TransnetBW und Netze BW stärken gemeinsam Ökologisches Trassenmanagement
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TransnetBW und Netze BW stärken gemeinsam Ökologisches Trassenmanagement
- Maßnahmen verbinden Leitungssicherheit mit langfristigem Nutzen für natürliche Lebensräume
- Netzbetreiber setzen auf Dialog mit Teilhabenden und Interessensgruppen entlang der Trassen
Stuttgart, 29. Januar 2026. TransnetBW und Netze BW führen im Januar 2026 an ihrer Gemeinschaftstrasse bei Grünwettersbach Maßnahmen zum Ökologischen Trassenmanagement (ÖTM) durch. Damit fördern die Netzbetreiber sowohl die Versorgungssicherheit als auch den Naturschutz und die Biodiversität entlang der Trasse. Zentraler Bestandteil des Ansatzes ist der frühzeitige Austausch mit Akteuren im Trassenumfeld, um die Maßnahmen im Interesse aller durchzuführen.
Was ist Ökologisches Trassenmanagement?
Ökologisches Trassenmanagement ist ein nachhaltiger Ansatz zur Pflege und Instandhaltung von Stromleitungstrassen. Der jährliche Rückschnitt des Bewuchses im Bereich der Trassen ist technisch notwendig, um die Betriebssicherheit der Leitungsanlagen dauerhaft zu gewährleisten. Während konventionelle Trassenpflege häufig auf großflächige Rückschnittmaßnahmen mit teils schweren Maschinen setzt, verfolgt ÖTM einen differenzierten, standortangepassten Ansatz. Dabei werden ökologische Zusammenhänge, örtliche Gegebenheiten und langfristige Wirkungen gezielt berücksichtigt. ÖTM ist derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben, leistet jedoch einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Zwar ist dieser Ansatz zunächst häufig personal- und kostenintensiver als konventionelle Methoden, langfristig entstehen jedoch stabilere Waldrand- und Vegetationsstrukturen, die den Pflegeaufwand und damit auch die Kosten verringern.
ÖTM als Teil der Unternehmensstrategie
TransnetBW hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 über 95% der wüchsigen und bewaldeten Trassen nach dem Prinzip des Ökologischen Trassenmanagements zu pflegen. „In Zusammenarbeit mit den lokalen Dienstleistern in der Forstpflege werden wir so unserer Verantwortung gerecht, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, während wir Lebensräume für Pflanzen und Tiere erhalten und wiederaufbauen“, ordnet Katrin Wegend, Referentin für Trassenmanagement bei TransnetBW, die Maßnahme ein. „Gleichzeitig verstehen wir, dass die verschiedenen Eigentums- und Nutzungsinteressen entlang der Trassen nicht immer im Einklang mit den Prinzipien des ÖTM stehen. Deshalb suchen wir den individuellen Dialog mit Flächeneigentümern, Wirtschaft, Behörden und Naturschutzverbänden im Umfeld der Trassen.“
Der sichere Betrieb der Leitungsanlagen hat jederzeit oberste Priorität. Ökologisches Trassenmanagement steht vor der Herausforderung, Nachhaltigkeit mit hohen technischen Sicherheitsanforderungen in Einklang zu bringen. ÖTM kann negative Auswirkungen von Leitungstrassen auf Natur und Landschaft – etwa Störungen oder die Zerschneidung von Lebensräumen – mindern, jedoch nicht vollständig vermeiden.
Wie wird ÖTM umgesetzt?
Die Umsetzung des ÖTM erfolgt durch eine Reihe gezielter Maßnahmen. Dazu gehört die selektive Entnahme von Gehölzen, die in den kommenden Jahren in den Gefährdungsbereich der Leiterseile einzuwachsen drohen. Strauch- und Krautschichten bleiben erhalten, um abwechslungsreiche Korridore zu schaffen. Schnellwüchsige Arten werden entfernt, während langsam- oder niedrigwüchsige Gehölze gezielt belassen und gegebenenfalls eingekürzt werden. In bestimmten Fällen werden Trassen durch Mahd oder Beweidung in Offenlandbiotope umgewandelt, um regelmäßige radikale Rückschnittmaßnahmen zu vermeiden. Als ergänzende Maßnahmen kommen die Gestaltung von Waldrändern oder Totholzstrukturen in Frage. Das Management erfolgt dynamisch und wird regelmäßig an Standortbedingungen und Witterung angepasst. TransnetBW und Netze BW arbeiten für die Auswahl der individuellen Maßnahmen eng mit den Kommunen, Flächeneigentümern und Naturschutzverbänden zusammen.
Was verändert sich ab sofort in Grünwettersbach?
In dieser Saison beginnen entlang der Gemeinschaftstrasse bei Grünwettersbach gezielte Pflegemaßnahmen im Sinne des ÖTM. Dabei werden Vegetation mit einem Abstand von weniger als drei Metern zum Leiterseil sowie schnellwachsende Baumarten wie Zitterpappel, Weide und Birke entnommen. Langsam wachsende Gehölze wie Traubeneiche, Rotbuche, Hainbuche, Esskastanie und Bergahorn bleiben erhalten und werden bei Bedarf lediglich eingekürzt. Niedrigwüchsige Sträucher wie Holunder, Hartriegel, Schneeball und Ginster sollen ebenfalls bestehen bleiben. Die Maßnahmen werden ab dieser Schnittsaison fortlaufend durchgeführt. Perspektivisch soll ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Vegetations- und Lebensraumstrukturen entstehen.
Die Gesamtfläche der Maßnahme in Grünwettersbach umfasst rund 50.000 Quadratmeter. Ein ausgewiesener Downhill-Trail des MTB-Club Karlsruhe e.V. quert die gesamte Fläche. Die Maßnahme wird mit dem MTB-Club so abgestimmt, dass sie gleichzeitig auch der Pflege und dem Erhalt des Trails dienen kann. Während der Baumarbeiten ist der Trail geschlossen. Teilbereiche wie die kommerzielle Christbaumkultur oder reine Brombeerflächen sind zudem für das Trassenmanagement nicht relevant und bleiben von der Maßnahme unberührt.
Weitere Informationen über die Klimastrategie und die Nachhaltigkeitsziele von TransnetBW finden Sie hier: TransnetBW Nachhaltigkeitsbericht 2024 „Natur- und Artenschutz“.
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Clemens von Walzel
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