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Ursachen und Auswirkungen verdichteter Böden an Baumstandorten
Bäume werden oft über den Zustand ihrer Krone und ihres Stammes beurteilt. Für ihre Entwicklung ist jedoch ebenso entscheidend, was sich unterhalb der Oberfläche abspielt. Eine fachgerechte Baumpflege berücksichtigt deshalb auch den Boden als Einflussfaktor. Gerade in intensiv genutzten Bereichen kann sich der Untergrund im Laufe der Zeit verändern. Im Garten ebenso wie auf öffentlichen Flächen trägt eine Bodenbelüftung mittels Geoinjektion dazu bei, ungünstige Standortbedingungen für den Baum zu verbessern. Um den Boden nicht zur nur lockern, sondern seine Eigenschaften zu verbessern, können auch Düngemittel und Hilfsstoffe hinzugegeben werden.
Bedeutung und Funktion des Bodens für Bäume
Der Boden gibt einem Baum Halt und bildet zugleich den Raum, in dem sich Fein- und Grobwurzeln entwickeln. Über die Feinwurzeln nimmt der Baum Wasser und gelöste Nährstoffe auf, während Bodenporen den Austausch von Luft ermöglichen. Auch Mikroorganismen, Pilze und organische Bestandteile wirken an den Stoffkreisläufen mit. Damit bildet die Bodenstruktur eine wichtige Grundlage für Versorgung, Wachstum und die langfristige Vitalität. Auch unter der Erde benötigen Bäume ausreichend Sauerstoff. Die Wurzeln nutzen ihn für ihren Stoffwechsel und sind deshalb auf luftführende Hohlräume zwischen den Bodenpartikeln angewiesen. Über diese Poren findet zugleich der Gasaustausch mit der Atmosphäre statt. Werden sie stark zusammengedrückt, verschlechtern sich die Bedingungen für die Wurzelaktivität.
Unterschiedliche Ansprüche verschiedener Baumarten
Bäume besitzen eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und können teilweise auch unter Bedingungen wachsen, die nicht ihrem bevorzugten Standort entsprechen. Stadtbäume zeigen etwa, wie widerstandsfähig manche Arten gegenüber begrenztem Raum, Trockenheit und Versiegelung sein können. Dennoch hat jede Baumart bestimmte Ansprüche, unter denen sie sich besonders gut entwickelt, beispielsweise:
- Birke: Pionierbaum, wächst auch auf nährstoffarmen und sandigen Böden
- Kiefer: Geeignet für trockene, durchlässige und eher nährstoffarme Standorte
- Apfelbaum: Entwickelt sich gut auf tiefgründigen und nährstoffreichen Böden
- Süßkirsche: Benötigt warme, lockere und gut durchlüftete Untergründe
- Schwarz-Erle: Verträgt hohe Feuchtigkeit sowie lehmige und humose Standorte
Entstehung einer Bodenverdichtung im Wurzelraum
Zu einer Bodenverdichtung kommt es, wenn sich der Anteil an Hohlräumen im Boden verringert. Auslöser können Fahrzeuge, Baumaschinen oder die Lagerung schwerer Materialien sein. Gerade bei Bauarbeiten wirken hohe Lasten häufig wiederholt auf dieselben Flächen ein und können den Boden tiefgründig verdichten. Auf intensiv genutzten Grundstücken kann sich dieser Prozess auch über längere Zeit entwickeln. Für Baumwurzeln wird der Boden dadurch schwerer erschließbar, während der Luftaustausch und die Wasserbewegung beeinträchtigt werden. Mit dem Resultat, dass die Baumvitalität auf Dauer abnimmt.
Damit solche Standortbedingungen nicht bestehen bleiben, bietet sich eine Bodenverbesserung an. Eine Bodenbelüftung lockert verdichtete Bereiche im Wurzelraum auf und schafft dadurch günstigere Bedingungen für den weiteren Baumerhalt. Das Verfahren, auch als Geoinjektion bezeichnet, setzt damit an einer Ursache an, die sich unbemerkt entwickeln kann. Gerade bei älteren Bäumen können Veränderungen im Untergrund lange bestehen, bevor sich deutliche Reaktionen zeigen. Die Wurzelraumbelüftung kann deshalb auch im Rahmen einer vorausschauenden Standortpflege eine Rolle spielen. Weitere Informationen zu diesem Thema unter https://www.baumpflege-und-garten.de/baumpflege/bodenbelueftung-baeume-boden-lockern-verbessern/.
Gezielte Bodenverbesserung durch Bodenbelüftung und Nährstoffzugabe
Eine oberflächliche Bearbeitung reicht bei tiefreichenden Verdichtungen häufig nicht aus, da die beeinträchtigten Bodenschichten weit unterhalb der Grasnarbe liegen können. Für eine umfassendere Bodensanierung muss deshalb auch der tiefer liegende Wurzelraum behandelt werden. Mithilfe einer speziellen Druckluftlanze lässt sich die Bodenbelüftung punktuell in unterschiedlichen Tiefen durchführen, ohne den gesamten Bereich aufgraben zu müssen. Bei der Geoinjektion wird komprimierte Luft über die Lanze in den Boden abgegeben. Der Druck bricht verfestigte Strukturen auf, wodurch Hohlräume entstehen.
Damit die Hohlräume nicht wieder zusammenfallen, werden anschließend stabilisierende Füllstoffe eingebracht, zumeist in Form von Granulat. Diesen können Nährstoffe und Bodenhilfsstoffe beigemischt werden, falls der Boden nicht nur verdichtet, sondern auch in seiner Zusammensetzung beeinträchtigt ist.
Sei es nun im eigenen Garten oder an öffentlichen Standorten: Eine solche Bodenverbesserung sollte immer an die tatsächlichen Standortverhältnisse und Baumbedürfnisse angepasst werden. Im Rahmen der Baumpflege lässt sich dadurch auf Probleme eingehen, die ihren Ursprung unterhalb der Bodenoberfläche haben.
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