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Welt-Aids-Konferenz: Die Stunde der Wahrheit

Berlin (ots)

Werden wir das Ende von Aids oder die Rückkehr der Pandemie erleben? Von Rio de Janeiro muss ein starkes Signal für die Fortsetzung der erfolgreichen Maßnahmen gegen HIV ausgehen. Die Deutsche Aidshilfe berichtet und kommentiert das Konferenzgeschehen.

Wie geht es weiter mit den globalen Maßnahmen gegen HIV/Aids? Die 26. Internationale Aids-Konferenz ("AIDS 2026"), die am Sonntag beginnt, ist die Stunde der Wahrheit: Hier wird deutlich werden, wie groß der Schaden durch die aktuellen Rückschritte schon ist. Hier werden Strategien diskutiert, was sich dieser gefährlichen Entwicklung entgegensetzen lässt. Und hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen: Wer bleibt eine verlässliche Kraft? Wer schert aus und richtet Schaden an, statt etwas zu den globalen HIV-Maßnahmen beizutragen? Und wer wird Opfer dieser Rückwärtsbewegung?

Es geht um Leben und Gesundheit von Millionen

Die Antworten auf diese Fragen entscheiden über Leben und Tod, die Zahl der HIV-Infektionen, Aidserkrankungen und Todesfälle der nächsten Jahre. Sie werden den globalen Verlauf einer Epidemie bestimmen, die schon fast besiegt war.

Dazu sagt Sven Warminsky vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe:

"Diese Welt-Aids-Konferenz markiert einen historischen Moment der Entscheidung: Besiegt die Welt Aids oder lassen wir die Rückkehr der Pandemie zu? Von Rio muss ein starkes Signal ausgehen: Es droht der Verlust von allem, was wir in mehr als 40 Jahren hart erarbeitet haben. Das dürfen wir nicht akzeptieren! Angesichts dramatischer Rückschritte brauchen wir jetzt eine starke Koalition der Vernünftigen - und unverbrüchliche Solidarität gegenüber allen, die von diesen Entwicklungen bedroht sind."

Massive Bedrohungen

Eigentlich wollten die Vereinten Nationen die Aids-Pandemie bis zum Jahr 2030 beenden. Doch nun sind die globalen Maßnahmen gegen HIV/Aids gleich auf drei Ebenen massiv bedroht:

  • Drastische Kürzungen der global verfügbaren Mittel führen in vielen Ländern zur Einstellung oder Einschränkung von Behandlungsprogrammen und Prävention.
  • Wachsende Feindlichkeit gegenüber den besonders von HIV betroffenen Gruppen und zivilgesellschaftlichen Organisationen verhindert wirkungsvolle Maßnahmen.
  • Es droht der Rückbau von unverzichtbaren Strukturen, so soll zum Beispiel UNAIDS abgewickelt werden.

Das optimistische Konferenzmotto "Rethink. Rebuild. Rise." ("Überdenken. Wiederaufbauen. Aufstehen.") zielt angesichts der aktuellen Bedrohung auf die Frage, wie Lücken durch innovative Lösungen und neue Strukturen wieder geschlossen werden können.

Regierungen in der Verantwortung

"Rio bietet auch die Chance zum Innehalten und zu einem Neustart", betont Sven Warminsky. "Die HIV-Community war in schwierigen Situationen immer stark und kreativ. Die Konferenz wird dabei zeigen: Wir haben alle Möglichkeiten, die wir brauchen. Communitys und Zivilgesellschaft stehen bereit. Die Verantwortung liegt aber nun bei den Regierungen dieser Welt, den erfolgreichen Weg weiter zu ermöglichen."

Die Welt-Aids-Konferenz findet vom 26.-31.7. statt. In Rio de Janeiro kommen Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und den von HIV betroffenen Communitys zusammen. Viele werden jedoch schon nicht teilnehmen können, weil die entsprechenden Ressourcen nicht mehr vorhanden sind.

Ausschlüsse und Spaltung sind Gift

"Wir müssen unbedingt auch denen eine Stimme geben, die nicht dabei sein können", so Warminsky. "Wir dürfen nie vergessen: Gesellschaftliche Ausschlüsse waren immer der Motor dieser Epidemie. Diese Konferenz muss auch zum Ausdruck bringen, dass sich die HIV-Community nicht spalten lässt."

30 Jahre HIV-Therapie

AIDS 2026 markiert außerdem ein Jubiläum: Bei der Welt-Konferenz vor 30 Jahren wurden die so genannten Kombinationstherapien vorgestellt. Seitdem ist HIV effektiv behandelbar. Rund drei Viertel der Menschen, die weltweit mit HIV leben, haben aktuell Zugang zu den Medikamenten - noch.

Deutsche Aidshilfe vor Ort

Für die Deutsche Aidshilfe beobachtet und kommentiert Pressesprecher Holger Wicht die Konferenz in Rio. Er ist ab Samstag vor Ort und steht für Interviews und Hintergrundgespräche bereit.

Pressemitteilung des Aktionsbündnis gegen Aids

Pressemitteilung zum Hochrangigen UN-Meeting zu HIV/Aids im Juni

Aktuelle Meldung zu Schäden durch US-Kürzungen

Berichterstattung während der Konferenz:

www.aidshilfe.de (tägliche Updates)

https://www.facebook.com/deutscheaidshilfe

Instagram: Deutsche Aidshilfe

Pressekontakt:

Deutsche Aidshilfe
Holger Wicht - Pressesprecher
Tel. (030) 69 00 87 - 16
Tel. +49 171 274 95 11
presse@dah.aidshilfe.de
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de

Original-Content von: Deutsche Aidshilfe, übermittelt durch news aktuell

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