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BdSt NRW legt aktuelle Grundsteuer B-Hebesätze vor - Spirale dreht sich weiter nach oben

BdSt NRW legt aktuelle Grundsteuer B-Hebesätze vor - Spirale dreht sich weiter nach oben
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Das Wohnen wird in Nordrhein-Westfalen noch einmal teurer. Wie der Bund der Steuerzahler NRW in seiner Erhebung der aktuellen Grundsteuer B-Hebesätze feststellt, haben 140 Kommunen im Vergleich zum Vorjahr ihre Hebesätze erhöht. 53 Kommunen wechselten vom differenzierten Hebesatz zurück zum einheitlichen - ein weiterer Dreh bei der Wohnkostenspirale.

Grundsteuer-Hebesätze in NRW: Die Spirale dreht sich weiter nach oben

BdSt NRW legt aktuelle Erhebung vor – zahlreiche Kommunen erhöhen Hebesätze, Belastung für Eigentümer und Mieter wächst rasant

Die kommunale Finanzkrise in Nordrhein-Westfalen hinterlässt zunehmend deutliche Spuren auf den Steuerbescheiden der Bürgerinnen und Bürger. Das belegt die aktuelle Grundsteuer B-Erhebung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) NRW mit Stand Juli 2026: Zahlreiche Kommunen haben ihre Hebesätze angepasst – und die Tendenz weist eindeutig nach oben. Viele Kommunen haben die neuen Hebesätze erst im laufenden Jahr beschlossen. Bis zum Stichtag 30. Juni ist das rückwirkend möglich.

Von 396 ausgewerteten Kommunen haben 140 den Hebesatz von 2025 auf 2026 erhöht, lediglich drei haben ihn gesenkt. Wohnen wird damit weiter teurer. Während bei der einheitlichen Grundsteuersystematik ein Hebesatz für alle Grundstücksarten gilt, steht bei einer Differenzierung der Hebesätze bei der BdSt-Untersuchung vor allem der Satz für Wohngrundstücke im Fokus.

„Die Hebesatzspirale dreht sich ungebremst weiter nach oben. Alsdorf (1.240 Punkte), Nideggen (1.200 Punkte) und Lüdenscheid (1.190 Punkte) rufen die höchsten Hebesätze fürs Wohnen auf – mit spürbaren Folgen für Wohneigentümer und Mieter gleichermaßen“, sagt Rik Steinheuer, Vorsitzender des BdSt NRW. Insgesamt befinden sich inzwischen 25 Städte und Gemeinden mit einheitlichen Hebesätzen über der 1.000-Prozentmarke. Bei den differenzierten Hebesätzen sind drei Kommunen mit Hebesätzen für Wohngrundstücke über dieser Marke zu finden.

Besorgniserregende Zukunftsperspektive

„Angesichts der vielerorts weiterhin angespannten Haushaltslage ist in den kommenden Jahren mit weiteren deutlichen Anhebungen zu rechnen. Entsprechende Planungen finden sich bereits in vielen Haushalten“, so Steinheuer.

Die Erhebung zeigt außerdem: Während einige Kommunen versuchen, ihre Hebesätze stabil zu halten, erhoffen sich andere angesichts struktureller Finanzprobleme spürbare Ergebnisverbesserungen durch eine höhere Grundsteuer B. Besonders stark steigen die Hebesätze in Vettweiß (+377 Punkte), Dinslaken (+350 Punkte) und Bergkamen (+325 Punkte). Prozentual sind dies Steigerungen von teilweise mehr als 50%. „Unfassbar“, so Steinheuers Kommentar.

Von den Erhöhungen bei den einheitlichen Hebesätzen finden sich 57 oberhalb von 100 Prozentpunkten, davon sogar 19 mit Erhöhungen (teilweise weit) über 200 Prozentpunkten wieder. Bei den Anwendern der differenzierten Hebesätze wurden die Hebesätze für Wohnen in vier Kommunen um mehr als 100 Prozentpunkte erhöht.

Positive Ausreißer

Es gibt einige wenige positive Beispiele, bei denen Wohnen günstiger wird – wenn auch nur um wenige Prozentpunkte: Borgholzhausen senkte um 34 Punkte, Büren um neun und Ahlen um einen Prozentpunkt.

Differenzierte Hebesätze vielfach wieder abgeschafft

Nach dem bekannten Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen zu den differenzierten Hebesätzen kehren zudem viele Kommunen zum einheitlichen System zurück: Insgesamt sind 53 Kommunen von einem differenzierten auf einen einheitlichen Hebesatz gewechselt. Gerade in diesen Städten und Gemeinden wird Wohnen teurer, da die zuvor tendenziell entlastenden differenzierten Sätze für Wohngrundstücke nun hinfällig sind. Mit Meinerzhagen geht nur eine Kommune den umgekehrten Weg und hat sich im Vergleich zum Vorjahr für differenzierte Hebesätze entschieden – diese Entscheidung fiel jedoch bereits vor dem Gelsenkirchener Urteil.

Landesdurchschnitt ein trauriger Spitzenwert

Der Durchschnitt der einheitlichen Hebesätze beträgt in Nordrhein-Westfalen nun 764 Prozentpunkte – ein trauriger Spitzenwert unter den Flächenländern in der Bundesrepublik. Bei den differenzierten Hebesätzen summiert sich der Schnitt auf 686 Prozentpunkte für die Wohngrundstücke und auf 1.258 für Nicht-Wohngrundstücke.

„Die Belastungsgrenze ist vielerorts längst überschritten“, sagt Steinheuer. „Die kommunale Finanzkrise ist real, und die Menschen vor Ort bekommen das zu spüren. Die Tendenz, dass dieser staatlich beeinflusste Teil der Miete besonders stark steigt, verfestigt sich.“

Bund und Land müssen endlich für eine sinnvolle Aufgabenverteilung und eine angemessene Finanzausstattung der Kommunen sorgen – und die Kommunen selbst müssen alles daransetzen, die Belastungen so niedrig wie möglich zu halten. Der Gesetzgeber wird auch nicht umhin kommen, die in vielen Bereichen ständig erhöhten Standards teilweise wieder zurückzuschrauben, um eine Überforderung der Steuerzahler abzuwenden. Der BdSt NRW fordert die Kommunen auf, Einsparpotenziale konsequent zu nutzen und auf weitere Hebesatzerhöhungen zu verzichten. Steuererhöhungen dürfen keine Dauerlösung für strukturelle Probleme sein.

In diesem Jahr zeigte sich bei der Recherche der aktuellen Hebesätze erneut: Auf den Webseiten vieler Kommunen sind die bereitgestellten Satzungen und Daten nicht aktuell. Das ist weder transparent noch bürgerfreundlich. Der Bund der Steuerzahler NRW fordert, dass sich das ändert.

Düsseldorf, den 16. Juli 2026

Über den Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (BdSt NRW):
Der BdSt NRW ist seit 1949 die unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung der Steuerzahler in Nordrhein-Westfalen. Der Landesverband mit Sitz in Düsseldorf setzt sich dafür ein, die Steuer- und Abgabenlast auf ein faires Maß zu senken, Steuergeldverschwendung zu stoppen, Staatsverschuldung abzubauen und Bürokratie zu reduzieren. Finanziert durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, engagiert sich der BdSt NRW aktiv für eine verantwortungsvolle Finanzpolitik im Sinne der Bürger und Unternehmen. Mehr Informationen:  steuerzahler.de/nrw.
Kontakt:
Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e.V.
Pressestelle
Bärbel Hildebrand
Tel. 0211 99175-26, Fax: -50              
E-Mail: hildebrand@steuerzahler-nrw.de
Sie finden die BdSt-Presseinformationen auch auf unserer Internetseite  www.steuerzahler.de/nrw und  www.facebook.com/steuerzahlernrw
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