Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Wie Kommunen trotz knapper Kassen Handlungsspielräume gewinnen
Klimaschutzmanager aus Rheinland-Pfalz tauschen sich beim Klimadialog in Mainz aus. Ehrenamtler stellen bundesweit beachtetes Vorzeigeprojekt vor.
Trotz knapper Kassen: Wie Kommunen Handlungsspielräume gewinnen
Kommunen müssen immer mehr Aufgaben bewältigen, gleichzeitig werden ihre finanziellen und personellen Spielräume vielerorts kleiner. Trotzdem lässt sich vor Ort einiges bewegen. In Rheinland-Pfalz zeigen verschiedene Ansätze, wie bürgerschaftliches Engagement, neue Formen der Zusammenarbeit und ein systematisches Energiemanagement Klimaschutz auch unter schwierigen Rahmenbedingungen voranbringen können. Vorgestellt wurden sie beim Klimadialog der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz am 10. September in Mainz, bei dem sich Klimaschutzmanager aus dem ganzen Land austauschten. Meteorologe Karsten Schwanke machte dabei die messbaren Fakten der Erderwärmung und ihre Folgen für unser tägliches Leben verständlich. Die Psychologists for Future beleuchteten zudem die Schnittstelle zwischen Klimaengagement, Kommunikation und psychologischer Resilienz.
Bürgerstiftung mobilisiert zusätzliche Mittel
Ein bundesweit beachtetes Vorzeigeprojekt kommt aus Imsweiler im Donnersbergkreis. Dort haben engagierte Einwohner im Juni 2025 die Bürgerstiftung Imsweiler unter dem Dach der Bürgerstiftung Pfalz gegründet. Private Gelder, Spenden und Zuwendungen können so für Projekte im Ort gebündelt werden. Ein ehrenamtlicher Vorstand und ein siebenköpfiges Kuratorium übernehmen die Verantwortung. „Wir wollten nicht darauf warten, dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen irgendwann verbessern. Wir wollten selbst Verantwortung übernehmen und zeigen, dass wir unsere Zukunft im Ort mitgestalten können“, sagt Udo Schönenberger, Vorsitzender der Bürgerstiftung Imsweiler. „Genau dieses Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können, ist für einen kleinen Ort wie Imsweiler enorm wichtig.“ Erste Projekte, wie beispielsweise ein Zukunftsdorfgarten mit Sitzecken, Grill- und Spielmöglichkeiten oder ein Bildungs- und Generationennetzwerk mit Kindergarten und Grundschule, sind bereits in Planung.
Das Beispiel zeigt, wie Bürgerinnen und Bürger zusätzliche Ressourcen für ihren Ort mobilisieren können. Eine angemessene Finanzausstattung der Kommunen ersetzt bürgerschaftliches Engagement allerdings nicht.
Gemeinsam Ideen in konkrete Projekte verwandeln
Auch die Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen setzt auf das Zusammenspiel von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft. Die Initiative „ZUKUNFT NATUR“ der Klimaschutzmanagerin Dr. Martina Daub bringt engagierte Bürgerinnen und Bürger mit den Verantwortlichen vor Ort zusammen. In Arbeitsgruppen geht es unter anderem um Trinkwasserschutz, Wald und Wasserrückhalt, naturnahe Flächen und urbane Begrünung.
Die Initiative ist in das Klimaschutzkonzept der Verbandsgemeinde eingebettet, die bis spätestens 2040 treibhausgasneutral werden will. Aus dem Austausch entstehen konkrete Projekte, die kommunale Ziele unterstützen und vor Ort sichtbar werden. „Der entscheidende Punkt ist, dass aus Engagement konkrete Wirkung wird. Wenn Menschen sehen, dass aus ihrer Idee ein Projekt und aus einem Projekt eine sichtbare Veränderung wird, entsteht Vertrauen – in die eigene Wirksamkeit und in die gemeinsame Gestaltungskraft vor Ort“, betont Johannes Kletting, Geschäftsführer der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.
Energiemanagement senkt Kosten
Ein weiterer Ansatz liegt im kommunalen Energiemanagement. Wer Energieverbräuche systematisch erfasst und kommunale Gebäude und Anlagen in den Blick nimmt, kann Einsparpotenziale erkennen und Maßnahmen gezielt priorisieren. Gerade bei knappen Haushalten ist das relevant: Nicht jede Einsparung erfordert eine große Investition. Auch organisatorische Maßnahmen und ein verändertes Nutzerverhalten können Energieverbrauch und Kosten reduzieren.
Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen unter anderem im Rahmen des Kommunalen Klimapakts bei der Einführung eines kommunalen Energiemanagements – mit Beratung, geeigneten Instrumenten und individueller Begleitung.
Zusätzliche Kräfte nutzen
„Klimaschutz und Energiewende entscheiden sich vor Ort. Gerade wenn die finanziellen Spielräume kleiner werden, müssen wir deshalb stärker darauf schauen, was Kommunen gemeinsam mit den Menschen vor Ort bewegen können“, sagt Kletting. Eine verlässliche kommunale Finanzierung bleibt dabei die Grundlage. Ehrenamt, Eigeninitiative und effizientes Ressourcenmanagement können fehlende Finanzmittel nicht ersetzen. Sie können aber zusätzliche Kräfte mobilisieren und dazu beitragen, dass gute Ideen auch unter schwierigen Bedingungen umgesetzt werden. So können Kommunen ihre vorhandenen Möglichkeiten besser nutzen und Handlungsspielräume für Klimaschutz und Lebensqualität vor Ort gewinnen.
Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH Ansprechpartnerin: Dagmar Schneider / Leiterin Kommunikation & Pressesprecherin Tel.: 0631 - 34371-158, mobil 0151 - 65555013 dagmar.schneider@energieagentur.rlp.de Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz im Internet: www.energieagentur.rlp.de www.earlp.de/linkedin www.facebook.com/energie.rlp
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