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Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)

Pressemitteilung: BDP sieht Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung in Gefahr - Stellungnahme des Verbandes zum Referentenentwurf des BMG zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG)

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Pressemitteilung

BDP sieht Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung in Gefahr

Stellungnahme des Verbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zum Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Berlin, 21.04.2026: Mit dem Referentenentwurf „Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung“ (BStabG) legt das Bundesgesundheitsministerium seine Pläne zur Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung vor, die im Kern vor allem massive Einsparungen in allen Leistungsbereichen vorsehen. In besonderem Maße davon betroffen ist die ambulante Psychotherapie, die bereits in den vergangenen Jahren systematisch unterfinanziert und finanziell abgewertet wurde. Den Verbänden und Institutionen wurde zu diesem wichtigen Thema nur eine extrem kurze Stellungnahmefrist eingeräumt.

Die im Entwurf vorgesehenen Maßnahmen wie die Rückführung in die Budgetierung bisher extrabudgetär vergüteter Leistungen, die dauerhafte Begrenzung von Vergütungssteigerungen sowie die Streichung von Zuschlägen für Kurzzeittherapien, sind kein Beitrag zur nachhaltigen Konsolidierung, sondern das programmatische „Aushöhlen“ eines gesellschaftlich hochrelevanten Versorgungsbereiches im Gesundheitswesen.

Die geplanten Kürzungen gefährden zudem nicht nur die Sicherung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen und wirtschaftliche Existenz psychotherapeutischer Praxen, sondern untergraben auch die politischen Ziele der Bundesregierung in den Bereichen Prävention, Gleichstellung und Fachkräftesicherung und sorgen bei Arbeitsunfähigkeit oder stationär notwendigen Behandlungen auch für hohe Folgekosten in weiteren Sozialsystemen.

Der Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP im BDP) fordert daher die Rücknahme der geplanten Kürzungen. Unverhältnismäßig hohe Einsparmaßnehmen im GKV-System gefährden die Zukunft der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung. Was es braucht ist ein wissenschaftlich fundiertes versorgungsorientiertes Maßnahmenpaket.

„Bei nur kurzfristig gedachten Lösungsversuchen für Einsparungsmöglichkeiten wird oft das langfristige gesamtgesellschaftliche Einsparpotenzial psychotherapeutischer Leistungen nicht mitgedacht. Jeder in ambulante Psychotherapie investierte Euro spart an anderer Stelle gleich mehrere Euro ein.“, erläutert die VPP-Vorsitzende Dr. Johanna Thünker.

Hinzu kommt, gerade mal 0,7 % der GKV-Gesamtausgaben entfallen auf die ambulante Psychotherapie. „Die vorgesehen Maßnahmen verschärfen die Abwärtsspirale der strukturellen Benachteiligung der Psychotherapie weiter und gefährden die psychotherapeutische Versorgung insbesondere von Kindern und Jugendlichen“, erläutert die stellvertretende VPP-Vorsitzende Heike Bott.

In seiner aktuellen Ausführung würde das Beitragssatzstabilisierungsgesetz zu einer deutlichen Reduktion des psychotherapeutischen Angebots in Deutschland beitragen. Vor dem Hintergrund eines stetig steigenden Bedarfs in Zeiten multipler Krisen wäre dies ein verheerendes Signal.

Ihre Ansprechpartnerin:

Bettina Genée

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Phone: +49176 58868222

Mail: presse@bdp-verband.de

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) vertritt die beruflichen Interessen der niedergelassenen, selbständigen und angestellten/ beamteten Psychologinnen und Psychologen aus allen Tätigkeitsbereichen. Als der anerkannte Berufs- und Fachverband der Psychologinnen und Psychologen ist der BDP Ansprechpartner und Informant für Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der BDP wurde vor über 75 Jahren am 5. Juni 1946 in Hamburg gegründet. Heute gehören dem Verband rund 11.000 Mitglieder an.

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