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03.12.2019 – 12:18

dpa-Faktencheck

Daten veraltet: Elektroautos auch für den Winter geeignet

Berlin (ots)

In einem «Compact»-Artikel vom 30. November 2019 heißt es, ein Test belege, dass «E-Autos im Winter praktisch nicht nutzbar» seien. Ein «neuer Vergleichstest der Auto-Bild» zeige, dass Elektroautos für Pendler ungeeignet seien. (http://dpaq.de/dD7Tk)

BEWERTUNG: Der Artikel bezieht sich auf einen Test aus dem Winter 2013/2014, die Daten sind überholt. Die Reichweite von Elektroautos nimmt zwar mit der Temperatur ab, doch kann man diesen Effekt durch angepasstes Verhalten verringern. Durch technische Neuerungen erreichen viele Elektroautos höhere Reichweiten als noch vor sechs Jahren - im Sommer wie im Winter.

FAKTEN: Wer ein Elektroauto fährt, muss im Winter mit Reichweitenverlusten rechnen. «Die Reichweite ist stark abhängig von der Außentemperatur, weil der Akku im Winter weniger Leistung bringt», erklärte Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE) der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu komme der Energieverbrauch, den im Winter besonders die Autoheizung in die Höhe treibt. (http://dpaq.de/l6udr)

Die Verluste fallen bei niedrigeren Geschwindigkeiten stärker ins Gewicht, wie der ADAC erklärt: «Fährt man langsam, braucht man für eine bestimmte Strecke mehr Zeit, somit verbraucht auch die Heizung mehr Energie als für dieselbe Strecke bei höherer Geschwindigkeit.» (http://dpaq.de/zShr7)

Der angeblich neue Elektroauto-Test der «Auto Bild», auf den sich der Artikel bezieht, wurde im Januar 2014 veröffentlicht. (http://dpaq.de/MThCI) In der Bilderstrecke finden sich die im «Compact»-Artikel zitierten Zahlen. Der Renault Zoe hatte im Test am schlechtesten abgeschnitten und nur knapp 59 Kilometer erreicht (http://dpaq.de/2bOWZ).

Seit 2014 wurde die Batteriekapazität des Wagens in zwei Schritten mehr als verdoppelt - von 22 auf 52 kWh (http://dpaq.de/Zu6xs). Im ADAC-Test legte der Zoe mit einem 41-kWh-Akku auf der Autobahn bei winterlichen Temperaturen 180 Kilometer zurück (https://perma.cc/ZK24-7F9S).

Neben der Kapazität des Akkus ist auch die Heizung ein wichtiger Faktor für die Reichweite eines E-Autos im Winter. Bei Fahrzeugen mit einer Wärmepumpe kann die Abwärme von Traktionsbatterie, Leistungselektronik und Elektromotor genutzt werden, um den Innenraum aufzuheizen. Das schont die Batterie (http://dpaq.de/l6udr).

Den Innenraum mancher E-Autos kann man bereits während des Ladevorgangs vorwärmen, ohne den Akku zu belasten. Während der Fahrt wird dann die Temperatur lediglich gehalten, wozu vergleichsweise wenig Energie benötigt wird.

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Links:

Beitrag: https://www.compact-online.de/neuer-test-e-autos-im-winter-praktisch-nicht-nutzbar/ (archiviert: http://dpaq.de/dD7Tk)

«Auto Bild»-Artikel vom 09.01.2014: https://www.autobild.de/artikel/elektroautos-im-wintertest-4516067.html (archiviert: http://dpaq.de/MThCI)

Artikel bei «SZ.de»: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verkehr-e-auto-kniffe-fuer-die-kalte-jahreszeit (archiviert: http://dpaq.de/l6udr)

ADAC zu E-Autos im Winter: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/antrieb/elektroauto-reichweite-winter/ (archiviert: http://dpaq.de/zShr7)

Renault Zoe im «Auto Bild»-Test: https://www.autobild.de/artikel/renault-zoe-2019-erster-test-15708735.html (archiviert: http://dpaq.de/Zu6xs)

Renault Zoe im ADAC-Test: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/fahrbericht-test/renault-zoe/ (archiviert: https://perma.cc/ZK24-7F9S)

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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