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26.04.2019 – 12:02

dpa-Faktencheck

Die Berechnung ist nicht korrekt

In einem Facebook-Post wird behauptet, dass eine Reduzierung der CO2-Emissionen Deutschlands auf null zu "einer globalen Reduzierung von 0,00006 Prozent an CO2 in der Atmosphäre" führen würde. Die Auswirkung in Grad Celsius sei nicht messbar.

BEWERTUNG: Weder ist die Zahl korrekt, noch lassen sich daraus die genannten Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf die Erderwärmung ziehen.

FAKTEN: Die Reduzierung wäre deutlich größer als 0,00006 Prozent. Deutschlands CO2-Emission beträgt derzeit ca. 799 Millionen Tonnen pro Jahr (2017): http://dpaq.de/iG4JU

In der Atmosphäre sind ca. 3200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid enthalten: http://dpaq.de/JRG5z

Die jährliche CO2-Emission Deutschlands entspricht also rund 0,025 Prozent des gesamten Kohlendioxids in der Atmosphäre. Auch wenn diese Zahl auf den ersten Blick klein erscheinen mag, wirkt sich eine solche Veränderung der CO2-Konzentration durchaus auf das Klima aus.

Die Behauptung, die Klimawirkung wäre anhand des CO2-Wertes nicht messbar, lässt sich nicht halten. Forscher haben die Klimawirkung im Labor gemessen, in Modellen berechnet und sogar in der Atmosphäre nachgewiesen.

"Der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem ist klar", schreibt der Weltklimarat (IPCC) in seinem Report 2014. Es sei äußerst wahrscheinlich (95 bis 100 Prozent), dass menschengemachte Treibhausgase "Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind". http://dpaq.de/q91RY

Treffen Sonnenstrahlen auf die Erde, dann gibt diese Infrarotstrahlen ins All ab. Ein Teil dieser Wärmestrahlen wird von CO2 und anderen Treibhausgasen aufgehalten und teils zur Erde zurückgeschickt. Diesem Treibhauseffekt verdanken wir Temperaturen, die Leben auf der Erde überhaupt ermöglichen. Der Mensch verstärkt nun diesen Effekt, indem er die CO2-Menge in der Atmosphäre seit Mitte des 19. Jahrhunderts um rund 45 Prozent erhöht hat: http://dpaq.de/awDm3

Die gängigen Klimamodelle machen zwar etwas unterschiedliche Aussagen darüber, wie stark die derzeitige CO2-Menge die Erde erwärmt. Sie lassen aber keinen Zweifel daran, dass CO2 in der Atmosphäre einen deutlichen Effekt hat.

Der weltweite CO2-Ausstoß beträgt 36 153 Millionen Tonnen pro Jahr (2017). Deutschlands stößt also etwa zwei Prozent der weltweiten CO2-Menge aus - mit rund einem Prozent der Weltbevölkerung. Damit liegt die Bundesrepublik nach Berechnungen des Forschungsverbunds Global Carbon Project auf Platz 6 der Staaten mit dem höchsten CO2-Ausstoß.

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Quellen:

- Global Carbon Atlas:http://www.globalcarbonatlas.org/en/CO2-emissions

- Berechnung CO2 in der Atmosphäre:https://web.archive.org/save/http://igss.wikidot.com/co2mass

- IPCC-Report 2014:https://web.archive.org/web/20190425115138/https://www.ipcc.ch/report/ar5/syr/

- Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre:https://web.archive.org/save/https://climate.nasa.gov/evidence/

- Häufig gestellte Fragen zum Klimawandel:https://www.pik-potsdam.de/services/infothek/fragen

- Sammlung: Antworten auf Skeptikerfragen (engl.):https://grist.org/series/skeptics/

- Facebook-Post vom 12. April 2019:https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10205621102484491&set=a.1032738676336&type=3&theater

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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