NAKO Gesundheitsstudie

Deutschlands größte Gesundheitsstudie: Wie entstehen Allergien? Die NAKO ermittelt

Heidelberg (ots) - Jedes Jahr aufs Neue begrüßen wir das Frühjahr mit großer Euphorie. Im Gepäck hat es allerdings nicht nur Sonne und Wärme, sondern auch den saisonalen allergischen Schnupfen, besser bekannt als Heuschnupfen. Im Rahmen der Nationalen Kohorte (NAKO), Deutschlands größter Gesundheitsstudie, wird auch die Entstehung von Allergien und Atemwegserkrankungen genauer unter die Lupe genommen. Das IUF - Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf und das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität bilden gemeinsam eines der 18 Studienzentren, in denen die NAKO durchgeführt wird: "Vor allem wegen der Zunahme von allergischen Erkrankungen weltweit ist es wichtig, herauszufinden, warum sie entstehen und wie wir sie verhindern können", erläutert Prof. Dr. med. Barbara Hoffmann, Leiterin der Arbeitsgruppe "Umweltepidemiologie kardiovaskulärer Alterung und Allergien" am IUF.

Millionen Deutsche leiden von April bis August unter Niesattacken, triefenden Nasen und juckenden Augen. Auslöser für die allergische Reaktion sind bestimmte Eiweißbestandteile im Blütenstaub (Pollen), der von den Pflanzen während der Blütezeit abgesondert wird. Der physiologische Mechanismus, welcher der Allergie zugrunde liegt ist eine unangemessen starke Reaktion des Immunsystems auf einen eigentlich harmlosen Reiz.

Auch Hausstaub, Nahrungsmittel, Medikamente und Feinstaub in der Atemluft können Auslöser oder Verstärker für Allergien sein. Aktuell leiden 20 Prozent der Bevölkerung an mindestens einer Allergie, wobei Frauen generell häufiger betroffen sind als Männer. Außerdem sind Allergien in der Stadt häufiger verbreitet als auf dem Land. "In der Regel beginnen Asthma und Heuschnupfen schon im Kindesalter, aber in den letzten Jahren sehen wir auch zunehmend Erwachsene, die erst im mittleren oder höheren Lebensalter allergisch wurden", weist Prof. Dr. med. Thomas Keil von der NAKO an der Berliner Charité auf offene Forschungsfragen hin. Nicht jeder reagiert allergisch. In der Sensibilität gegenüber den allergenen Substanzen gibt es aber offenbar Unterschiede. Woran liegt das? Welche Einflussfaktoren spielen eine Rolle und entscheiden mit darüber, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt oder nicht? Diese und weitere Fragen werden mithilfe der NAKO untersucht. Ein besonderes Augenmerk legen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Frage nach der Beeinflussung des Immunsystems durch schädigende Umwelteinflüsse. "Wenn es uns zum Beispiel gelingt, bestimmte Risikofaktoren in der Umwelt zu identifizieren, können davon ausgehend vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden - ein enormer Gewinn für die Bevölkerung", ist Hoffmann überzeugt.

Bei der NAKO können nur Bürgerinnen und Bürger mitmachen, die von den regionalen Einwohnermeldeämtern zufällig ausgewählt wurden und eine schriftliche Einladung der NAKO erhalten haben. "Es handelt sich um ein interdisziplinäres Großforschungsprojekt, bei dem wir auf die Unterstützung der ausgewählten Bevölkerung angewiesen sind. Eigentlich jede von uns angeschriebene Person kennt jemanden, der unter Allergien leidet oder ist sogar selbst betroffen. Nur wenn möglichst alle mitmachen, wird es uns gelingen, den Ursachen auf die Spur zu kommen und damit den Betroffenen zu helfen. Machen Sie bitte mit!", so der Appell von Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender des Vereins Nationale Kohorte e. V.

Im Rahmen der NAKO werden in den nächsten 10 Jahren 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, neben Allergien und Atemwegserkrankungen, weitere chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung der weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

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