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KI-Nervosität
Fallende Kurse: So sieht es der Itzehoer Aktien Club

Itzehoe (ots)

Ende des Jahres 2022 wurde ChatGPT veröffentlicht - die Fantasien rund um Künstliche Intelligenz (KI) nahmen ihren Lauf. Die Aktienkurse der großen US-Tech-Konzerne von Apple bis Meta kannten nur eine Richtung: aufwärts. 2025 habe dieser Trend zu wackeln begonnen, mittlerweile drohe er in das Gegenteil zu kippen, sagt Jörg Wiechmann, Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC). Seine Einordnung: "Was wir derzeit erleben, ist weniger eine Abkehr von KI als ein massiver Stimmungsumschwung."

Denn weil die Möglichkeiten der KI immer klarer werden, liefern sich die Tech-Riesen ein abenteuerliches Investitionswettrennen, stellt der Experte fest. Der Aufbau neuer Rechenzentren verschlingt gewaltige Summen, selbst die bislang gewinnstärksten Firmen der Welt müssten dafür plötzlich Schulden machen. So platzierte Alphabet jüngst erstmals eine Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren - dieses Instrument sei sonst eher Staaten vorbehalten, sagt Jörg Wiechmann. "Ob und wann sich dieses Ausmaß an Investitionen rechnet, steht in den Sternen."

Diese Unsicherheit sorge derzeit für Nervosität bei KI-Aktien, zudem würden nahezu alle Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen plötzlich kritisch betrachtet. Beispiel: Zunächst hieß es, KI werde teure Programmierer ersetzen und so die Kosten der Software-Firmen senken. "Inzwischen lautet die Frage: Braucht es klassische Software überhaupt noch, wenn intelligente KI-Agenten Aufgaben direkt übernehmen?", erklärt der IAC-Geschäftsführer. "Aus potenziellen Gewinnern werden in den Köpfen der Anleger so mögliche Verlierer."

Unbestritten sei das langfristige Potenzial von KI, doch die Frage, wer am Ende daran verdient, sei offener denn je. Anders sehe es aus bei Unternehmen, die mit KI nur wenig zu tun haben: "Kein großes Sprachmodell wird schließlich Schokolade, Flugzeuge, Traktoren, Medikamente oder unsere Nahrung überflüssig machen", sagt Jörg Wiechmann. Konsum- und Lebensmittelkonzerne stehen daher gut da, dasselbe gilt für Grundstoff- und Energiekonzerne. Die Börsen-Indizes aus diesen Bereichen verzeichnen seit Jahresbeginn starke Zuwächse, der IT-Sektor und Software-Aktien verloren.

So spiegele sich der drastische Wechsel der Sichtweise auch an der Börse wider, betont Jörg Wiechmann. Dort veränderten sich Geschichten über mögliche Gewinner und Verlierer einer Entwicklung oft schnell: "Wer alles auf eine Sichtweise setzt, wird vom nächsten Stimmungswechsel kalt erwischt", sagt der IAC-Experte. Der verlässlichste Schutz bleibe eine breite Streuung, ohne dem jeweiligen Trend blind hinterherzulaufen.

Pressekontakt:

Nils Petersen
Fondsmanager
Tel: +49 4821 6793-36
Fax: +49 4821 6793-19
E-Mail: petersen@iac.de
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