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Klimaanpassung beim FSV Cappel: Maßnahmen für mehr Schutz vor Hitze und Starkregen

Gemeinsame Pressemitteilung von Öko-Institut und FSV Cappel

Darmstadt/Marburg, 20. August 2026

Klimaanpassung beim FSV Cappel: Maßnahmen für mehr Schutz vor Hitze und Starkregen

Ein Gründach über dem Zuschauerbereich, Sonnenschutz am Vereinsheim, eine Regenwasserzisterne, wasserdurchlässige Flächen und eine begrünte Fassade: Diese fünf Maßnahmen stehen im Mittelpunkt des neuen Klimaanpassungskonzepts für den FSV Cappel. Das Öko-Institut hat das Konzept gemeinsam mit dem Fußballverein, dem Architekturbüro Atelier Spitzner und der Lean FM GmbH entwickelt. Gefördert wurde das Vorhaben im Rahmen der Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Der FSV Cappel hat mehr als 550 Mitglieder. Von den rund 400 aktiven Spieler*innen sind etwa 300 Kinder und Jugendliche. Hinzu kommen Senior*innen, die sich regelmäßig auf der Anlage aufhalten. Insbesondere die sogenannte vulnerable Gruppe der Kinder, älteren Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen können durch die Auswirkungen des Klimawandels, wie Hitze, intensive UV-Strahlung und fehlenden Witterungsschutz gesundheitlich belastet werden.

„Unser Klimaanpassungskonzept verbindet wissenschaftliche Analysen mit den Erfahrungen der Menschen, die die Anlage täglich nutzen“, sagt Stefanie Degreif, Projektleiterin am Öko-Institut. „Gemeinsam konnten wir Maßnahmen entwickeln und bewerten, die gezielt auf die Situation beim FSV Cappel zugeschnitten sind.“

Schutz vor Hitze, Sonne und Starkregen

Die Analyse zeigt, dass vor allem Hitze und intensive Sonneneinstrahlung die Anlage belasten. Wenig Schatten, versiegelte Asphaltflächen und fehlender außenliegender Sonnenschutz verstärken die Aufheizung des Vereinsheims und seines direkten Umfelds. Auf dem Sportfeld mit Kunstrasen kann bei einer Lufttemperatur um 35 Grad Celsius die Oberflächentemperatur bis zu 55 Grad Celsius erreichen.

Auch Starkregen stellt ein Risiko dar. Die weitgehend versiegelten Flächen können Niederschlagswasser nur eingeschränkt aufnehmen. Überflutete oder nasse Bereiche können Training und Spiele beeinträchtigen und bei fehlender Unterstellmöglichkeit das Wohlbefinden der Menschen auf der Anlage mindern.

„Das Vereinsgelände ist ein Treffpunkt für viele unterschiedliche Menschen. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich Kinder, Aktive, ältere Mitglieder und Zuschauer*innen auch bei zunehmender Hitze oder Starkregen sicher dort aufhalten können“, sagt Reiner Muth vom FSV Cappel. „Das Konzept gibt uns eine konkrete Grundlage, um die Anlage Schritt für Schritt klimaangepasster zu gestalten.“

Das Projektteam hat insgesamt 40 Ansätze gesammelt, um das Sportgelände widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen zu machen. In einem iterativen Verfahren wurden daraus fünf bauliche Vorhaben ausgewählt und einer umfassenden Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.

Fünf priorisierte Schutzmaßnahmen

  • Überdachung des barrierefreien Zuschauerbereichs: Eine Holzkonstruktion mit begrüntem Retentionsdach soll Rollstuhlplätze und Begleitplätze vor Sonne, Hitze und Niederschlag schützen. Das Gründach hält zugleich Regenwasser zurück, fördert die Verdunstungskühlung und schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
  • Außenliegender Sonnenschutz am Vereinsheim: Regelbare Sonnenschutzsysteme an der südwestlichen Fensterfront sollen solare Wärmeeinträge und Blendung reduzieren. Für den Gastraum und den Außenverkauf sind unterschiedliche, auf die jeweilige Nutzung abgestimmte Lösungen vorgesehen.
  • Regenwasserzisterne: Gesammeltes Niederschlagswasser soll künftig zur Bewässerung der Kinderarena eingesetzt werden. Dadurch lässt sich Trinkwasser sparen. Zugleich wird Regenwasser auf dem Gelände zurück-gehalten und über die Rasenflächen versickert, statt unmittelbar in die Kanalisation zu fließen.
  • Teilentsiegelung des Eingangsbereichs: Die bestehende Asphaltfläche soll durch einen wasserdurchlässigen Pflasterbelag ersetzt werden. Die Fläche muss weiterhin barrierefrei sein und die Anforderungen für Rettungsfahrzeuge erfüllen. Nach Möglichkeit sollen gebrauchte Pflastersteine nach dem Prinzip der Wiederverwendung von Baumaterialien eingesetzt werden.
  • Begrünung der Südfassade: Kletterpflanzen und Rankhilfen sollen die stark sonnenexponierte Fassade verschatten. Eine Fassadenbegrünung kann das Gebäudeumfeld kühlen, die Artenvielfalt fördern und die Luftqualität verbessern. Ein Pflege-, Bewässerungs- und Kontrollkonzept soll die langfristige Wirkung sichern.

Vereinsmitglieder frühzeitig beteiligt

Die Perspektive der Menschen im Verein spielte bei der Entwicklung des Konzepts eine zentrale Rolle. An einer Befragung beteiligten sich 155 Mitglieder sowie Besucher*innen unterschiedlicher Altersgruppen und mit unterschiedlichen Rollen im Verein.

Bei einem Workshop im Februar 2026 diskutierten Teilnehmende aus verschiedenen Vereinsgruppen die möglichen Anpassungsmaßnahmen und legten gemeinsam Prioritäten fest. Die fünf nun empfohlenen Maßnahmen verbinden damit wissenschaftliche und bauliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen aus dem Vereinsalltag.

Klimaanpassung wird für Sportvereine wichtiger

Durch den Klimawandel nehmen Hitzeperioden, Dürren und Starkregen-ereignisse in Deutschland zu. Davon sind sowohl Vereinsheime und Sport-anlagen als auch die Menschen betroffen, die dort trainieren, arbeiten oder zuschauen. Klimaanpassung im Sport dient deshalb dem Schutz der Infra-struktur und der Gesundheit von Sportler*innen, Zuschauer*innen, Betreuungspersonen und Offiziellen.

Handlungskonzept Klimaanpassung der Stadt Marburg

Der FSV Cappel identifiziert sich mit den Klimaanpassungszielen der Stadt Marburg und leistet mit dem Konzept einen konkreten Beitrag zu einer klimaresilienten Stadtentwicklung. Dabei arbeitet der Verein eng mit den zuständigen Fachbereichen der Stadt zusammen, um die Weiterentwicklung des Sportgeländes mit den kommunalen Klimazielen in Einklang zu bringen.

„Klimaanpassungskonzept für den Fußballverein FSV 1926 Cappel e.V. in Marburg“ von Öko-Institut, FSV Cappel, Atelier Spitzner und Lean FM GmbH

Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Stefanie Degreif

Stellv. Leiterin des Institutsbereichs

Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut Consult GmbH, Büro Darmstadt

Telefon: +49 6151 8191-125

E-Mail: s.degreif@oeko.de

Ansprechpartner beim FSV Cappel

Reiner Muth

1. Vorsitzender

FSV 1926 Cappel e.V.

Telefon: +49 173 6533508

E-Mail: reiner.muth@fsvcappel.de

Über das Öko-Institut

Das Öko-Institut ist seit seiner Gründung vor fast 50 Jahren eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Es erarbeitet Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

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Über den FSV Cappel

Der FSV 1926 Cappel e.V. ist ein im Marburger Stadtteil Cappel beheimateter Fußballverein und Nutzer der städtischen Sportanlage am Köppel. Mit seiner Jugendarbeit übernimmt der Verein eine wichtige sportliche und soziale Funktion vor Ort. Zugleich engagiert sich der FSV Cappel über den Sportbetrieb hinaus in sozialen Projekten und richtet auch die Weiterentwicklung seiner Infrastruktur an Nachhaltigkeitszielen aus. Mit dem Klimaanpassungskonzept möchte der Verein sein Sportgelände zukunftsfähig gestalten und besser gegen die Folgen von Extremwetterereignissen wappnen.

fsvcappel.de | Instagram

Öko-Institut
Mandy Schoßig
Öffentlichkeit & Kommunikation
Borkumstraße 2
D-13189 Berlin
Tel: +49 30 405085-334
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