Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor: "Wir brauchen keine Miet-, sondern eine Nebenkostenbremse".
67/2026
Etwa 3,8 Millionen Menschen hierzulande lebten im Jahr 2025 nach eigenen Angaben in Haushalten, die bei Rechnungen von Energieversorgern im Zahlungsverzug waren. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,6 Prozent der Bevölkerung. Hohe Strom- oder Gasrechnungen seien jedoch nicht die einzige Belastung für Privathaushalte: Die Preise für Wohnungsnebenkosten wie Wasserversorgung, Müllabfuhr und Gebäudereinigung seien zuletzt überdurchschnittlich gestiegen. Sie hätten im August 2026 um 3,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat, so das Statistische Bundesamt.
Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):
„Die vom Statistischen Bundesamt beschriebene Entwicklung deckt sich mit den Erfahrungen der sozialen Vermieter in Norddeutschland. Auch der seit Jahren im Schatten der Energiepreisentwicklung ungebremste Anstieg der Nebenkosten hat dazu geführt, dass die sogenannte zweite Miete längst ein erheblicher Anteil der gesamten Wohnkosten geworden ist. Wir brauchen keine Miet-, sondern eine Nebenkostenbremse.
Weil viele öffentliche Haushalte durch anderweitige Ausgaben an ihre Grenzen geraten, suchen Kommunalpolitiker den Ausweg in höheren örtlichen Gebühren. Die Entwicklung der Gebühren für Müll und Entwässerung kennt nur eine Richtung: nach oben. Besonders ärgerlich ist mangelnde Transparenz. Das erleichtert es den Kommunen, mit den Gebühren andere Finanzlöcher zu stopfen.
In der öffentlichen Debatte fokussieren sich Politikerinnen und Politiker oft auf die Miete. Forderungen nach einem Mietenstopp und nach einer Reduzierung der gesetzlich erlaubten Modernisierungsumlage blenden aus, dass steigende Energiepreise und immer höhere öffentliche Gebühren die eigentlichen Treiber bei den Wohnkosten sind.
Das Wohngeld hat es in den vergangenen Jahren Tausenden Haushalten mit geringem und mittlerem Einkommen ermöglicht, diese Kostensteigerungen zu schultern. Jetzt will die Bundesregierung diese Unterstützung kürzen und stürzt so viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten.
Ja, es muss bei den öffentlichen Ausgaben gespart werden. Warum aber bei den Schwächsten der Gesellschaft angefangen wird, ist nicht zu verstehen. Das stärkt vor allem populistische Kräfte in der Politik, wo doch Pragmatismus und Augenmaß vonnöten sind.“
14/09/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 502 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de