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Sanierung der Grundschule Daleiden nimmt Gestalt an

Sanierung der Grundschule Daleiden nimmt Gestalt an
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Mit der Sanierung der Grundschule Daleiden befindet sich eines der innovativsten Schulbauprojekte in Rheinland-Pfalz aktuell in der Umsetzungsphase. Die Verbandsgemeinde Arzfeld saniert das Gebäude aus den 1970er Jahren nach dem Prinzip der seriellen Sanierung und schafft damit nicht nur eine moderne Grundschule, sondern einen vielseitigen Ort für die gesamte Dorfgemeinschaft.

Das Gebäude wurde in den vergangenen Monaten bis auf seine tragende Betonstruktur zurückgebaut, in den nächsten Wochen ist die Fertigstellung des Rohbaus geplant. Die vollständige Entkernung bildet die Grundlage für die umfassende energetische und funktionale Modernisierung.

Bewusste Entscheidung für den Gebäudebestand

Der Weg zur heutigen Lösung war keineswegs vorgezeichnet. Ursprünglich standen verschiedene Varianten zur Diskussion – von einer klassischen Sanierung über einen Neubau bis hin zum vollständigen Abriss des Gebäudes. Allein die Abrisskosten hätten sich auf rund eine Million Euro belaufen, zusätzliche Kosten für die Entsorgung schadstoffbelasteter Materialien noch nicht eingerechnet.

„Dass die Entscheidung schließlich zugunsten des Erhalts fiel, lag vor allem an der guten Grundsubstanz des Gebäudes“, berichtet Stefan Beyer von der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz, die das Projekt von Beginn an begleitet und beispielsweise durch Fördermittelberatung und Kontaktvermittlung unterstützt.

Das Architekturbüro AXT Architekten machte frühzeitig deutlich, welche Potenziale in der Weiternutzung des Bestands liegen. „Wir müssen weg von der Vorstellung, dass ältere Gebäude immer ersetzt werden müssen“, sagt Architekt Dirk Axt. „Gerade bei Gebäuden mit einer guten Bausubstanz bietet die Sanierung große Chancen – ökologisch, wirtschaftlich und für die Identität eines Ortes.“ Auch ein Vor-Ort-Termin des Verbandsgemeinderates im Schulgebäude trug dazu bei, die Qualitäten des Bestands unmittelbar erlebbar zu machen.

Mehr Platz für moderne Pädagogik

Nach Abschluss der Arbeiten wird die Schule über vier Klassenräume, offene Lerncluster, eine Mensa und moderne Lernbereiche verfügen. Aktuell besuchen rund 70 Schülerinnen und Schüler die Grundschule. Ein wesentlicher Vorteil der Sanierung liegt dabei in den vorhandenen Flächen. Während ein Neubau nach heutigen Schulbaurichtlinien lediglich rund 780 Quadratmeter Nutzfläche ermöglicht hätte, stehen durch die Weiternutzung des Bestandsgebäudes künftig rund 2.000 Quadratmeter zur Verfügung. Die großzügigen Räume bieten mehr Flexibilität für moderne pädagogische Konzepte und schaffen zusätzliche Aufenthalts- und Lernbereiche.

Schule und Dorf unter einem Dach

Das Projekt geht jedoch weit über eine reine Schulsanierung hinaus. Neben den Räumlichkeiten für die Grundschule werden künftig auch die Gemeinde, die Feuerwehr, Vereine sowie Wohnungen im Gebäude Platz finden.

„Unser Ziel ist es, einen echten Mehrwert für die gesamte Gemeinde zu schaffen“, betont Bürgermeister Johannes Kuhl. „Das Gebäude soll ein Ort der Begegnung werden. Die Mischnutzung macht dieses Projekt besonders und bietet deutlich mehr Möglichkeiten als ein reiner Schulneubau.“

Serielle Sanierung als Modell für die Zukunft

Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Projekt durch die Anwendung der seriellen Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip. Dabei werden große Teile der neuen Gebäudehülle digital geplant und in einer Werkhalle unter kontrollierten Bedingungen vorgefertigt.

Auf Grundlage eines detaillierten 3D-Modells des Gebäudes werden die insgesamt rund 2.200 Quadratmeter Fassadenelemente passgenau gefertigt. Das größte Element misst dabei 12,5 mal 3,7 Meter. Die Produktion soll voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern. Anschließend werden die vorgefertigten Elemente innerhalb weniger Wochen montiert. „Der größte Vorteil der seriellen Sanierung liegt in der kurzen Montagezeit“, erklärt Architekt Axt. „Gerade bei einer Schule ist es wichtig, die Bauzeit möglichst kurz zu halten. Gleichzeitig profitieren wir von einer hohen Ausführungsqualität, da die Elemente unabhängig von Wetterbedingungen gefertigt werden. Zudem werden viele Arbeitsschritte unter einem Dach gebündelt, wodurch Schnittstellen zwischen einzelnen Gewerken reduziert werden.“ Die umfangreiche Vorplanung sorge darüber hinaus für eine hohe Kostenverlässlichkeit.

Nachhaltigkeit aus der Region

Nachhaltigkeit spielt bei dem Projekt eine zentrale Rolle. Die neue Fassade wird überwiegend aus Holz gefertigt, das aus heimischen Wäldern stammt. Damit bleiben Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region, gleichzeitig werden Transportwege deutlich reduziert. „Unsere Region lebt vom Wald. Deshalb war es uns wichtig, diesen Rohstoff auch beim Schulgebäude einzusetzen“, so Bürgermeister Kuhl. Die neue Holzfassade wird bewusst auf Langlebigkeit und einen geringen Unterhaltungsaufwand ausgelegt. Auch der zunehmende Hitzeschutz wurde von Beginn an mitgedacht. Verschattungselemente, eine hochwertige Dämmung und massive Holzbauteile sollen künftig für ein angenehmes Raumklima sorgen. Auf dem Dach wird zudem erneut eine Photovoltaikanlage mit rund 120 bis 130 Modulen installiert.

Deutlich geringerer Energieverbrauch

Die energetische Sanierung wird die Betriebskosten der Schule spürbar senken. Das bestehende Gebäude weist derzeit einen hohen Energieverbrauch auf. Nach Abschluss der Arbeiten könnte der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent sinken.

Bereits heute ist die Schule an ein Nahwärmenetz angeschlossen, das überwiegend mit Holzpellets betrieben wird. Der bislang noch erforderliche Ölkessel für Spitzenlasten soll künftig möglichst vollständig entfallen; laut Berechnungen wird die Heizlast um rund 40 bis 50 Prozent geringer ausfallen.

Fördermittel als entscheidender Baustein

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 14 Millionen Euro. Finanziert wird die Sanierung maßgeblich durch Fördermittel aus insgesamt neun verschiedenen Programmen. „Ohne diese Förderungen wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht umsetzbar“, sagt Kuhl. „Die Kombination der verschiedenen Programme ist zwar anspruchsvoll und in der Abwicklung teilweise komplex, eröffnet uns aber die Möglichkeit, ein zukunftsweisendes Projekt für Daleiden zu realisieren.“

Die Fertigstellung der modernisierten Grundschule ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Dann sollen die Schülerinnen und Schüler wieder in ihr grundlegend erneuertes Schulgebäude zurückkehren. Für Bürgermeister Kuhl hat das Projekt dabei Signalwirkung über die Gemeinde hinaus: „Ich kann mir gut vorstellen, dieses Prinzip künftig auch auf andere öffentliche Gebäude wie Verwaltungsgebäude zu übertragen.“

Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Ansprechpartnerin:
Sabine Werle / Pressereferentin
Tel.: 0631 - 34371-173
sabine.werle@energieagentur.rlp.de

Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz im Internet:
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