250 Freiwillige pflanzen mit dem Bergwaldprojekt im April und Mai in Braunlage 10.000 standortheimische Bäume
Vom 18. April bis 9. Mai 2026 sind insgesamt 250 Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt in Braunlage (Harz) im Einsatz. Dort organisiert der Verein in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten zwei eintägige Veranstaltungen sowie drei Projektwochen, eine davon für Menschen mit und ohne Behinderung und eine ausschließlich für Frauen. Als Beitrag zur naturnahen Wiederbewaldung werden die Freiwilligen insgesamt 10.000 standortheimische Bäume auf ehemaligen Fichtenflächen pflanzen. Mit dem Einsatz sollen die Teilnehmenden auch für die akuten Bedrohungen der natürlichen Lebensgrundlagen und einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert werden.
An die Redaktionen
Sie sind herzlich eingeladen, selbst bei dem Einsatz dabei zu sein und diesen zu begleiten. Bitte melden Sie sich für die Terminabstimmung bei der Pressestelle des Bergwaldprojekts: 0931 991 220 11 oder presse@bergwaldprojekt.de.
250 Freiwillige pflanzen mit dem Bergwaldprojekt im April und Mai in Braunlage 10.000 standortheimische Bäume
Höchberg / Braunlage, 16.04.2026
Vom 18. April bis 9. Mai 2026 sind insgesamt 250 Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt in Braunlage (Harz) im Einsatz. Dort organisiert der Verein in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten zwei eintägige Veranstaltungen sowie drei Projektwochen, eine davon für Menschen mit und ohne Behinderung und eine ausschließlich für Frauen. Als Beitrag zur naturnahen Wiederbewaldung werden die Freiwilligen insgesamt 10.000 standortheimische Bäume auf ehemaligen Fichtenflächen pflanzen. Mit dem Einsatz sollen die Teilnehmenden auch für die akuten Bedrohungen der natürlichen Lebensgrundlagen und einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert werden.
Wälder speichern und filtern Trinkwasser, schützen vor Bodenerosion, Hochwasser, Steinschlag und Lawinen. Sie kühlen und befeuchten die Landschaft, reinigen die Luft und speichern Kohlenstoff in Biomasse, Waldboden und Totholz. Naturnahe Wälder sind Lebensgemeinschaften vieler Arten und deshalb für die Biodiversität von existenzieller Bedeutung. Gleichzeitig sind sie Erholungsräume und wichtige Wirtschaftsgüter für Menschen.
Waldsterben
Doch der Wald in Deutschland ist stark gefährdet: Die Gesamtschadensfläche durch die Einwirkung von klimakrisebedingter Trockenheit, Insekten- und Pilzkalamitäten seit 2018 beträgt aktuell etwa 2 Mio. Hektar (Riedel et al 2024). Das sind 17 % der deutschen Waldfläche.
Der Harz ist von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Infolge der letzten Dürrejahre sind im Revier Braunlage 1.300 ha älterer Wald abgestorben. Nur noch ca. 15 % der Waldflächen vor 2018 sind erhalten. „Im Gebiet des Forstamtes Lauterberg haben wir insgesamt 7.700 ha Fichten-Wald verloren. In den kommenden 10 bis 15 Jahren liegt unser Arbeitsschwerpunkt vor allem bei der Wiederbewaldung“, sagt Forstamtsleiter Stefan Fenner und ergänzt: „Es gibt viel zu tun.“
Bergwaldprojekt vor Ort
Das Bergwaldprojekt organisiert an den kommenden Samstagen 18. und 25. April jeweils eintägige Pflanz-Einsätze mit je ca. 100 Freiwilligen, an denen verschiedene Baumarten, von der Erle über Birken bis hin zu Flatterulmen, gepflanzt werden. Die Pflanztage starten jeweils um 9 Uhr, gearbeitet wird bis ca. 17 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, das Bergwaldprojekt stellt die vegetarische, saisonale und möglichst regionale Verpflegung für den Tag.
Der Pflanztag am 18. April findet exklusiv für BahnBonus Teilnehmende statt. Im Rahmen einer CO₂‑Challenge haben die Teilnehmenden durch Fahrten mit der Bahn anstelle des Pkw das festgelegte Einsparziel erreicht. Als Ergebnis dieses Engagements hat die Deutsche Bahn die Bäume für den Pflanztag gespendet.
Vom 19. bis 25. April findet eine Projektwoche mit knapp 20 Freiwilligen aus ganz Deutschland statt. Darauf folgt vom 26. April bis 2. Mai eine integrative Einsatzwoche mit knapp 20 Freiwilligen mit und ohne Behinderung. Die letzte Woche vom 3. bis 9. Mai ist eine Projektwoche ausschließlich für Frauen und auch das Team besteht nur aus Frauen. In den Frauenwochen bietet das Bergwaldprojekt Frauen die Möglichkeit, sich aktiv im Naturschutz zu engagieren und dabei in einer geschützten, unterstützenden Umgebung zu arbeiten. Diese Wochen sollen einen Raum schaffen, in dem Frauen mit- und voneinander lernen können und mit praktischen Arbeiten in der Natur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Ökosysteme leisten. In allen Projekten des Bergwaldprojekts wird ein offener und diskriminierungsfreier Umgang gepflegt. In gemischten Gruppen werden oft traditionelle Rollenbilder übernommen, die bei den Frauenwochen bewusst vermieden werden.
Unter Anleitung von Sophia Schröder, Jonathan Schleißing und Hannes Götz (alle Bergwaldprojekt e.V.) sowie unter Regie von Christiane Lorenz-Laubner (Revierleiterin Kapellenfleck) und Harald Laubner (Revierleiter Braunlage) werden in den Wochen u. a. Winterlinde, Bergulme, Esskastanie, Erle und Birke in bereits bestehende Verbiss-Schutzgatter ergänzend zu vorhandenen Hauptbaumarten gepflanzt und Wildobst und Sträucher wie Schneeball, Holunder, Schwarzdorn, Wildbirne und -Apfel etc. zur Waldrandgestaltung eingebracht. Darüber hinaus werden, sofern notwendig, ergänzend Gatterreparatur- oder begleitende Pflegearbeiten durchgeführt. Am Ende des Einsatzes werden etwa 10.000 Bäume in der Erde sein.
Die Wiederherstellung der Artenvielfalt in unseren Wäldern ist die Grundlage dafür, dass sich zukünftig stabile Mischwälder etablieren können, die den veränderten Wetter- und Klimabedingungen im Zuge der Klimakrise gewachsen sind. Die Resilienz der Ökosysteme ist entscheidend, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten.
Die Einsatzwochen werden von Bildungsarbeit begleitet und dadurch u. a. die durchgeführten Arbeiten in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang gesetzt. In jeder Bergwaldprojekt-Woche ist zudem eine Exkursion vorgesehen, bei der die vielfältigen Aspekte des Ökosystems vor Ort näher beleuchtet und seine Bedeutung und Bedrohung besser verständlich gemacht werden. Das konkrete Beispiel hilft dabei, die globalen ökologischen Krisen zu veranschaulichen.
Untergebracht werden die Freiwilligen für die Wochen in einem Gruppenhaus in Mehrbettzimmern. Köch*innen des Bergwaldprojekts kümmern sich um die vegetarische, biologische und möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Ehrenamtlichen.
Christiane Lorenz-Laubner (Revierleiterin Kapellenfleck) über die Freiwilligen-Einsätze: „Wir freuen uns sehr über das große Engagement der Freiwilligen, uns bei der naturnahen Waldentwicklung vor Ort zu unterstützen. Gemeinsam leisten wir einen wertvollen Beitrag für den Erhalt des Waldes und die Förderung gemischter, stabiler und artenreicher Wälder der Zukunft.“
Sophia Schröder (Bergwaldprojekt) ergänzt: „Die Teilnehmenden lernen bei ihrer gemeinsamen Arbeit nicht nur die enorme Bedeutung von Wäldern u. a. für Klima und Biodiversität kennen, sondern entwickeln auch neue Beziehungen zur Natur. Die gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert die Teilnehmenden oftmals auch darin, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten.“
Für Unternehmen: Regional engagieren
Die naturnahe Wiederherstellung unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Das Bergwaldprojekt bietet Unternehmen im Rahmen eines langfristigen Verbundprojekts die Möglichkeit, sich an der Wiederherstellung der Waldökosysteme im Harz zu beteiligen.
Mehr Infos, wie Ihr Unternehmen durch regionales Engagement einen Beitrag zum Gemeinwohl, den EU-Umweltzielen sowie den Sustainable Development Goals (SDGs) leisten und sich als verantwortungsvoller regionaler Akteur gegenüber seinen Stakeholdern positionieren kann, erfahren Sie bei Jakob Brunnenkant, Leiter CSR, Bergwaldprojekt e.V., unter csr@bergwaldprojekt.de.
Bergwaldprojekt e.V.
Das Bergwaldprojekt organisiert seit mehr als 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. 2026 bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland ca. 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden mehr als 170 Projektwochen an gut 90 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Der Verein finanziert seine Arbeit größtenteils aus Spenden. Dieses Jahr finden zudem 20 einzelne Einsatztage in ganz Deutschland statt, an denen standortheimische Bäume gepflanzt werden.
Das Bergwaldprojekt ist für den Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet.
Pressekontakt:
Michael Rudolph Regionaler Pressesprecher Süd, Niedersächsische Landesforsten Tel.: 05323 9361 28 mobil: 0171 9780 410 E-Mail: Michael.Rudolph@nfa-clausthl.niedersachsen.de
Lena Gärtner Leitung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Bergwaldprojekt e.V. Tel.: 0931 991 220 11 E-Mail: lg@bergwaldprojekt.de www.bergwaldprojekt.de
Ein Pressebild zum Einsatz können Sie hier herunterladen.
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