Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Alte Pflanzensorten für den klimaangepassten Balkon
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Alte Pflanzensorten für den klimaangepassten Balkon
Welche Schätze Saatgutbibliotheken bergen
Wer den eigenen Garten oder Balkon klimaangepasst gestalten möchte, für den lohnt sich der Besuch in einer Saatgutbibliothek. „Bei diesen lokalen Initiativen gibt es samenfestes Saatgut von alten und regionalen Pflanzensorten, die besonders gut an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind”, erklärt Norbert Strauß von der Gruppe Klimaanpassung der Verbraucherzentrale NRW. Mit diesen lassen sich Beete, Hochbeete und Balkonkästen widerstandsfähiger gegen Hitze, Trockenheit oder Starkregen gestalten.
Der richtige Start
Die Vorfreude auf die neue Gartensaison beginnt mit der Auswahl der richtigen Samen: Wer auf samenfeste Sorten setzt, sichert sich nicht nur seltene Schätze, sondern kann die Lieblingssorten auch im nächsten Jahr wieder aussäen. Im Gegensatz zu sogenannten (F1-)Hybride. Das fördert die biologische Vielfalt und macht Gärtner:innen unabhängiger von kommerziellen Saatgutproduzenten. Darüber hinaus bewahrt es auch alte, selten gewordene Sorten davor, auszusterben oder verloren zu gehen. Mittlerweile gibt es an immer mehr Orten öffentlich zugängliche Saatgutbibliotheken, in denen sich jede:r kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr mit solchen Samen versorgen kann.
Geben und nehmen
Das Prinzip ist einfach: Interessierte können sich Saatgut ausleihen, zuhause anbauen und nach der Ernte einen Teil als frische Samen zurückgeben. Besonders häufig findet man in den Bibliotheken alte Sorten von Tomaten, Kürbissen, Möhren und Kräutern – alles Pflanzen, die sich gut für den regionalen Anbau eignen. Getragen werden die Saatgutbibliotheken von öffentlichen Büchereien, aber auch durch Ehrenamtliche, Vereine und lokale Initiativen. Sie bieten nicht nur Saatgut zum Ausleihen an, sondern auch Workshops, Aktionen und Beratungen rund um nachhaltiges Gärtnern. So wird der Austausch zwischen Hobbygärtner:innen aktiv gefördert – vom Anbau über die Ernte bis zur Saatgutgewinnung.
Flexibel bleiben mit Töpfen
„Der kleinste Garten ist ein Blumentopf“: Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die meisten Pflanzen gedeihen auch gut in Töpfen. Wichtig ist nur die Wahl der passenden Gefäße und Größen. Wer auf Blumentöpfe setzt, bleibt flexibel und kann sie bei einem Umzug einfach mitnehmen. Übrigens: Die meisten Tomaten wachsen in einem Topf auf einem sonnigen Balkon und ohne direkten Regen von oben sogar besser als im Beet. Auch schnell wachsende Arten wie Radieschen, Pflücksalate oder Rucola sowie Mangold oder Spinat lassen sich problemlos im Topf kultivieren. Für die vertikale Begrünung bieten sich zudem rankende Pflanzen wie Stangenbohnen oder Erbsen an, die mit wenig Grundfläche auskommen. Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei oder Basilikum wachsen ebenfalls gut in Pflanzgefäßen und lassen sich je nach Platz sogar kombinieren. So entsteht Schritt für Schritt eine vielfältige, essbare Begrünung – und aus einem grauen Balkon wird eine grüne Oase mit Mehrwert für Mensch und Klima.
Weiterführende Informationen:
- Tipps zur Balkonbegrünung: www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-mietbegruenung
- Überblick der Saatgutbibilotheken in NRW: www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-saatgutbibliotheken
Pflanzliste mit Informationen zur Aussaat essbarer Pflanzen:
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