Fühlten wir uns noch vor einem halben Jahr wie die uralte Morla in der Unendlichen Geschichte, weil halt so gar nichts wirklich voranging, so schießen wir nun plötzlich wie die Rennschnecke aus derselben Geschichte, durch den Kalender der politisch-ökonomisch-und-sonstigen Einschläge.
Zumindest was das Schlag auf Schlag in der weitläufig immer undurchsichtiger werdenden Oberhasencommunity von Good old Germany betrifft. Da sitzen sie nun, die alten Hasen in ihrem Berliner Kaninchenbau und wollen weder einen Meter ihres heimelig gewordenen Wohnzimmers hergeben, geschweige denn erneuern, noch die ollen verschimmelten Kamellen im Schüsselchen auf dem barocken Wohnzimmerschrank auswechseln. Und wehe es kommt eine Putzkolonne von rechts um die Kurve, die mal ein bisschen frische Luft durch die Räume pusten würde oder den Staub „der Jahrhunderte“ von den uralten Tischen wischen könnte. Hui..... da springen sofort die links an der Wand sitzenden Honoratioren entsetzt aus ihren gemütlichen Korbsesseln um ja den schön behaglichen Dreck unterm Teppich behalten zu dürfen.
Nur einer unter ihnen scheint weiterhin völlig unbeeindruckt im Monat Mäerz auf seinem Stühlchen kleben geblieben zu sein. Hat man ihn da einfach vergessen oder ist er wirklich festgeklebt? Bei letzterem würde ich gerne wissen, wer oder was ihn da festgeklebt haben könnte und welcher Kleber dafür verantwortlich ist? Möglicherweis könnte dieser in so mancher Bastelwerkstatt noch gute Dienste leisten, so stark wie der wirkt.
Und während ich mit meinen Gedanken diesbezüglich auf Wanderschaft gehe, kommt mir vorne am Ende der Straße das alte Theater in den Blick, indem gerade das Stück „Der Untergang der Titanic BRiiiiiiDDD“ gespielt wird? Ich gehe darauf zu und höre lautstark den Song von Udo Lindenberg „Keine Panik auf der Titanic“ auf den Gehsteig schallen. „Nun“, denke ich mir, „egal wie tüttelig die alte Mannschaft dieses rostigen Kahns auch zu sein scheint, wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, es sind genügend Boote da, die uns alle aufnehmen, wenn der rostige alte Kahn mitsamt seinen auf den Stühlen festgeklebten Gestalten kopfüber in der tosenden See verschwindet. Selbst schuld, wenn sie zum Schluß noch das Kommando geben, „volle Fahrt Voraus“. Tja, der Eisberg geht halt doch tiefer, als er nach oben hin sichtbar ist.
Außerdem ist irgendwann jeder Traum oder Alptraum einer Kino oder Theatervorstellung mit dem fallenden Vorhang vorbei. Mit den Lichtern die angehen und jede noch so real erscheinende Darstellung der Schauspielerei verblassen lassen. Statt in einer vermoderten irrealen Theaterwelt weiter zu leben, können wir das klare Licht des Tages wieder sehen, das Leben draussen vor den Türen des Kinos. Die Illussion erkennen und uns vielleicht fühlen wie die Besatzung des Raumschiffes Enterprise-Erde. Denn dies sind unsere wahren Lebensabenteuer. Wir sind unterwegs um fremde, neue Welten zu erforschen, neue Lebensformen und Zivilisationen. Und wir dringen dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Goldene Herbstgrüße sendet Ihnen
Ihre Monika Hagn
Spica Verlag GmbH
Frau Kathrin Kolloch
Liepser Weg 8
17237 Blumenholz
fon ..: +49 (0)395 / 57 06 89 19 web ..: https://spica-verlag.de/ email : presse@spica-verlag.de

