Vom Laufen im Hamsterrad und dem Geheimnis von La Botte
Wer kennt es nicht, das Gefühl in einem Hamsterrad zu laufen – immer in der selben Weise, ohne Unterlass und immer wieder von vorne. Wir funktionieren jeden Tag aufs Neue und glauben, dass sich nichts bewegt. Führt uns das in die Hoffnungslosigkeit oder gibt es uns Sicherheit, wenn alles bleibt wie es ist? Das Vertraute mag eintönig und zermürbend sein, aber es ist immerhin vertraut. Manche Menschen klammern sich in Krisenzeiten an alltägliche Routinen.
Die heutige Weltlage ist definitiv instabil – von finanziellen Kürzungen an der falschen Stelle über skrupellose Betrügereien via Internet bis zum deutlichen Rechtsruck in unserer Gesellschaft. In dieser Krise herrscht allzu oft eine aus Angst geborene Negativität. Wie sollen wir ihr begegnen? Indem wir weiter in unserem Hamsterrad laufen und uns entweder hoffnungslos oder (vermeintlich) sicher fühlen, vielleicht auch beides? Sollten wir nicht lieber aus dem Hamsterrad heraustreten und den Blick weiten, die Liebe in uns spüren, und uns bereit machen für Neues?
Die knapp 44 % an Stimmen für die AFD in Sachsen Anhalt zeigen, dass die Hälfte der dortigen Bevölkerung auf eine radikal rückschrittliche Partei baut. Alles bleibt wie es ist? Vielmehr sollte alles bleiben, wie es einmal war. Vergessen wir nicht die andere Hälfte, die sich dagegen stellt. Die polarisierende Anspannung war für mich in Ostberlin spürbar, als ich unlängst auf einer Lesereise dort weilte.
Es war ein Genuss, aus dem krisenreichen Alltag herauszutreten in ein Abenteuer, in dem sich Liebe, Magie und Historie treffen. Antonella, die Protagonistin meines Romans „Das Geheimnis von La Botte“ besitzt einen Goldhamster namens Salieri, der seine Runden im Rad ebenso dreht wie sie selbst. Die Reise in den pontinischen Archipel, auf der sie mit ihrem Freund Giuseppe die unbekannte Insel La Botte entdeckt, katapultiert sie auf ungeahnte Weise aus ihrem Alltag heraus. Ein magischer Baum führt sie in die Welt der römischen Antike. Sie ist Zuschauerin eines Schicksals, das sie zutiefst bewegt. Zugleich lernt sie neue Seiten an sich kennen, neue Sichtweisen und neue Perspektiven für ihr Leben.
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Herzlichst
Kristina Rössler-Lehnhoff, Schauspielerin und Autorin
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