NAKO Gesundheitsstudie

NAKO: 200.000 geben Auskunft über Lebensmittelverzehr und Essgewohnheiten
Weltgesundheitstag zur Lebensmittelsicherheit

Heidelberg (ots) - Sichere und möglichst natürliche Lebensmittel, also ohne Rückstände aus der Pflanzenbehandlung und aus der Behandlung von Tieren, ohne infektiöse Keime und unnötige Zusatzstoffe - das ist Gegenstand der Lebensmittelsicherheit, der auch eine wichtige gesundheitspolitische Aufgabe zukommt. Der Verzehr von Lebensmitteln hat aber auch Einfluss auf die Entwicklung von Krankheiten. Angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung stellt sich die Frage, mit welcher Ernährung wir in Deutschland möglichst lange gesund bleiben können. Und ob diese Erkenntnisse für alle gelten oder ob die "optimale" Ernährung auf einzelne Typen und Lebenssituationen angepasst werden muss. Daher hat es sich Deutschlands größte Gesundheitsstudie, die NAKO, zum Ziel gesetzt, auch das Ernährungsverhalten der Studienteilnehmenden möglichst genau zu erfassen. "Wir wissen aus bisherigen Studien schon einiges dazu, brauchen aber weiter Gewissheit, denn Erzeugung, Vertrieb und Konsum der "richtigen" Lebensmittel hat erhebliche ökonomische Bedeutung", erläutert Professor Dr. Heiner Boeing, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), an dem eines der bundeweit 18 NAKO-Studienzentren angesiedelt ist.

Im Rahmen der Nationalen Kohorte (NAKO) werden 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen genauer zu erforschen: Wie entstehen diese Krankheiten? Welche Rolle spielen zum Beispiel Gene, Umwelteinflüsse, soziale Kontakte, Lebensstil und die Ernährung? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden? Das Großforschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

Ernährung - ein Fokus der NAKO

Das Ernährungsverhalten der Studienteilnehmenden wird sehr genau erfragt und dokumentiert. Dies geschieht über mehrere Kurzfragebögen zum Lebensmittelverzehr am jeweiligen Vortag. Der genaue Zeitpunkt wird vorab nicht mitgeteilt, um eine Zufälligkeit der Abfrage zu gewährleisten und um auszuschließen, dass sich die Befragten hinsichtlich ihrer Ernährung bewusst oder unbewusst anders verhalten. Zusätzlich erfasst ein Fragebogen die Lebensmittel- und Nährstoffaufnahme über die letzten 12 Monate. Auch Bioproben, wie Blut und Urin und Stuhl werden gesammelt.

Warum dieser Aufwand?

Je genauer die Informationen über Essverhalten und Lebensmittelkonsum, desto besser lassen sich Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Entwicklung von chronischen Erkrankungen, wie Diabetes und Herzkreislauferkrankungen, identifizieren. Vor allem die Frühstadien der ernährungsbedingten Erkrankungen stehen hierbei im Fokus. Auf diesem Forschungsfeld gibt es noch sehr wenige belastbare Erkenntnisse. Mit den erfassten Daten lassen sich auch weitere Fragestellungen bearbeiten. Was haben Antibiotika-Resistenzen mit der Ernährung zu tun? Welchen Einfluss hat die Ernährung, neben anderen Parametern, auf die Darmflora? Wie wirkt sich die molekulare Zusammensetzung von Lebensmitteln auf den menschlichen Organismus aus? Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen zu verbessern. Auch gesundheitspolitisch leistet die NAKO einen wichtigen Beitrag. Denn die Krankheitslast, die in Deutschland auf das Konto von Fehl- und Überernährung geht, ist abgesehen vom persönlichen Leid der Betroffenen, auch mit enormen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden.

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