Alle Storys
Folgen
Keine Story von rbb24 Inforadio mehr verpassen.

rbb24 Inforadio

Ex-UNO-Botschafter Heusgen zu Scheitern deutscher UN-Bewerbung: "Too little too late"

Berlin (ots)

Der frühere deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Christoph Heusgen, hat enttäuscht auf die erfolglose Bewerbung Deutschlands um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat reagiert.

Er sagte im rbb24 Inforadio am Donnerstag mit Blick auf das Wahlergebnis und mehr Stimmen für die Mitbewerber Österreich und Portugal: "Ja, das hat mich schon überrascht. Ich wusste, dass es knapp wird und dass es dann so klar wird im ersten Durchgang mit über 30 Stimmen Abstand zu den beiden Konkurrenten. Das hat mich schon sehr überrascht und schon, muss ich sagen, schwer deprimiert."

Heusgen sagte, Deutschland habe "leider Fehler gemacht, Fehler gemacht, die sich summiert haben und die dann zu diesem Ergebnis geführt haben" . Er sprach von "too little, too late".

"Portugal und vor allen Dingen Österreich hat sich unglaublich reingehängt, schon sehr früh, die Welt bereist dann auch so Art Abkommen geschlossen. Also wenn ihr uns wählt in den Sicherheitsrat, wählen wir euch in irgendeine andere internationale Organisation. Das hätten wir schon sehr viel früher machen müssen. Wir sind dann im letzten Jahr eingestiegen, massiv eingestiegen, aber da waren eben viele Stimmen schon vergeben. Das andere ist too little. Ja, ich glaube das Team im Auswahlamt hat hervorragende Arbeit gemacht, sehr viele erfahrene Diplomaten, die auch beim Sicherheitsrat vor ein paar Jahren dabei waren, das kennen. Aber so richtig auf der Tagesordnung oben der Regierung war es eben viel zu spät."

Heusgen kritisierte außerdem, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich zu wenig bei den UN habe blicken lassen.

"Wieso kommt der Bundeskanzler nicht zur Generalversammlung. Ich glaube, es war in seiner Zeit die Haushaltswoche, und das kann man alles erklären. Aber wenn 130 Staats - und Regierungschefs an der Generalversammlung teilnehmen und der deutsche Bundeskanzler nicht, wenn Österreich mit dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler, der Außenministerin kommen und Deutschland mit dem unglaublich aktiven Außenminister nur in Anführungsstrichen, dann widerspiegelt das etwas die Wertschätzung für die UNO, jedenfalls die Wahrnehmung der Wertschätzung, die wir für die UNO haben. Also da kann Wadephul, der ist seinerzeit hin und her gereist und so, hat viel gemacht, aber es gilt nun mal: Präsident und Bundeskanzler."

Das vollständige Interview finden Sie hier: https://www.inforadio.de/rubriken/interviews/2026/06/04/deutschland-un-sicherheitsrat-durchgefallen-heusgen.html

Pressekontakt:

Rundfunk Berlin-Brandenburg
rbb24 Inforadio
Chef/Chefin vom Dienst
Tel.: 030 - 97993 - 37400
Mail: info@inforadio.de

Original-Content von: rbb24 Inforadio, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: rbb24 Inforadio
Weitere Storys: rbb24 Inforadio
  • 03.06.2026 – 08:40

    Kiziltepe: Berlin tut viel gegen Armut - jetzt ist der Bund gefordert

    Berlin (ots) - Die Berliner Arbeits- und Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe, SPD, sieht den jüngsten Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes als Weckruf an die Politik - und meint vor allem die Bundesregierung. Kiziltepe sagte dem rbb24 Inforadio am Mittwoch, sie mache sich große Sorgen. "Gerade alte Menschen, Alleinerziehende und Kinder sind oft von Armut ...

  • 05.05.2026 – 08:47

    Industrie- und Handelskammer warnt vor weltweiten Lieferkettenproblemen

    Berlin (ots) - Die deutsche Industrie- und Handelskammer warnt wegen der Lage am Persischen Golf vor weiteren Gefahren für die Weltwirtschaft. Der Außenwirtschaftschef der IHK, Volker Treier, sagte im rbb24 Inforadio am Montag, der Krieg könne ähnliche Folgen für weltweite Lieferketten haben wie die Corona-Krise. "Deutschland ist eine der vernetztesten ...

  • 24.04.2026 – 08:30

    "Tankrabatt": Bundeskartellamt erwartet Entlastung für Verbraucher

    Berlin (ots) - Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, hat die Erwartung geäußert, dass die Senkung der Mineralölsteuer komplett an die Verbraucher weitergegeben wird. Er sagte am Freitag im rbb24 Inforadio, die Konzerne sollten das als Verpflichtung verstehen. Wenn nicht, könne das Kartellamt aber nicht direkt dagegen vorgehen: "Also in dem Moment ...