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09.12.2019 – 15:19

dpa-Faktencheck

Dem Klimawandel sind schon Zigtausende Menschen zum Opfer gefallen

Berlin (ots)

Mediziner und Meteorologen warnen seit langem vor den für viele tödlichen Auswirkungen extremer Wetterlagen. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz versucht das Portal «sciencefiles.org», die Folgen des Klimawandels zu verharmlosen und behauptet: «(So gut wie) Niemand stirbt am Klimawandel» (http://dpaq.de/JxbCV).

BEWERTUNG: Durch die Erderwärmung verursachte Hitzewellen beispielsweise haben nachweislich auch in Deutschland zu höherer Sterblichkeit geführt.

FAKTEN: Die Wechselwirkung von Gesundheit und Klimawandel untersucht der «Lancet Countdown», eine internationale Forschungskooperation, die 35 akademische Einrichtungen und UN-Organisationen weltweit vereinigt. In ihrem im November 2019 vorgelegten Bericht lassen Mediziner, Ingenieure und Klimaforscher keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel «ein hohes und inakzeptables Risiko für die gegenwärtige und zukünftige Gesundheit der Bevölkerung auf der ganzen Welt» darstellt (http://dpaq.de/s9tKj).

Da die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen auch in Zentraleuropa weiter zunehmen werde, müssten besonders ältere Menschen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen rechnen: «Höhere Temperaturen gehen weltweit mit einer erhöhten akuten Sterblichkeit einher; auch für Deutschland ist dieser Zusammenhang eindeutig belegt», heißt es in dem Bericht.

Danach haben die Sommer der Jahre 2003, 2006 und 2015 jeweils eine hohe Zahl von hitzebedingten Todesfällen verursacht. «Bis zum Ende des Jahrhunderts werden für Deutschland 8500 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle jährlich erwartet.» Es drohen unter anderem Herzinfarkt und Nierenversagen.

Statistiken des Rückversicherers Munich Re, die der Deutsche Wetterdienstes (DWD) zitiert, zeichnen ein ähnliches Bild: Zwischen 1980 und 2013 seien durch Wetterextreme in Europa 85 000 Menschen ums Leben gekommen, rund 75 000 seien bei Hitzewellen gestorben (http://dpaq.de/aMjuR).

Der ungewöhnlichen Hitze im Sommer 2003 fielen danach allein in Deutschland etwa 8000 Menschen zusätzlich zum Opfer. In ganz Westeuropa gab es nach wissenschaftlichen Schätzungen allein im Jahr 2003 rund 35 000 zusätzliche Todesfälle.

«Diese erschreckenden Zahlen zeigen: Übermäßige Hitze ist eine der größten Gefahren für das menschliche Leben - nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Deutschland», sagt der frühere Vizepräsident des DWD, Paul Becker.

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Links:

Artikel bei ScienceFiles (archiviert): https://web.archive.org/web/20191205110859/https://sciencefiles.org/2019/11/20/so-gut-wie-niemand-stirbt-am-klimawandel/

Lancet-Countdown: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Pressemitteilungen/20191114_Klimawandel/3_Lancet_Countdown_Policy_brief_for_Germany_German_v01b.pdf

Deutscher Wetterdienst: https://www.dwd.de/DE/presse/pressekonferenzen/DE/2017/PK_14_03_2017/pressemitteilung_20170314.pdf;jsessionid=F5DFD218F585B0060C15C37595E70657.live21073?__blob=publicationFile&v=2

Robert-Koch-Institut zu Folgen des Klimawandels: https://www.rki.de/DE/Content/Gesund/Umwelteinfluesse/Klimawandel/Bundesgesundheitsblatt_2009_07.pdf?__blob=publicationFile

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