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Zwischen Krisen, KI und Faschismustendenzen: Was Michael Endes „Momo“ uns heute noch zu sagen hat

Zwischen Krisen, KI und Faschismustendenzen: Was Michael Endes „Momo“ uns heute noch zu sagen hat
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Der Hamburger Philosoph und Autor Jörg Bernardy veröffentlicht mit "ZEIT IST LEBEN – Wie Momo die Welt sieht" ein Sachbuch über Michael Endes Philosophie und Zivilisationskritik in "Momo" und setzt diese in Bezug zu aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen.

In einer Gegenwart, die von Kriegen, Klimakrise, sozialen Spaltungen und digitaler Dauererregung geprägt ist, rücken Fragen nach Zeit, Aufmerksamkeit und Menschlichkeit mit neuer Dringlichkeit ins Zentrum. Aktueller könnte das neue Buch des Hamburger Philosophen und Autors Jörg Bernardy daher nicht sein. Sein Sachbuch „Zeit ist Leben – Wie Momo die Welt sieht“ erscheint am 8. Oktober bei Thienemann. Er ergründet darin die Philosophie in Michael Endes Klassiker „Momo“ und setzt die gesellschaftskritischen Themen in Bezug zu aktuellen Entwicklungen.

Bernardy holt dabei die Philosophie ganz nah an den Alltag heran: Er verbindet Michael Endes Erzählung mit zentralen Denkrichtungen – etwa von Hannah Arendt, Michel Foucault, Jürgen Habermas, Max Horkheimer oder Eva Illouz – ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen. So wird sein Buch zu einem gut lesbaren Einstieg in den komplexen Diskurs von Macht, Öffentlichkeit, Freiheit und Verantwortung.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert („Freundschaft: Momos Lebensphilosophie“, „Gesellschaftskritik: Momos Philosophie der grauen Herren“, „Herz und Zeit: Momos Philosophie der Lebenszeit“) und richtet sich an Leserinnen und Leser, die mit „Momo“ aufgewachsen sind, ebenso wie an eine jüngere Generation, für die der Roman neu zu entdecken ist.

Im ersten Teil seines Buches stellt Bernardy die Figur Momo in den Mittelpunkt seiner Betrachtung: Ihre Empathie bringt Menschen zusammen, und ihre Begabung des aufmerksamen Zuhörens sowie ihre „innere Begeisterung“, Dankbarkeit, Freundschaft und Naturverbundenheit entwerfen eine Welt, die das Maß aller Dinge sein könnte.

Ausgehend von dieser starken Protagonistin spannt Bernardy immer wieder den Bogen in unsere Gegenwart, die von technischen Fortschritten ebenso geprägt ist wie von Ausbeutung, Kriegen, Klimakatastrophen und politischen Polarisierungen. Seine Ausführungen lassen sich demnach auch als vielschichtiges Porträt einer hochkomplexen Welt lesen.

Momos Gegenspieler, die grauen Herren, haben auch im Jahr 2026 nichts von ihrer dunklen Wirkmächtigkeit verloren – Bernardy leuchtet sie im zweiten Teil seines Buches mit frappierendem Aktualitätsbezug aus. Sie bleiben der Ausgangspunkt für „eine umfassende System- und Zivilisationskritik, die in letzter Konsequenz in eine Faschismuskritik mündet“. Die grauen Herren spiegeln unsere „Lebensrealität“ und

verweisen auf mögliche Folgen von „digitaler Vernetzung durch Internet, Smartphone sowie künstliche Intelligenz“.

Doch der Autor zieht noch weitere Aspekte in Betracht: Er beschäftigt sich mit dem heutigen Hyper-Individualismus, der Hustle-Kultur, dem Leistungs- und Konkurrenzdruck. Zudem vermittelt er in aller Offenheit, dass die grauen Herren die Grundwerte des modernen Materialismus sowie die Schattenseiten unserer digitalen Informationsgesellschaft verkörpern: Noch nie seien wir als globale Gesellschaft so gut vernetzt wie heute und zugleich so anfällig für Manipulation und Stimmungsmache gewesen. „‚Momo’ zeigt uns, wie (...) schnell eine faschistische Bewegung entsteht.“

Im abschließenden dritten Buchteil kehrt Jörg Bernardy zu Momo zurück, um die „Idee der Menschlichkeit“ noch einmal herauszuarbeiten. Diese erinnere an das, was wirklich zählt im Leben: unsere Beziehungsfähigkeit – und deren starke Kraft schenkt Hoffnung und Zuversicht.

Die Illustrationen von Christiane Haas greifen Motive aus „Momo“ und dem Nachdenken über Zeit auf und öffnen atmosphärische Bildräume, die das Weiterdenken anregen, ebenso wie Impulsfragen, die Bernardy neben seine Ausführungen stellt.

Jörg Bernardy: Zeit ist Leben – Wie Momo die Welt sieht

Mit Illustrationen von Christiane Haas, Jugendbuch ab 14 Jahren, 192 Seiten,

ISBN 978-3-522-20403-3, 18 Euro, Thienemann Verlag 2026.

Über den Autor:

Jörg Bernardy ist freier Philosoph, Autor und Redner. Er lebt in Hamburg, schreibt seit vielen Jahren unter anderem für DIE ZEIT, hält Vorträge und Workshops und philosophiert regelmäßig im Radio (WDR) sowie in verschiedenen Podcasts. Es ist ihm ein großes Anliegen, Kinder und Jugendliche für die Philosophie zu begeistern.

Er ist zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse und steht für Interviews zur Verfügung. Gerne nehmen wir Ihre Anfragen entgegen und lassen Ihnen ein Rezensionsexemplar zukommen.

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Svea Unbehaun
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Head of Public Relations

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