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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Wahl in Kolumbien: Welche Auswirkungen hat die Wahl auf die mehr als 100 Indigenen Völker?

Die Wahl von Abelardo de la Espriella zum neuen Präsidenten Kolumbiens markiert laut der Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen politischen Kurswechsel. Mit seinem Versprechen von mehr Sicherheit, einer stärkeren staatlichen Kontrolle und einer wirtschaftlichen Öffnung skizziere der rechte Hardliner ein politisches Projekt, in dem wenig Platz für ethnische Vielfalt, kollektive Rechte und das Recht Indigener Völker, über ihre Gebiete zu entscheiden, sei.

„Obwohl mehr als 1,9 Millionen Angehörige Indigener Völker in Kolumbien leben und das Land sich verfassungsrechtlich als pluriethnischen und multikulturellen Staat versteht, spielen ihre Rechte im Programm des Wahlsiegers kaum eine Rolle. Angesichts der Bedeutung indigener Territorien für viele der geplanten Vorhaben ist das besorgniserregend“, sagt Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Insgesamt sind in dem Land mehr als 115 Indigene Völker anerkannt.

„Die Wahl von Abelardo de la Espriella steht für einen regionalen Trend, der staatliche Kontrolle, Rohstoffförderung und eine Politik der starken Hand über Minderheitenrechte und gesellschaftliche Vielfalt stellt. Für Indigene Völker ist das ein Warnsignal“, betont Königshausen.

Der Wahlkampf machte die unterschiedlichen Vorstellungen über die Zukunft Kolumbiens deutlich sichtbar. Während der unterlegene Kandidat Cepeda mit einer indigenen Vizepräsidentschaftskandidatin antrat und die ethnische Vielfalt des Landes ausdrücklich als politischen Wert betonte, spielten indigene Rechte in de la Espriellas Wahlkampf bestenfalls eine Nebenrolle. Besonders deutlich wird die daraus entstehende Gefahr für Indigen Völker mit Blick auf die wirtschaftlichen Pläne des künftigen Präsidenten. De la Espriella setzt auf den Ausbau des Rohstoff- und Energiesektors und sprach sich im Wahlkampf für die Einführung von Fracking aus.

„Viele der angekündigten wirtschaftlichen Vorhaben betreffen Regionen, in denen indigene Gemeinschaften leben und kollektive Rechte ausüben. Wirtschaftliche Interessen und staatliche Kontrolle prallen dort mit den Selbstbestimmungs- und Mitspracherechten indigener Gemeinschaften aufeinander“, so Königshausen.

Sie erreichen Jan Königshausen unter j.koenigshausen@gfbv.de oder 0551/49906-14.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
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