„Der Hase des Henoch“ – Erdbeer-Gazpacho in Labranco
Gestern ist mir ein kulinarisches Highlight meiner Zeit in der spanischen Wüste in die Hände gefallen, während ich mein Bücherregal neu sortiert habe. Fast hätte ich schon vergessen, dass ich in Labranco zu meiner allergrößten Überraschung und Freude (fast) wilde Erdbeeren gefunden hatte.
Das erfrischende Rezept passt gerade zur Jahreszeit:
- Erdbeeren, sehr reife Tomaten, Gurke, Paprika, Zwiebel und Knoblauch zerkleinern
- Zusammen mit Mandeln, Olivenöl, wenig Essig und etwas Salz fein pürieren
- Nach Bedarf mit wenig Wasser verdünnen
- Mindestens zwei Stunden kühlen
- In Tonschalen servieren
- Mit Fenchelgrün, Kapern, Erdbeerwürfeln und Mandeln bestreuen
Die Erdbeeren wuchsen bei der Quelle unten im Tal. Wenige genug, dass ich sie nicht mit jedem teilen musste. Die Erde dort war dunkel und feucht, ein Geschenk mitten in dieser Trockenheit. Die Tomaten wuchsen gleich daneben. Jemand hatte kleine Mulden um die Pflanzen angelegt, damit jeder Tropfen Wasser im Boden blieb.
Die Gurken waren schwieriger. Sie brauchen mehr Wasser, deshalb wuchsen sie im Schatten zwischen dem Aquädukt und einer maurischen Hütte.
Paprika liebt die Hitze. Davon hatten wir genug. Das Problem war nicht die Sonne, sondern der Wind. Der Levante kann tagelang blasen und alles austrocknen. Deshalb standen die Paprikapflanzen hinter der Hütte.
Zwiebeln hatten die Hippies im Winter gepflanzt, um dann oft zu vergessen, wo. Knoblauch wächst fast aus Trotz. Steck eine Zehe in den Boden und tu so, als würdest du dich nicht für sie interessieren. Ein paar Monate später hast du eine ganze Knolle.
Die Mandeln stammten von den alten Bäumen in den Hügeln, einen halben Tagesmarsch entfernt. Ich sammelte die heruntergefallenen Früchte ein. Die Arbeit bestand weniger im Pflücken als im Knacken.
Auf dem Rückweg fand ich die Kapernbüsche, die sich an eine Trockenmauer oberhalb des Tals klammerten. Zwischen den hellen Kalksteinen wuchsen ihre langen Triebe hervor.
Das Olivenöl und den Sherry-Essig: nun gut, beides hatte ich getauscht.
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Herzliche Grüße
Ihr Konstantin Becker-Bachmann, Unternehmer und Autor
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