EnBW Energie Baden Württemberg AG

Erstes Halbjahr 2013: Geschäftliche Entwicklung im Rahmen der Erwartungen - strategische Neuausrichtung eingeleitet

Karlsruhe (ots) - Angesichts unverändert schwieriger Strom- und Gasmärkte sowie durch Sonderbelastungen lag die Ergebnisentwicklung des EnBW-Konzerns im ersten Halbjahr 2013 erwartungsgemäß unter dem Vorjahr. Finanzvorstand Thomas Kusterer: "Aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen speziell im Bereich Kernenergie mussten wir hohe Belastungen verkraften, die sich deutlich negativ auf den Konzernüberschuss ausgewirkt haben. Das operative Geschäft der EnBW läuft jedoch bisher, trotz rauem Fahrwasser in fast allen unseren Märkten, im Rahmen unserer Erwartungen. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir Ende des Jahres im vorhergesagten Korridor landen und ein um Sondereffekte bereinigtes Adjusted EBITDA erzielen werden, das 5 Prozent bis 10 Prozent unter dem Vorjahr liegt." Die EnBW erzielte in den ersten sechs Monaten 2013 mit 19.774 Mitarbeitern einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro und damit ein Plus von 9,3 Prozent. Zum Umsatzanstieg haben alle Geschäftsfelder in unterschiedlichem Umfang beigetragen.

Das um Sondereffekte bereinigte Adjusted EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ging allerdings um 2,3 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro zurück. Darin enthalten sind positive Bewertungseffekte aus Derivaten, die sich zum Zeitpunkt der Realisation des Grundgeschäfts wieder aufheben werden. Bereinigt auch um diese Effekte betrug das Adjusted EBITDA rund 1,3 Milliarden Euro (-7,3 Prozent).

Hauptursachen des Ergebnisrückgangs waren gesunkene Preise und Spreads in der Stromproduktion sowie die Belastung aus der Vollauktionierung der CO2-Zertifikate seit Jahresbeginn 2013. Dies führte zu deutlich niedrigeren Ergebnissen in den Geschäftsfeldern Erzeugung und Handel sowie Erneuerbare Energien. Ursächlich für den Ergebnisrückgang im Geschäftsfeld Stromvertrieb waren unter anderem geringere Margen, deren negative Ergebnisauswirkungen durch höhere Absatzmengen im Gasvertrieb nicht ausgeglichen werden konnten. Das Geschäftsfeld Netze konnte dagegen durch höhere Netznutzungsentgelte und geringere Gemeinkosten sein Ergebnis verbessern.

Das neutrale EBITDA verschlechterte sich deutlich um über 250 Millionen Euro von -55,0 Millionen Euro auf -309,6 Millionen Euro. Dies wurde maßgeblich durch höhere Aufwendungen im Bereich der Kernenergie infolge des neuen Standortauswahlgesetzes sowie durch die Zuführung zur Drohverlustrückstellung für Strombezugsverträge verursacht.

Der neutrale Konzernfehlbetrag belief sich daher auf -285,1 Millionen Euro gegenüber -30,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Adjusted Konzernüberschuss lag mit 475,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 575,6 Millionen Euro.

Der Operating Cashflow erhöhte sich von 612,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum um 21,4 Prozent auf 743,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Der Free Cash Flow verbesserte sich, trotz der erhöhten Investition in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, um 98,5 Millionen Euro beziehungsweise 22,6 Prozent auf 535,2 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr geht die EnBW vor allem aufgrund der Strompreisentwicklung von einem deutlich geringeren Ergebnis in den Geschäftsfeldern Erzeugung und Handel sowie Erneuerbare Energien aus. Eine deutliche Ergebnissteigerung wird dagegen im Geschäftsfeld Netze erwartet. Im Geschäftsfeld Vertrieb rechnet EnBW, trotz des Ergebnisrückgangs im ersten Halbjahr 2013, mit einem höheren Ergebnis für das Gesamtjahr. Das Unternehmen bestätigt daher die bisherige Prognose, für das Gesamtjahr 2013 ein Adjusted EBITDA -5 Prozent bis -10 Prozent unter Vorjahr zu erreichen.

Strategische und strukturelle Neuausrichtung

Im Juni 2013 hat die EnBW ihre tiefgreifende strategische Neuausrichtung vorgestellt und gestartet. EnBW-Chef Frank Mastiaux: "Die Entwicklung der letzten Jahre und aktuell im ersten Halbjahr 2013 zeigt, dass wir schnell und konsequent handeln müssen. Mit unserer neuen Strategie EnBW 2020 und unserer neuen Struktur sind wir dazu in der Lage. Wir werden unsere Aktivitäten und Investitionen dahin lenken, wo die Nachfrage unserer Kunden ist und wo künftig zufriedenstellende Erträge verlässlich generiert werden können. Von wenig aussichtsreichen Aktivitäten werden wir uns trennen." Für die Umsetzung ihrer Strategie wird die EnBW bis 2020 neben den Bestandsinvestitionen zusätzlich zu den im Rahmen der bisherigen Planung bereits konkret beschlossenen Investitionen insgesamt rund 7 Milliarden Euro investieren. Schwerpunkte sind der Ausbau der Wind- und Wasserkraft, die Erweiterung und Modernisierung des Netzgeschäfts sowie die Entwicklung dezentraler, kundenaher Lösungen und Geschäftsmodelle.

Die neue EnBW-Struktur wurde Ende Juni in kurzer Zeit von Management und Arbeitnehmervertretern beschlossen. Mastiaux: "Dieser Konsens ist ermutigend und zeigt eine große Stärke des Unternehmens. Mit der neuen Struktur werden wir die Komplexität des EnBW-Konzerns erheblich reduzieren. Wir werden zukünftig schneller und flexibler entscheiden und handeln können. Dies wird die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie entscheidend fördern." Die Umsetzung der neuen Struktur wird noch im ersten Halbjahr 2014 mit der Zusammenführung von sechs Kerngesellschaften und deren Verschmelzung auf die EnBW AG abgeschlossen sein.

EnBW-Chef Mastiaux: "Unser Ziel ist, die Energiewende aktiv und maßgeblich mitzugestalten. Wir setzen dabei auf Kundenorientierung und Partnerschaft mit unseren Kunden. Wir sind überzeugt, dass uns dadurch in den kommenden Jahren die Ergebniswende gelingen wird. Im Interesse unserer Mitarbeiter und Anteilseigner wollen wir nachhaltig positive Wertbeiträge erzielen."

EnBW-Konzern auf einen Blick 
Mio. EUR1                      01.01.-     01.01.-      Veränderung
                               30.06.2013  30.06.2012   in %

Umsatz 
Erzeugung und Handel           2.522,9      2.143,9      17,7 
Erneuerbare Energien             185,4        170,8       8,5 
Netze                          2.829,5      2.491,9      13,5 
Vertriebe                      5.015,4      4.851,3       3,4 
Sonstiges/Konsolidierung           6,5          4,5      44,4 
Außenumsatz gesamt            10.559,7      9.662,4       9,3 

Adjusted EBITDA                1.406,3      1.439,0      -2,3 
EBITDA                         1.096,7      1.384,0     -20,8 
Adjusted EBIT                    969,3      1.000,5      -3,1 
EBIT                             659,0        945,4     -30,3 
Adjusted Konzernüberschuss2      475,6        575,6     -17,4 
Konzernüberschuss2               190,5        545,0     -65,0 
Ergebnis je Aktie aus Adjusted 
Konzernüberschuss in EUR2          1,76         2,36    -25,4 
Ergebnis je Aktie aus 
Konzernüberschuss in EUR2          0,70         2,23    -68,6 
Operating Cashflow               743,5        612,5      21,4 
Free Cashflow                    535,2        436,7      22,6 
Investitionen                    375,9        347,1       8,3 
Energieabsatz des EnBW-Konzerns1	

Strom	Mrd. kWh                64,4         67,5      -4,6 
Gas	Mrd. kWh                54,1         38,4      40,9 

Mitarbeiter des EnBW-Konzerns1,3  30.06.2013 30.06.2012 Veränderung 
                                                        in % 
Mitarbeiter Anzahl                19.774     20.108      -1,7 
1 Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden angepasst. 
2 Bezogen auf das auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Ergebnis.
3 Anzahl der Mitarbeiter ohne Auszubildende und ohne ruhende 
Arbeitsverhältnisse. Der Begriff Mitarbeiter bezeichnet weibliche und
männliche Beschäftigte. 

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