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Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

VNW-Direktor Andreas Breitner: Mieten werden steigen müssen

58/2026

1. Die Lücke zwischen Mieteinnahmen und Ausgaben ist größer geworden.

2. Die Mieten sind die einzige Einnahmequelle sozial orientierter Vermieter.

3. Der Gewinn wird in Modernisierung und Neubau investiert.

4. Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Hamburg/Kiel/Schwerin. Auch die sozialen Vermieter Norddeutschlands werden in den kommenden Jahren ihre Mieten flächendeckend anheben müssen.

„Angesichts erheblicher Kostensteigerungen können unsere Mitgliedsunternehmen die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben nur durch eine moderate Erhöhung der Mieten schließen“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Die Entwicklung bei den Baupreisen, den Zinsen und den öffentlichen Gebühren kennt nur eine Richtung und lässt den Unternehmen keine andere Möglichkeit, wenn sie keinen wirtschaftlichen Ruin erleiden wollen.“

In den vergangenen Jahren sei die Schere zwischen Kosten und Mieteinnahmen deutlich auseinandergegangen, so der VNW-Direktor weiter. „Die Aufwendungen für die Instandhaltung stiegen seit 2019 um 51,5 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung lag bei 22,8 Prozent. Die Mieten wiederum verzeichneten in den Jahren zwischen 2019 und 2025 lediglich einen Anstieg um 15,3 Prozent. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.“

Nach den Worten von Andreas Breitner ist in der Öffentlichkeit ist ein verzerrtes Bild entstanden. „Populistische Kräfte verweisen gebetsmühlenartig auf höhere Mieten, vergessen dabei aber, dass im gleichen Zeitraum die Instandhaltungs- und Lebenshaltungskosten deutlich stärker stiegen. Auch bei der Anhebung öffentlicher Gebühren erleben wir weitaus weniger Protest.“

Mieten sind die einzige Einnahmequelle sozial orientierter Vermieter

Die Mieten seien die einzige Einnahmequelle für am Gemeinwohl orientierte Wohnungsunternehmen, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Unsere Verbandsmitglieder sind sogenannte Bestandshalter. Sie spekulieren nicht mit Boden und handeln nicht mit Wohnungen. Stattdessen bieten sie seit mehr als 100 Jahren ihre Wohnungen zu moderaten und fairen Preisen an. Wenn sie ihre Mieten erhöhen müssen, dann tun sie das moderat und in dem wirtschaftlich notwendigen Rahmen.“

Wer heute einen Mietenstopp oder gar die Enteignung von sozial orientierten Wohnungsunternehmen fordere, vergesse deren sozialpolitische Bedeutung. „Nur wenn Genossenschaften und öffentliche Wohnungsunternehmen einen kleinen Gewinn erwirtschaften, können sie dauerhaft am Markt bestehen und bezahlbare Mietwohnungen anbieten.“

Aktuell liege bei den VNW-Unternehmen die monatliche Median-Netto-Kaltmiete bei 7,69 Euro pro Quadratmeter; bei Neuverträgen seien es 9,17 Euro pro Quadratmeter, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Allgemeine Durchschnittsmieten bzw. Mietspiegel verzeichnen höhere Werte.“

Nach den Worten des VNW-Direktors dienen höhere Mieten bei den sozialen Vermietern nicht der Maximierung des Gewinns, der dem jeweiligen Unternehmen entzogen wird. „Unsere rund 300 Wohnungsunternehmen investieren massiv in die Modernisierung ihrer Bestände und den Neubau. Im vergangenen Jahr waren das in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro.“

Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben

Zu guter Letzt stünden die Unternehmen in den kommenden Jahren vor den immensen Herausforderungen der Energiewende. „Klimaschutz ist günstiger als die Beseitigung von Klimaschäden – aber die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif. Das wird in der öffentlichen Diskussion gern unterschlagen“, sagt Andreas Breitner. „So kostet allein das Vorziehen von Klimaneutralität um fünf Jahre, wie in Hamburg und Schleswig-Holstein geplant, mindestens einen Euro pro Quadratmeter, der zu den ohnehin notwendigen Mietsteigerungen hinzugezählt werden muss.“

Derzeit sei die sogenannte zweite Miete der eigentliche Treiber der Wohnkosten, sagt der VNW-Direktor. „Der Aufwand für Versicherungen, Heizung, Strom, Handwerker, Grundsteuer, Abwasser und Müllentsorgung ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Dafür sind die Wohnungsunternehmen nicht verantwortlich. Sie werden jedoch häufig dafür ‚in Haftung genommen‘.“

Angesichts dieser Entwicklung komme Einsparungen bei Instandhaltung und Neubau enorme Bedeutung zu, sagt Andreas Breitner. „Diese Kosten sind nur durch eine Senkung gesetzlicher Standards zu reduzieren. Schleswig-Holstein und Hamburg haben sich mit dem ‚Prinzip des einfachen Bauens‘ und dem ‚Hamburg-Standard‘ auf den Weg gemacht, praktikable Lösungen zu finden. Aber wie heißt es im Fußball so schön? ‚Die Wahrheit liegt auf dem Platz.‘ Ob die Kosten am Ende wirklich sinken, werden die Bauprojekte zeigen.“

13/08/2026

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 398 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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