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BDP-Pressemitteilung: Initiative AOP-GA sieht Debatte um Arbeitszeitgesetz kritisch

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Pressemitteilung

Arbeitsschutz stärken, Leistungsfähigkeit sichern, Mythen korrigieren – Initiative AOP GA sieht Debatte um Arbeitszeitgesetz kritisch

Stellungnahme der Initiative Arbeits- und Organisationspsychologie in Gesundheit und Arbeitssicherheit (AOP-GA) des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und des Fachverbandes Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit (PASiG) zur aktuellen Debatte um die geplanten Änderungen beim Arbeitszeitgesetz.

Berlin, 23.03.2026: In der politischen und medialen Debatte zu Lösungsansätzen im Zusammenhang mit den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland hat die Bundesregierung eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) ins Spiel gebracht. Eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten soll einer vermeintlich sinkenden Arbeitsmoral sowie kontinuierlich steigenden Krankheitstagen und damit einer sinkenden Leistungsfähigkeit und einer weiteren Zuspitzung des Fachkräftemangels entgegenwirken. Konkret geht es um längere tägliche Arbeitszeiten sowie eine Abkehr vom Achtstundentag zugunsten einer reinen Wochenhöchstarbeitszeit.

Die Initiative AOP-GA beobachtet diese Entwicklung mit großer Irritation und zunehmender Sorge. Die von der Politik herangezogenen Begründungen für etwaige gesetzliche Regelungen stehen in keinster Weise im Einklang mit der aktuellen Forschung sowie konsolidierten Leitlinien, die den langfristigen Erhalt der Arbeitsfähigkeit im Blick haben. Gesetzesvorschläge entsprechender politsicher Akteure schwächen nicht einfach nur den Arbeitsschutz, sie verschärfen vor allem genau die Probleme, die sie eigentlich lösen sollen.

Aus Sicht der Initiative AOP-GA stellt das Arbeitszeitgesetz einen notwendigen arbeitsschutzrechtlichen Mindeststandard dar und fördert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Absenkung bestehender arbeitszeitrechtlicher Schutzstandards birgt das Risiko, gesundheitliche Beanspruchungen zu erhöhen und damit Folgen wie psychische und physische Erkrankungen, Fehlzeiten, Fluktuation und Frühverrentung weiter zu verstärken.

„Mehr Arbeitszeit bedeutet nicht automatisch mehr Leistung. Wer Schutzstandards abbaut, riskiert nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern auch die nachhaltige Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmenden mit schwerwiegenden Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt“, erläutert BDP-Vizepräsidentin Ivon Ames.

Für die Motivation und Leistungsbereitschaft sowie auch langfristige Leistungsfähigkeit von Arbeitenden braucht es ein gut gestaltetes Arbeitsumfeld. Die geplanten Änderungen beim Arbeitszeitgesetz bedeuten hingegen das genaue Gegenteil – eine klare Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Wirksamer und wirtschaftlich nachhaltiger – also auch im Sinne der ursprünglichen Zielsetzung der Debatte um Änderungen beim Arbeitszeitgesetz – wären präventive Maßnahmen, menschgerechte Arbeitsbedingungen mit positiv gestalteten Belastungsfaktoren sowie eine entsprechend motivierende und unterstützende Führung von Mitarbeitenden.

Die Initiative AOP-GA spricht sich daher klar für eine evidenzbasierte politische Debatte, unter Berücksichtigung aktueller psychologischer und arbeitswissenschaftlicher Forschung sowie für den Erhalt bestehender arbeitsrechtlicher Schutzstandards auch bei Arbeitszeiten aus.

Ihre Ansprechpartnerin:

Bettina Genée

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Phone: +49 176 58868222

Mail: presse@bdp-verband.de

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen Interessen der niedergelassenen, selbständigen und angestellten/ beamteten Psychologinnen und Psychologen aus allen Tätigkeitsbereichen. Als der anerkannte Berufs- und Fachverband der Psychologinnen und Psychologen ist der BDP Ansprechpartner und Informant für Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der BDP wurde vor über 75 Jahren am 5. Juni 1946 in Hamburg gegründet. Heute gehören dem Verband rund 11.000 Mitglieder an.

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