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Der Januar – Zwischen Vorsätzen und selbst erzeugtem Druck

Der Januar – Zwischen Vorsätzen und selbst erzeugtem Druck
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Der gute alte Januar ist zurück. Im Beliebtheitsranking der zwölf Monate rangiert er eher im unteren Drittel. Nicht umsonst wird er abfällig auch als „Montag unter den Monaten“ bezeichnet. Das Wetter ist eher mittelmäßig, der Zauber der Weihnacht längst verflogen. Rechnungen von Jahresbeiträgen und Nachzahlungen flattern ins Haus. Aber greift dieser pessimistische Blick nicht etwas zu kurz? Ist der Januar nicht auch die Zeit des Neuanfangs, die Chance für gute Vorsätze?

In der Tat bietet der Jahreswechsel die Möglichkeit, mit schlechten Gewohnheiten zu brechen und im neuen Jahr alles viel besser zu gestalten.

Gesünder leben? Ein Kinderspiel.

Mehr Sport treiben? Na klar!

Die lang erhoffte Bikinifigur? In greifbarer Nähe.

Mit dem Rauchen aufhören? Jetzt aber wirklich!

Eine ganze Industrie lebt von diesen Neujahrsvorsätzen. Nicht umsonst präsentieren sich pünktlich zu Jahresbeginn in den Werbeprospekten der Handelsketten zahlreiche Fitnessgeräte samt Zubehör sowie vielversprechende Produkte für einen gesünderen Lifestyle. Doch die Realisten unter uns wissen, dass die Halbwertzeit von solchen Bestrebungen eher gering ist. Das erinnert an ein bekanntes Zitat von Johann Wolfgang von Goethe:

„Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung ist schwer.“

Laut statistischer Datenlage bricht nur jeder Fünfte keine guten Vorsätze für das neue Jahr. Bei mehr als eine Drittel verfliegen sie dagegen im Zeitraum von einem Tag bis maximal einem Monat. Woran liegt das? Häufig werden Ziele zu unkonkret formuliert oder unrealistisch hoch angesetzt. Ist es also tatsächlich hilfreich, Verhaltensänderungen und Veränderungswünsche ausgerechnet um den Jahreswechsel herum zu platzieren? Was bringt der ganze, selbsterzeugte Druck?

Ich persönlich bin auch nicht gerade ein Paradebeispiel für das Verändern von Gewohnheiten innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Wachstum und Entwicklung sind für mich eher ein langwieriger Prozess. Mehr Marathon als Sprint. Mir hilft die Orientierung am Vorbild, um von der Motivation in die konkrete Umsetzung zu gelangen.

Erstaunlicherweise ist mir vor kurzer Zeit aufgefallen, dass so ein Vorbild all die Jahre direkt vor meiner Nase lag. „Die kleine Eins“, einst im Jahre 2014 von Illustratorin Marie Reimann und mir erschaffen, und zugleich namensgebende Protagonistin der mittlerweile vierteiligen Buchreihe, hat mit jedem neuen Abenteuer ein klares Ziel vor Augen und setzt dieses erfolgreich um. Damit ist sie ihrem Autor und Erfinder, nebenbei bemerkt, um einiges voraus.

In ihrem ersten Abenteuer möchte sie herausfinden, ob sie die einzige Zahl auf der weiten Welt ist und lernt dabei allerhand neue Freunde kennen. Nebenher reift in ihr die Erkenntnis, dass es auch Vorteile bietet, kleiner zu sein als ihre weitaus größeren Zahlenfreunde. Zu Beginn des zweiten Bandes mit dem Namen „Die kleine Eins entdeckt das Rechnen“ benötigt sie aufgrund eines Missgeschickes einen neuen Herd, um ihren Freunden weiterhin ihre köstliche Buchstabensuppe zubereiten zu können. Ohne große Vorkenntnisse lässt sie sich auf ein Rechenturnier ein und wächst dabei über sich hinaus. Nicht nur, dass sie erkennt, schon besser rechnen zu können als gedacht. Die kleine Eins lernt eine noch viel wichtigere Lektion, nämlich, dass auch das Verlieren zum Leben dazugehört (wovon mancher Erwachsene sich noch eine Scheibe abschneiden könnte). Schließlich möchte sie im dritten Teil der Kinderbuchreihe, „Die kleine Eins erlernt das Rechnen“, endlich die Geheimnisse des Rechnens ergründen und erkennt, dass auch Fehler zu einer gesunden Lernkultur dazugehören. Im vierten und jüngsten Band, „Die kleine Eins und das Mengenkrokodil“, planen die kleine Eins und ihre Freunde den Bau einer gemeinsamen Terrasse und werden dabei von einem gefräßigen Mengenkrokodil gestört. Doch mit vereinten Kräften und unkonventionellen Lösungsansätzen meistern sie auch diese Herausforderung.

Sollte ich nun also missgünstig auf die kleine Eins blicken, die ihre Vorhaben viel zügiger und erfolgreicher umsetzt als ich? Mitnichten! Vielmehr erfreue ich mich daran, dass auch in diesem Schuljahr, deren erstes Halbjahr fast schon wieder vorbei ist, zahlreiche Schülerinnen und Schüler den von Marie Reimann und mir erschaffenen Erzählungen im mathematischen Anfangsunterricht begegnen, da „Die kleine Eins“ und ihre Folgewerke mittlerweile deutschlandweit von engagierten Grundschullehrkräften eingesetzt werden. Immer wieder begeistert es mich im Rahmen von Lesungen vor Schulklassen, mit wie viel Fantasie sie die Geschichten rund um die kleine Eins weiterentwickeln und auch auf kleinste Details in den Zeichnungen achten.

Im Übrigen sind Vorsätze nicht nur etwas für Erwachsene. Auch mit jungen Lernern können konkrete Ziele formuliert und festgehalten werden, zum Beispiel im Rahmen eines Lernvertrages. Natürlich geht es hierbei nicht um das Aufzwingen der Ziele des Erwachsenen. Vielmehr erhalten Kinder die Möglichkeit, eigene Stärken und Potentiale realistisch einzuschätzen und sich an einem kontinuierlichen Lernerfolg zu erfreuen. Ohne Leistungsdruck. Langfristig erfolgreiches Lernen gelingt ohnehin vorrangig durch intrinsische, also aus dem Inneren einer Person erzeugte, Motivation.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leser, für das Jahr 2026 einen gelassenen Umgang mit all den Aufgaben, Herausforderungen und Rückschlägen, die Sie mit Sicherheit erwarten werden. Seien sie nicht allzu streng mit sich selbst und behalten Sie sich die eine oder andere Eigenart, die Sie so besonders macht, unbedingt bei!

Haben Sie Lust mit mir darüber in einen Diskurs treten? Kontaktieren Sie uns einfach, gerne auch mich direkt unter felixwalk@web.de.

Herzlichst

Felix Walk

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